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Stand: 01.10.2021 von Hannes Zipfel
Nach den jüngsten Kursrückgängen deuten wichtige Indikatoren eine Erholung beim Silberpreis an. Sollte die nun erreichte Unterstützungslinie allerdings gebrochen werden, kann es kurzfristig nochmals zu einem deutlichen Preisrutsch kommen.
Silberpreis: Hopp oder top?

Hält die Unterstützung beim Silberpreis?

Am 3. September ist der Preis für den Silberpreis bis an die Abwärtstrendlinie bei damals 24,87 US$/Unze herangelaufen und zum vierten Mal abgeprallt. Anschließend fiel der Kurs bis auf die horizontale Unterstützungslinie bei 21,42 US$ zurück.

Sollten die Notierungen unter diese Marke nach unten durchbrechen, droht zunächst ein Abrutschen bis auf das 50 Prozent Fibonacci-Korrekturlevel bei ca. 20,70 US$.

Hält auch diese Marke nicht, könnten die Kurse in einem finalen Ausverkauf im Rahmen der laufenden Konsolidierungsbewegung bis auf ca. 18,50 US$ fallen.

Hier verläuft das charttechnisch bedeutendste Fibonacci-Korrekturlevel bei 61,8 Prozent der vorherigen massiven Aufwärtsbewegung (61,8 Prozent-Retracement = Goldener Schnitt).

Hält hingegen die jetzt erreichte Unterstützungslinie, dann hätte der Kurs für das weißglänzende Edelmetall zunächst Luft nach oben bis zur roten gestrichelten Abwärtstrendlinie, die momentan bei ca. 23,70 US$ verläuft.

Hier würde sich dann zum mittlerweile fünften Mal entscheiden, ob der Markt ausreichend Kraft besitzt, den Abwärtstrend gen Norden zu verlassen.

Silberpreis in US-Dollar pro Unze

Aktuell ist der Silbermarkt "überverkauft"

Im Zuge der jüngsten Verbilligung bewegt sich der Markt im "überverkauftem" Terrain. Das zeigen nicht nur die Oszillatoren wie Stochastik und RSI im obigen Chart an, sondern auch die jüngsten Statistiken vom Silber-Terminmarkt.

Die von der US-Aufsichtsbehörde CFTC erhobenen Daten offenbaren einen deutlichen Abbau der Positionen auf steigende Preise "großer" und "kleiner" Spekulanten (grüne und blaue Linie im unteren Chart).

Gemäß des letzten Terminmarktreports vom 21. September sind die sogenannten "Swap Dealers" nun netto long, wetten also auf höhere Kurse. Dies war zuletzt im Oktober 2018 der Fall.

Damals erreichte der Silberpreis kurze Zeit später seinen Boden bei knapp unterhalb von 14 US$/Unze und stieg anschließend bis zum September 2019 um 40 Prozent an.

Die Gesamtzahl aller ausstehenden Kontrakte (OI) ist im Verlauf der aktuellen Konsolidierung ebenfalls stark zurückgegangen. Die Situation an dem für die Preisbildung sehr wichtigen US-Terminmarkt ist damit für Silber in Summe positiv zu werten.

Der COT-Index (untere rote Linie im Chart) zeigt mit 100 Punkten daher auch ein klares Kaufsignal.

Silber Terminmarktreport

Saisonalität weicht ungewöhnlich stark ab

In diesem Jahr ist vieles anders beim Preisverlauf der Edelmetalle. Das gilt auch für Silber. Die üblichen saisonalen Muster wurden durch Sondereffekte ausgehebelt. Zum einen muss der Silberpreis den vorherigen starken Anstieg verdauen, zum anderen zeichnet sich bei der für die Edelmetalle wichtigen Geldpolitik in den USA eine Trendwende hin zu weniger Liquiditätszufuhr ab.

Auch Zinserhöhungen werden nun diskutiert. Ob es aber tatsächlich dazu kommt, ist in Anbetracht der Extremverschuldung und der sich abkühlenden Wirtschaftsdynamik noch unklar.

Klar ist hingegen die Diskrepanz zwischen dem üblichen Kursverlauf im Durchschnitt der letzten 15 Jahre bis 2020 und der Preisentwicklung des Silbers in diesem Jahr.

Silber Saisonalität

Aus der momentan großen Abweichung nach unten könnte sich für den restlichen Jahresverlauf eine positive Kursentwicklung ergeben.

Fazit und Ausblick

Der Silberpreis ist im Rahmen der ausgedehnten Konsolidierung an einem charttechnisch neuralgischen Punkt angelangt. Ein schneller Anstieg der Kurse in Richtung der oberen Begrenzung des Abwärtstrends erscheint realistisch.

Sollte im Zuge eines Abverkaufs des Aktienmarktes generell Liquidität aus allen Finanzmärkten abgezogen werden, könnte sich der Silberpreis kurzfristig nochmals deutlich verbilligen. Die Niveaus auf Ebene der 50 bzw. 61,8 Prozent Fibonacci-Retracements böten dann gleichwohl günstige Nachkaufpreise.

Autor: Hannes Zipfel
Ökonom
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"