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Stand: 21.01.2026 von Korbinian Penzkofer
Wie das Bundesverwaltungsamt am 14. Januar 2026 mitteilte, wurde die für das Jahr 2026 geplante Ausgabe deutscher Silbermünzen bis auf Weiteres zurückgestellt. Grund hierfür ist die Kombination aus stark gestiegenem Silberpreis und der gängigen Festsetzung des Ausgabepreises für deutsche Gedenkmünzen aus Silber.
Silberpreis-Explosion: Deutsche Silbermünzen 2026 gestoppt
Aufgrund des stark gestiegenen Silberpreises ist der Verkauf von Silbermünzen zu den derzeitigen Konditionen bei uns nicht möglich. Aktuell werden auch keine Silbermünzen bei der Bundesbank angeboten.
Update 05.02.2026: Anpassung der technischen Parameter der deutschen Euro-Sammlermünzen aus Silber
Der Silbergehalt deutscher Sammlermünzen in Stempelglanz wird ab sofort angepasst. Die im Jahr 2025 vorgenommenen Nominalanpassungen reichen nicht aus, um den Materialwert unter dem Nennwert zu halten. Daher hat das Bundesministerium der Finanzen beschlossen, die Silberlegierung der 35- und 50-Euro-Münzen in Stempelglanz zu ändern. So wird die Legierung der 35-Euro-Münzen ab dem Ausgabejahr 2026 von Ag 925 auf Ag 444 reduziert und das Gewicht sinkt von 18 auf 16,667 Gramm. Bei der 50-Euro-Weihnachts-Sammlermünze wird die Legierung von Ag 999 auf Ag 500 gesenkt; das Gewicht bleibt unverändert. Aufgrund dieser Anpassungen erscheint die 35-Euro-Münze „Elisabeth Schwarzhaupt” nicht wie geplant am 26. März 2026, sondern in der zweiten Jahreshälfte 2026. Auch bei weiteren Münzen des Ausgabeprogramms 2026 sind Terminänderungen möglich.


Wie wird der Ausgabepreis für deutsche Silbermünzen festgesetzt?

Silbermünzen in der Qualität „Stempelglanz” werden von der Bundesbank zum Nennwert ausgegeben. Für Ausgaben in „Spiegelglanz“ ist hingegen die zum Bundesverwaltungsamt gehörende Münze Deutschland zuständig. Der Ausgabepreis dieser Münzen ist höher als der der „Stempelglanz“-Münzen, richtet sich aber ebenfalls nicht direkt nach den tagesaktuellen Silberpreisen.

Dieses System der Preisfestsetzung funktioniert nur, solange der Silberpreis über dem Ausgabepreis der Münzen liegt. Sobald eine Münze günstiger ist als ihr Silberwert, wird Arbitrage möglich.

Die Silbermünzen könnten einfach aufgekauft und dann eingeschmolzen werden.

Geplante Nennwerterhöhungen hinken Silberpreisentwicklung hinterher

Die Erhöhung des Nennwerts ist eine bewährte Methode, um der Gefahr der Arbitrage entgegenzuwirken. So wurden beispielsweise im Jahr 2015 in Deutschland die 20-Euro-Silbermünzen eingeführt. Sie ersetzten die älteren 10-Euro-Ausgaben.

Eine weitere Möglichkeit wäre, den Silbergehalt zu senken oder komplett auf unedle Metalle umzustellen. Erfahrungsgemäß haben diese Maßnahmen jedoch ein stark nachlassendes Interesse von Sammlern zur Folge.

Deshalb war für die Silbermünzen des Jahres 2026 ursprünglich eine Nennwerterhöhung geplant. Für Ausgaben aus Sterlingsilber sollten die Nominale von 20 auf 25 Euro und für Ausgaben aus Feinsilber von 25 auf 35 Euro angehoben werden.

Dieses Vorhaben war wegen des gestiegenen Silberpreises bereits im Dezember 2025 obsolet.

Es folgte eine weitere Ankündigung der Nennwerterhöhung auf 35 Euro für Münzen aus Sterlingsilber und 50 Euro für Feinsilbermünzen. Abermals stieg der Silberpreis zu stark für die geplante Erhöhung.

Welche Silbermünzen sind betroffen und wie geht es weiter?

Die Ausgabe aller für das Jahr 2026 angekündigten deutschen Silber-Euro-Gedenkmünzen wurde ausgesetzt. Zumindest ist dies der aktuelle Stand vom 22. Januar 2026. Ob einige oder gar alle Münzen doch noch erscheinen werden, hängt von der Entwicklung des Silberpreises in den kommenden Wochen und Monaten ab.

Hier die Übersicht über die aktuell vom Ausgabestopp betroffenen Gedenkmünzen:

Gedenkmünzen aus Sterlingsilber

  • Elisabeth Schwarzhaupt (Serie: Prägende Frauen)
  • 150 Jahre Richard-Wagner-Festspiele Bayreuth
  • 125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn
  • 100 Jahre Friedensnobelpreis für Gustav Stresemann und Aristide Briand
  • Margot Friedländer

Gedenkmünzen aus Feinsilber

  • Heilige Drei Könige (Serie: Weihnachten)
  • Stille Nacht, heilige Nacht (Serienbeginn: Weihnachtslieder)
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Stand: 21.01.2026
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von H.J. | 08.02.2026, 09:54 Uhr Antworten

Unglaubliche Enttäuschung.
Eine Münze mit 444/1000 Silbergehalt als Silbermünzen zu benennen.

von Minaton | 29.01.2026, 04:12 Uhr Antworten

Das letzte Silbergeld 925er mit immer höheren Nennwert ohne 19% Steuer. Allerdings sind doch viele Silber-und Goldmünzen über den Nennwert. Ablenkung, Silber wird jetzt anders gebraucht, da kann man nicht über Nennwer verkaufen, die meißten verschwinden eh bei Samlern

von wattenduda | 27.01.2026, 14:49 Uhr Antworten

Soll sich doch der Staat darüber freuen wenn er Silbermünzen für mehr verkaufen "DARF" als der Silberpreis hergibt, anstelle die Produktion deswegen komplett einzustellen...
Der Sammler zahlt doch so oder so... oder hab ich da was falsch verstanden!?

Wenn ich soetwas mit solch einer Überschrift lese, kommt mir da eher die berühmte deutsche Sparsamkeit (Preis aussitzen und abwarten) in den Sinn als irgend etwas anderes...

Schließlich sitzen Wir ja auch auf unseren Silberwerten mit der Erwartung dass der Preis für dieses Edelmetall noch weiter steigt; - warum sollte das bei deutschen Münzpräge- Unternehmen denn anders sein?

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