Stand: 23.03.2017 von Egmond Haidt 0 Kommentare

Nach einer kleinen Korrektur ist der Goldpreis seit Mitte März deutlich auf dem Weg nach oben. Für Rückenwind sorgt vor allem der Rückgang des Dollar. Sollte der Trend anhalten, dürfte sich der Aufwärtstrend des Goldpreises deutlich beschleunigen.

Die Trump-Euphorie an den Börsen beginnt allmählich zu schwinden: Anfangs hatten die Börsen nur die möglichen positiven Effekte einer Präsidentschaft von Donald Trump im Fokus, also Billionen schwere Steuersenkungen und ein Infrastrukturprogramm von einer Billion Dollar. Sie sollten die Wirtschaft kräftig ankurbeln und so die US-Inflation stark anheizen, weshalb der Dollar kräftig auf dem Weg nach oben war.

Das hatte die Goldpreisentwicklung zwischenzeitlich deutlich belastet. Inzwischen wird den Investoren aber zusehends klar, dass der US-Präsident erst einmal alles tut, um die Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama weitgehend abzuschaffen und durch eine eigene Reform zu ersetzen. Erst wenn das Thema erledigt ist, will sich Trump um die Steuerreform und die anderen Themen kümmern.

US-Dollar ist deutlich im Rückwärtsgang

Goldpreis in Dollar (USD) von 1973 bis aktuell 2017

Inzwischen befürchten Investoren aber zusehends, dass es Trump ziemlich schwer fallen könnte, genügend Stimmen zusammenzubekommen, um im Kongress die Gesundheitsreform durchzubekommen. Damit könnte die geplante Steuerreform möglicherweise frühestens im Herbst 2017 verabschiedet werden, weshalb das Wirtschaftswachstum auf absehbare Sicht deutlich schwächer sein dürfte, als Investoren bislang gehofft hatten.

Wegen dieser Aussicht drücken Investoren beim Dollar kräftig auf den Verkaufsknopf, während die US-Zinsen, gerade für zehnjährige Anleihen, deutlich auf dem Weg nach unten sind. Beide Effekte treiben den Goldpreis nach oben.

Wie könnte es beim US-Dollar weitergehen?

Euro- & Dollarkurs Wechselkurs ab 1999

Den Rückgang des Dollarkurs spiegelt der Dollar-Index, der die Entwicklung des Greenbacks gegenüber sechs wichtigen Währungen, wie Euro, Yen, Schweizer Franken und britischem Pfund abbildet, klar wider. Er ist inzwischen unter die Marke von 100 Punkte gesunken und notiert damit nur noch minimal über dem Niveau vom 8. November 2016, dem Wahlsieg von Donald Trump.

Das würde den Dollar nach unten drücken, weil bei sinkenden Zinsen die Nachfrage ausländischer Investoren nach US-Anleihen abnehmen dürfte. Sollte Yellen hingegen aus Rücksicht auf die schwache Konjunktur die Zinsen weniger erhöhen als bislang signalisiert, dürfte das ebenfalls den Dollar belasten.

Dollar-Schwemme spricht für deutlich niedrigere Dollar-Kurse

Mittel- und langfristig spricht die erwartete Schuldensause von Donald Trump ohnehin für einen deutlichen Rückgang des Dollar. Die USA haben bereits Rekordstaatsschulden von knapp 20 Billionen Dollar - das sind horrende 107 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung –, nachdem die Schulden in den vergangenen Jahren um knapp eine Billion Dollar pro Jahr gestiegen sind. Unter Trumps Ägide könnte der Wert leicht auf 1,5 Billionen pro Jahr und mehr nach oben schießen. Diese Dollar-Schwemme entwertet aber den Dollar. Dabei wächst die Geldmenge bereits derzeit um rund 800 Mrd. Dollar pro Jahr.

Die Stimmung für den Goldpreis scheint sich deutlich zu bessern. Nachdem Investoren vor der Fed-Sitzung am 15. März geglaubt hatten, dass weitere Zinserhöhungen den Goldpreis kräftig belasten würden, verfliegt nun die Trump-Euphorie allmählich, was der sinkende Dollar klar widerspiegelt. Da der Trend anhalten dürfte, könnte sich der Aufwärtstrend beim Goldpreis in den nächsten Monaten deutlich beschleunigen.

Sinkender US-Dollar treibt Goldpreis an
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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