Stand: 23.01.2019 von Florian Grummes 2 Kommentare

Die Rally der Gold- und Silberpreise ist in den letzten Tagen erwartungsgemäß ins Stocken geraten. Gleichzeitig ist der grundsätzlich bullische Charakter zweifelsohne erhalten geblieben, so dass es möglicherweise keinen weiteren Rücksetzer mehr benötigt.

Vielmehr könnte sich der Goldpreis schon in Kürze ausgehend von 1.273 - 1.278 US-Dollar zur nächsten Attacke in Richtung 1.300 US-Dollar aufmachen. Silber sollte davon ebenfalls profitieren und besitzt ein gewisses Nachholpotential.

Positiv und den Goldpreis definitiv unterstützend präsentieren sich die Zuflüsse in die physisch hinterlegten Gold ETFs. Hier sind in den ersten drei Wochen des neuen Jahres knapp 43 Tonnen Gold eingelagert worden, was knapp der Hälfte aller Zuflüsse im gesamten letzten Handelsjahr entspricht. Ebenfalls für konstante physische Goldnachfrage sorgen die Zentralbanken aus China, Russland und Indien, die allesamt im letzten Monat ihre Goldreserven aufgestockt haben.

Solange sich der Goldpreis solide oberhalb seiner 200-Tagelinie sowie der ehemaligen Widerstandszone zwischen 1.235 und 1.255 US-Dollar halten kann, bleiben die Edelmetalle im Aufwärtstrend. Mit etwas Glück sind im 1.Quartal dann sogar Kursspitzen um 1.350 US-Dollar denkbar. Silber dürfte (wie immer) erst gegen Ende einer Aufwärtsbewegung im Edelmetallsektor den Turbo zünden und könnte problemlos bis 16,25 US-Dollar rallieren.

Silber in US Dollar - Noch Luft bis 16,25 US-Dollar

Nach den deutlichen Abschlägen im Sommer des letzten Jahres fand sich der Silberpreis ab Mitte August bis in den Dezember hinein in einer verwirrenden Seitwärtsphase wieder. Diese konnte erst im Zuge der Verwerfungen an den weltweiten Aktienmärkten mit einem klaren Anstieg über 15,00 US-Dollar aufgelöst werden.

Silberpreis Tageschart in US-Dollar 22012018

In der Folge konnte der Silberpreis zügig bis auf 15,87 US-Dollar ansteigen und die 200-Tagelinie direkt zurückerobern. Seit Jahresbeginn allerdings wird dieser schnelle Kursanstieg mit einem bislang gesunden Rücksetzer korrigiert.

Dabei sind die Notierungen bis an die 200-Tagelinie (15,30 US-Dollar) zurückgekommen und suchen hier nach einer tragfähigen Unterstützung.

Aus dem immer noch bullischen Tageschart lassen nun zwei primäre Szenarien ableiten:

  1. Die Korrektur ist noch nicht ganz ausgestanden und könnte das Ausbruchsniveau um 15,00 US-Dollar testen, bevor sich die Silber-Bullen zurückmelden.

  2. Die Konsolidierung steht bereits unmittelbar vor dem Abschluss. Dann müsste bereits in den nächsten Tagen ein weiterer Aufwärtsschub in Richtung 16,00 US-Dollar starten.

In beiden Fällen sollte der Silberpreis in den nächsten Wochen bzw. ein bis zwei Monaten noch bis in die breite Widerstandszone um 16,00 - 16,25 US-Dollar vordringen können. Hier verläuft die seit dem Sommer 2016 intakte Abwärtstrendlinie. Kurse deutlich oberhalb von 16,30 US-Dollar sind zunächst nicht sehr wahrscheinlich, aber nicht vollständig ausgeschlossen.

Sentiment-Daten Silberpreis

Neben der fast überverkauften Stochastik lassen auch die aktuellen Sentiment-Daten in den kommenden Wochen eher steigende Silberpreise erwarten. Gemäß den Daten von Sentimenttrader.com befinden sich die Bären aufgrund des überschaubaren Kursrückgangs der letzten drei Wochen bereits wieder klar in der Überzahl. Mit diesem eher pessimistischen Stimmungsbild im Rücken, dürften die Edelmetalle daher weiter an der „wall of worry“ nach oben klettern.

Bildbeschreibung --> was es zu sehen gibt

Die Saisonalität unterstützt ebenfalls die optimistische Erwartung für die nächsten Wochen. Statistisch betrachtet befindet sich der Silberpreis mitten in einer starken saisonalen Phase, die noch bis Mitte/Ende Februar verläuft.

Wirklich ungemütlich wird es an den Edelmetallmärkten in der Regel erst ab April/Mai. Bis dahin haben sowohl Gold als auch Silber noch genügend Zeit für weitere Kursanstiege.

Tageschart Silberpreis in Euro - Gelingt der Sprung über den Abwärtstrend?

Silberpreis Tageschart in Euro 22012018

In Euro gerechnet konnte sich der Silberpreis Ende Dezember bis an die seit dem Juli 2016 deckelnde Abwärtstrendlinie knapp unterhalb von 14,00 Euro herankämpfen. Das Ende Oktober genannte Erholungsziel (14,00 Euro) wurde somit mehr oder weniger abgearbeitet.

In den letzten drei Wochen kam es mittlerweile zu einem logischen und völlig gesunden Rücksetzer.

Dieser Rücksetzer sollte entweder jetzt direkt oder ausgehend von der 200-Tagelinie (13,17 Euro) eine weitere Aufwärtswelle einleiten. Die Stochastik ist auf dem Tageschart bereits überverkauft und signalisiert zusammen mit dem unteren Bollinger Band (13,13 Euro) ein sehr begrenztes noch verbleibendes Abwärtsrisiko.

Ein weiterer Aufwärtsschub sollte den Befreiungsschlag über die Abwärtstrendlinie sowie einen Anstieg bis in den Bereich zwischen 14,00 und 14,50 Euro mit sich bringen.

Silber weiter HALTEN

Auch wenn der Silberpreis auf Eurobasis von seinen Tiefstständen unterhalb von 12,25 Euro noch nicht dramatisch zulegen konnte, so gibt es momentan keinen Grund, den gestiegenen Kursen hinterherzulaufen.

Silber bleibt vielmehr eine Halte-Position, die erst in die nächste größere Kursschwäche wieder ausgebaut werden sollte.

Bitte erwarten sie grundsätzlich keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich immer wieder klar, dass es sich bei den Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt! Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

Silberpreis - mit weiterem Anstiegspotenzial
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
Webseite des Autors:
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Kommentare [2]
  • von MP | 13.02.2019, 15:56 Antworten

    Wäre super wenn man die Charts durch Klicken vergrößern könnte.....

  • von Max Schneider | 24.01.2019, 07:32 Antworten

    Für mich kann es nur einen geben, Florian Grummes.
    Super Einschätzung.
    Danke.

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