Stand: 23.09.2016 von Florian Grummes 0 Kommentare

Obwohl die Erwartungslage bzgl. des Zinsentscheides der amerikanischen Zentralbank bereits seit Wochen eindeutig gegen eine Anhebung des US-Zinsniveaus notierte, gab es bis zum Mittwoch Abend immer noch genügend Marktteilnehmer die einen Kursrutsch an den Edelmetallmärkten befürchteten. Dabei experimentieren die Notenbanker bekanntermaßen weltweit mit immer neuen geldpolitischen Instrumenten, welche letztlich aber jeweils nur die Geldmenge ausweiten und damit die Inflation anheizen sollen. Fundamental betrachtet ist dies das perfekte Umfeld für steigende Edelmetallpreise. Alleine der zunehmende Vertrauensverluste in die magischen Kräfte von Draghi, Yellen und Kuroda wird in Zukunft die Nachfrage nach Gold und Silber verstärken und damit die Preise treiben.

Charttechnisch bewegen sich die beiden Edelmetalle seit Anfang Juli in einer gesunden Konsolidierung, ohne dabei aber ihre bullische Grundschwingung verloren zu haben. Übergeordnet spricht alles für einen intakten Aufwärtstrend, womit höhere Gold- und Silberpreisenur eine Frage der Zeit sind.

Silber in US Dollar - Konsolidierung seit Anfang Juli vor ihrem Abschluss

Das am 4.Juli mit 21,12 US-Dollar erreichte Zwischenhoch hat bis dato am Silbermarkt Bestand. Während die Silberbullen die Notierungen bis Mitte August noch problemlos oberhalb von 19,20 US-Dollar halten konnten, rutschte das Handelsgeschehen in der zweiten Monatshälfte eine Etage tiefer. Mit einem kurzen Panikausverkauf bis auf 18,39 US-Dollar gelang den Bären hier zwar ein Achtungserfolg, in den letzten vier Wochen zogen der Silberpreis aber zwischenzeitlich wieder steil an und notieren aktuell nur noch knapp unter der psychologischen Marke von 20,00 US-Dollar.

Silber in Dollar - Konsolidierung seit Anfang Juli vor ihrem Abschluss

Unterm Strich läuft der Silberpreis seit fast drei Monaten seitwärts und konsolidiert damit die vorangegangenen starken Kursgewinne. Im Umfeld der US-Zinsentscheidung zogen die Edelmetallpreise bereits frühzeitig und deutlich zum Wochenbeginn an. Das Ende der Konsolidierung rückt damit näher. Alles andere als eine Auflösung nach oben, und damit ein Ausbruch über die Marke von 21,12 US-Dollar wäre charttechnisch eine Überraschung. Die Begründung für diese positive Erwartungshaltung liefert zunächst die in sicherer Entfernung weiter ansteigende 200-Tagelinie (16,85 US-Dollar).

Ebenso bewegt sich der Silberpreis komfortabel oberhalb seiner Aufwärtstrendlinie, welche derzeit bei ca. 17,75 US-Dollar verläuft. Schließlich steckt der Silberpreis seit Anfang Juli in einer sogenannten Bullenflagge. Schon ein Tageschlusskurs oberhalb von 20,15 US-Dollar löst diese flache Konsolidierungsformation erfolgreich nach oben auf. Damit würde sich innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrendkanals bereits für die kommenden fünf Wochen ein Anstiegspotential bis auf 23,85 US-Dollar eröffnen.

Dem entgegen steht der nach wie vor große Abstand zur 200-Tagelinie (16,85 US-Dollar), welcher die Konsolidierung evtl. noch einmal in die Verlängerung zwingen könnte. Saisonal betrachtet sind die Edelmetalle aber bis Ende Oktober gut unterstützt. Lediglich die Daten vom Terminmarkt (CoT-Report) bleiben negativ und machen sowohl den Gold- als auch den Silbermarkt grundsätzlich angreifbar.

Übergeordnet und auf Sicht der nächsten drei bis sechs Monate befindet sich der Silberpreis höchstwahrscheinlich auf dem Weg in Richtung der entscheidenden Widerstandszone um 26,00 US-Dollar. Erst mit einem Monatsschlusskurs oberhalb von 26,00 US-Dollar wäre das Allzeithoch bei 50,00 US-Dollar als nächstes Kursziel aktiviert.

Wochenchart Silber in Euro

In Euro gerechnet kam es wie erwartet zu einem Rücklauf bis in die starke Unterstützungszone um 16,25 – 16,50 Euro. Ausgehend vom Tiefpunkt bei 16,39 Euro folgte Anfang September zunächst eine steile Erholung sowie ein nochmaliger Rücksetzer, welcher aber das August-Tief beim Silberpreis nicht mehr unterbieten konnte.

Wochenchartanalyse Silber in Euro

Seit Beginn der neuen Handelswoche ziehen die Notierungen wieder dynamisch nach oben an und stehen mittlerweile kurz vor dem Ausbruch aus der mehrmonatigen Bullenflagge. Im nächsten Schritt ist nun ein Anstieg bis in die Widerstandszone 18,50 – 19,00 Euro sehr wahrscheinlich. Hier dürften sich die Bären nochmals zur Wehr setzen und die Bullen zumindest am direkten Durchmarsch bis auf 21,00 Euro hindern. Mittelfristig ist das Erreichen der entscheidenden Widerstandszone um ca. 21,00 Euro aber nur noch eine Frage der Zeit und bis spätestens Frühjahr 2017 sehr realistisch.

Tageschart Silber in Euro

Nachdem die Bullen auf dem Tageschart die 50-Tagelinie (17,47 Euro) zurückerobern konnten, fehlt zum Ausbruch aus der Bullenflagge nicht mehr viel. Auch das obere Bollinger Band (17,85 Euro) biegt sich jetzt nach oben auf und steht einem Anstieg nicht mehr eisern im Wege. Gelingt ein Tagesschlusskurs des Silberpreises oberhalb von 17,90 Euro, ist der Weg bis zur nächsten starken Widerstandszone zwischen 18,50 - 19,00 Euro frei. Auch die Indikatoren unterstützen mittlerweile wieder die Bullen, wobei vor allem die Stochastik ein neues Kaufsignal aktiviert hat. Im unwahrscheinlichen Fall eines erneuten Rücksetzers, sollte die Aufwärtstrendlinie im Bereich oberhalb von 16,80 Euro jegliche bärische Avancen stoppen können.

Tageschartanalyse Silber in Euro

In der Summe stehen die Zeichen in den kommenden Wochen auf anziehende Silberkurse. Nach der gesunden und notwendigen Konsolidierung liegen die Chancen klar auf der Oberseite.

Nachkauflimit unterhalb von 16,50 Euro erfolgreich ausgeführt

Das zuletzt genannte Nachkauflimit konnte zwischen dem 24. und 29.August zu günstigen Käufen unterhalb von 16,50 Euro genutzt werden. Wieder einmal haben sich Geduld und gute Analyse ausgezahlt. Eine Anhebung des Nachkauflimits bei Silber macht vorläufig noch keinen Sinn. Langfristig betrachtet bleibt Silber deutlich unterbewertet und verfügt auf Sicht der nächsten drei bis fünf Jahre über ein enormes Anstiegspotential.

Silberpreis in Euro - Kurz vor dem Ausbruch aus der Bullenflagge
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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