Stand: 07.02.2018 von Florian Grummes 19 Kommentare

Nach einem starken Jahresauftakt korrigieren die Edelmetalle seit gut zwei Wochen den steilen Anstieg. Dabei fiel der Silberpreis von 17,68 US-Dollar bereits bis auf 16,54 US-Dollar zurück, ohne dass es dabei schon zu einem nachhaltigen Verkaufssignal gekommen wäre.

Da die Aktienmärkte in den letzten Tagen aufgrund leicht steigender Zinsen deutlich unter Druck geraten sind und gleichzeitig die Kryptowährungen massiv crashen, scheint vor allem Gold zumindest ansatzweise wieder den Status eines sicheren Hafens aktiviert zu haben. Silber konnte davon aber bislang kaum profitieren.

Insgesamt dürfte die Korrektur der starken Aufwärtswelle noch nicht abgeschlossen sein. Ausgehend vom nächsten Tiefpunkt könnte sich der Mitte Dezember begonnene neue Aufwärtszyklus durchaus noch bis in den Frühling hinein erstrecken.

Silberpreis in US Dollar - Korrekturwelle noch nicht ganz abgeschlossen

Mit der ansehnlichen Rally ab Mitte Dezember konnte sich der Silberpreis wieder klar über die Marke von 17,00 US-Dollar erholen. Bis zum genannten Ziel im Bereich 18,00 – 18,50 US-Dollar reichten die Kräfte der Bullen aber bislang nicht.

Vielmehr erzwang die überkaufte Lage in Verbindung mit einem Hoch, welches von der Stochastik nicht mehr bestätigt wurde, einen Rücksetzer.

Silberpreis in US-Dollar 06.02.2018

Dieser hat vor zwei Wochen begonnen und müsste die Silbernotierungen eigentlich noch bis auf ca. 16,40 US-Dollar drücken. Angesichts der schon wieder überverkauften Lage bei der Stochastik steht einer weiteren Aufwärtswelle im Anschluss aber nichts im Wege.

Ob die Bullen dann die Widerstandszone um 18,00 US-Dollar attackieren können, wird sich erst noch zeigen müssen, denn die saisonale Unterstützung geht den Edelmetallen ab Ende Februar zunehmend verloren.

Allerdings sehen die Terminmarktdaten mit 47.291 von den Profis leerverkauften Silberfuture-Kontrakten immer noch relativ gut aus.

Erst Kurse unterhalb von 16,30 US-Dollar stellen das weiterhin konstruktive Bild in Frage.

Tageschart Silberpreis in Euro

In Euro gerechnet bleibt die Lage ziemlich überschaubar. Nach wie vor bremst der starke Euro alle Kursgewinne beim Gold und Silber aus, so dass europäische Edelmetallinvestoren weiterhin mit eher gemischten Gefühlen auf ihre kostbaren Silber-Schätze schauen müssen.

Zwar konnte sich der Preis für eine Feinunze ab Mitte Dezember von 13,23 Euro auf immerhin 14,33 Euro erholen, die Hochs vom September und November wurden dabei aber klar verfehlt.

Silberpreis in Euro 06.02.2018

Auch läuft der Rücksetzer hier bereits seit dem 8.Januar und drückte die Notierungen mit 13,28 Euro schon wieder bis fast an die Dezembertiefs.

Somit bleibt die charttechnische Lage für den Silberpreis äußerst fragwürdig und angespannt. Positiv ist jedoch die klar überverkaufte Stochastik, welche in Kürze eine Erholung einleiten müsste.

Im größeren Bild könnte die Leidensphase in diesem Jahr aber zu Ende gehen, denn der US-Dollar ist reif für eine deutliche Erholung. Der Greenback ist nicht nur stark überverkauft und hat erste klare Trendwendesignale aktiviert, sondern es ist vor allem das miserable Sentiment in Verbindung mit einer extrem bullischen Positionierung der Profis am Terminmarkt, die in den kommenden Monaten zu einer Gegenbewegung des US-Dollars in Richtung 1,17 bzw. 1,14 US-Dollar führen sollte.

Auch wenn dies die Edelmetallnotierungen sicherlich belasten wird, sollten sich die Goldpreise und Silberpreise in Euro gerechnet dann endlich wieder stärker präsentieren.

Neues Nachkauflimit unterhalb von 13,50 Euro

Die schwache Entwicklung beim Silberpreis hat erneut Einstiegskurse unterhalb von 14,00 Euro ermöglicht. Bislang haben sich die günstigen Einstiegskursen noch nicht wirklich bezahlt gemacht, ein schwächerer Euro könnte dies im Jahresverlauf aber deutlich ändern. Unterhalb von 13,50 Euro bleibt Silber klar unterbewertet und ein langfristiger Kauf.

Bitte erwarten sie hier keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt!

Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

Silberpreis - Das nächste Tief ist fast in greifbarer Nähe
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [19]
  • von DerschwarzeMichel | 12.02.2018, 17:17 Antworten

    ich halte auch schon dreißig Jahre durch und halte noch 100 Jahre durch wenn ich denn solange noch lebe .....

    • von Friedrich | 13.02.2018, 08:01 Antworten

      cool bleiben;)

  • von Richi K | 12.02.2018, 04:49 Antworten

    Nach dem dramatischen Einbruch der virtuellen BITCOIN Währung wird einmal mehr deutlich, wie anfällig unser aufgeblähtes Finanzsystem geworden ist. Unabhängige Finanzexperten warten eigentlich schon täglich auf den nächsten großen Aktiencrash, den systemgetreue Oligarchen, so blauäugig wie sie sind, erst in einigen Jahren prophezeihen. Silber ist und bleibt die harte und sichere Währung für den kleinen Mann, noch vor Gold. Jeder sollte einen Teil seiner Ersparnisse darin anlegen, da diese Anlagenart für jedermann erschwinglich ist ..., ungewöhnlich? Natürlich! Einen solchen Schritt der Wertabsicherung zu gehen bedeutet, das bisherige monitäre System mit all seinen Fehlern und Auswüchsen in Frage zu stellen, es bedeutet die Überwindung von der Vorstellung, UNS könnte soetwas NIE passieren. Ein "WEITER SO" steht mit Sicherheit für keine blühenden Landschaften mehr oder..., für mehr Aufschwung, mehr finanzielle Sicherheit. Diese Zeiten sind vorbei...
    ... und bei Ihnen?

  • von Tierpfleger | 08.02.2018, 12:07 Antworten

    Holger B. , wer so tief sein Silber verausgabt, kann sich in Wirklichkeit gar nicht ernsthaft mit Silber beschäftigt haben. Die 40 Jahren und 1980 tun bei deinem Verkauf doch gar nix zur Sache.

  • von Grandmaster | 08.02.2018, 00:00 Antworten

    Silber wird mittel- bis langfristig wohl auf unter 10€ fallen. Wenn es dann bei ungefähr 7-8€ den Boden gefunden hat, kann man nachkaufen und hoffen, dass es wieder steigt.

    • von NichWar | 09.02.2018, 19:20 Antworten

      Wieso sollte Silber so weit fallen? In den letzten fünf Jahren ist der Kurs nicht unter 12 Euro gefallen. Bei einem sinkenden Dow Jones werden viele sich mit Silber absichern wollen und bei einem Gold-Silber-Ratio von 80 erscheint Silber im Vergleich zu Gold als unterbewertet und als gutes Investment.

      • von Grandmaster | 09.02.2018, 21:23 Antworten

        Silber befindet sich seit über 5 Jahren in einer langsam laufenden Korrektur nach unten (beginnend nach der Edelmetallblase von 2011/12). Und ich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren Silber den Wert von 10€ erreichen und dann nach unten durchbrechen wird. Da wird in Zukunft sehr viel Geld verbrannt werden bei den Silberhaltern. Nur will das keiner sehen. Kann ich aber auch verstehen: Wäre ich mit hunderten von Kilo in Silber investiert, würde ich das auch nicht sehen wollen.

        • von NichWar | 10.02.2018, 23:59 Antworten

          Nach der Logik müsste aber Gold noch mehr - ja fast dramatisch - überbewertet sein ...

          • von Grandmaster | 11.02.2018, 14:27 Antworten

            Auch Gold ist aktuell überbewertet. Nicht dramatisch, aber es ist überbewertet. Man schaue sich nur mal den Goldchart von 1980 bis heute an. Danach braucht man nicht mehr groß weiterreden. Vor gerade mal 10 Jahren kostete Gold um die 500€. Davor dümpelte Gold 20 Jahre lang bei 250 - 450€ rum. Was wir gerade sehen ist die langsame Korrektur des künstlich gehypten Goldpreises (Edelmetallblase 2008 bis 2012) auf einen realistischen Wert um etwa 700€ - 800€ rum. Glücklich, wer damals noch gekauft hat. Wer zum Hype oder danach gekauft hat, war/ist ins Messer gelaufen und hat, bzw. wird in Zukunft Geld verbrennen (also quasi alles über 1000€). Wenn der Dollar dann richtig runtergeht (den gab es schon mal bei 1:1,6...evtl. sieht mal bald sogar ein 1:2 beim Euro-Dollar-Ratio), dann sieht man die 700€ - 800€ bei Gold schneller als man "Hoppla" sagen kann. Aber auch das wollen viele nicht glauben. Wenn der Kurs dann auf diesen Wert fällt, kann man evtl. mal wieder ans Kaufen denken. Muss jeder selber wissen, was er macht. Sind alles erwachsene Menschen.

            • von NichWar | 11.02.2018, 18:01 Antworten

              Hmm. Gold und Silber ist überbewertet, Aktien auf jeden Fall auch (der Dow Jones bricht nicht ohne Grund ein und bei kommenden Zinsen bricht der Markt ein) ...

              ... also Geld lieber auf dem Girokonto lassen, was?!

              • von Moses | 11.02.2018, 21:40 Antworten

                Geld auf dem Girokonto lassen ist der größte Fehler.
                So negativ wie im Moment über Edelmetalle und Aktien berichtet wird kaufe ich nach.
                Es gibt z.Zt. keine Alternative zu Aktien und Edelmetallen.

  • von Hoger B. | 07.02.2018, 21:57 Antworten

    Ich habe heute auch alles verkauft. Diese Schaumschlägerei von steigenden Silberkursen kann ich nicht mehr hören. Nur noch DAX und Dow Jones als Investment, langfristig steigt das immer. Silber schafft ja nicht mal das Hoch von 1980. Nach fast 40 Jahren nur Minus, ich kenne keine schlechtere Geldanlage.

    • von Doreau | 07.02.2018, 22:06 Antworten

      Tja dann viel Glück mit dem neuen Investment.
      Das Silber nur minus macht, stimmt nicht.
      Nur jetzt in der Tiefphase verkaufen, halte ich für keine gute Idee.

      • von Christian | 08.02.2018, 11:11 Antworten

        Ergänzung zu Doreau: Und gleichzeitig in ein neues Investment umschichten, das sich in einer Hochphase befindet... So wird doppelt Geld vernichtet :)

  • von F. Kaap | 07.02.2018, 18:10 Antworten

    Ich bin jetzt raus und.... hab mir ´ne Immobilie gekauft... Gruß an alle die noch träumen.

    • von Christian G | 07.02.2018, 18:33 Antworten

      Soll wohl heißen, dass Immobilien gut sind, und EM schlecht?

      Nicht jeder ist in EM investiert, um riesige Rendite zu machen. Die Meisten betrachten es als Versicherung gegen Hyperinflation, oder was auch immer kommen mag, oder als Altersvorsorge, die der Staat nicht auf den kümmerlichen Rest der Rente anrechnen kann (Was bei Riester durchaus gemacht wird).
      Es steht jedem frei zu wählen, in was investiert wird. Idealerweise in erster Linie in das, was benötigt wird (zB. Haus, wenn man in einer Wohnung ist... mit einem 2. Haus kann man nicht viel anfangen, außer zu vermieten, aber nicht jeder möchte Vermieter sein, besonders bei der zunehmenden Zahl Mietnomaden).

  • von Silberjung | 07.02.2018, 15:39 Antworten

    Dieses ständige auf und ab , im unteren Bereich, wird immer frustrierender !

    • von Christian G | 07.02.2018, 18:19 Antworten

      Einfach durchhalten, der Euro macht's nicht mehr lange.

      • von F. Kaap | 08.02.2018, 14:54 Antworten

        Das hört und liest mann hier schon seit Jahren.... und ... keiner weiß woher er die Info´s eigentlich hat....Den Euro beseitigt keiner so schnell ... Wetten ???

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