| GOLD | 4.135,35 $/oz | 3.624,35 €/oz | 116,53 €/g | 116.526 €/kg |
| SILBER | 59,89 $/oz | 52,50 €/oz | 1,69 €/g | 1.687,91 €/kg |
Nun will auch Singapur seine Position im internationalen Goldgeschäft stärken und investiert gezielt in neue Infrastruktur für Handel, Abwicklung und Verwahrung. Im Mittelpunkt steht die Einführung eines neuen Gold-Clearing-Systems durch die Singapore Exchange (SGX).
Die außerbörsliche Plattform soll bis Ende 2026 aufgebaut werden und den Handel zwischen Banken während der asiatischen Handelszeiten erleichtern. Zu den geplanten Teilnehmern zählen internationale Großbanken wie JPMorgan und Deutsche Bank sowie mehrere führende Banken aus Singapur.
Für Anleger mag der Begriff Clearing zunächst technisch klingen. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen zentralen Bestandteil funktionierender Finanzmärkte. Das Clearing sorgt dafür, dass Transaktionen ordnungsgemäß abgewickelt werden und reduziert das Risiko von Zahlungsausfällen. Eine leistungsfähige Infrastruktur erhöht die Attraktivität eines Handelsplatzes für Banken, institutionelle Investoren und andere Marktteilnehmer.
Vielmehr möchte sich der Stadtstaat als Bindeglied zwischen der starken asiatischen Nachfrage und der weltweiten Liquidität positionieren. Insbesondere während der asiatischen Handelszeiten könnte Singapur künftig eine wichtigere Rolle bei Preisbildung, Handel und Abwicklung übernehmen.
Das neue System soll sich am international anerkannten London-Good-Delivery-Standard orientieren. Gleichzeitig werden auch die für Kilobarren geltenden Standards der großen Börsen in Chicago und Shanghai berücksichtigt.
Mit diesen Plänen verschärft sich zugleich der Wettbewerb mit Hongkong. Auch dort wird derzeit ein neues Clearing-System aufgebaut, um von der weltweit hohen Goldnachfrage zu profitieren. Beide Finanzplätze wollen sich als führende Drehscheiben für den Edelmetallhandel in Asien etablieren.
Darüber hinaus plant Singapur weitere Maßnahmen zur Stärkung seines Goldsektors. So will die Zentralbank des Landes bereits ab Oktober spezielle Goldverwahrungsdienste für ausländische Notenbanken anbieten. Diese sollen die Möglichkeit erhalten, Goldbestände in Singapur zu lagern und über ausgewählte Banken verwalten zu lassen.
Für den Standort wäre dies ein wichtiger Schritt. Zentralbanken zählen zu den größten Goldhaltern der Welt. Zusätzliche Goldbestände würden die Liquidität des lokalen Marktes erhöhen und die internationale Bedeutung Singapurs weiter stärken.
Parallel dazu sollen steuerliche Vorteile für bestimmte Fonds und Family Offices ausgeweitet werden, die in physische Anlageedelmetalle investieren. Ziel ist es, zusätzliches Kapital in den Goldmarkt des Stadtstaats zu lenken.
Die größte Bank des Landes, DBS, plant die Einführung von tokenisiertem Gold. Dabei werden Eigentumsrechte an physischem Gold digital abgebildet. Die Oversea-Chinese Banking Corporation bietet institutionellen und vermögenden Kunden bereits den Handel und die Lagerung von Gold an.
Zudem prüft die SGX die Einführung physisch lieferbarer Gold-Futures. Solche Terminkontrakte könnten Marktteilnehmern zusätzliche Möglichkeiten zur Preisabsicherung und Preisfindung bieten.
Fazit: Mit dem Aufbau eines Gold-Clearing-Systems, neuen Verwahrungsangeboten für Zentralbanken und zusätzlichen Anlageprodukten verfolgt Singapur eine klare Strategie: Der Stadtstaat möchte seine Rolle im internationalen Goldhandel ausbauen.
Für Privatanleger verdeutlicht diese Entwicklung vor allem die wachsende Bedeutung Asiens im globalen Edelmetallmarkt. Während die Nachfrage nach Gold hoch bleibt, intensiviert sich zugleich der Wettbewerb zwischen den wichtigsten Handelszentren der Welt.
Die morgige Fed-Sitzung steht besonders im Fokus der Finanzmärkte, da es sich um die erste geldpolitische Entscheidung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh handelt.
Anleger erhoffen sich von seiner Pressekonferenz wichtige Hinweise auf den künftigen Zinskurs der US-Notenbank und den Umgang mit den zuletzt gestiegenen Inflationsrisiken. Insbesondere für Gold-, Anleihe- und Aktienmärkte könnten seine Aussagen richtungsweisend sein. Aktuell zeigt das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group eine Wahrscheinlichkeit von 57 Prozent an, dass wir bis Ende des Jahres mindestens eine Zinssenkung um 25 Basispunkte sehen werden.
Des Weiteren dürften sich die Marktakteure aber auch für diverse Konjunkturindikatoren wie die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe und den Konjunkturausblick der Philadelphia Fed stark interessieren, die beide am Donnerstag zur Bekanntgabe anstehen.
Aus charttechnischer Sicht stellt sich vor allem eine Frage: Wird sich der Rutsch unter die 200-Tage-Linie als „Bärenfalle“ erweisen? Auf lange Sicht höchstwahrscheinlich schon.
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