Stand: 22.05.2018 von Jörg Bernhard 11 Kommentare

Im Rhythmus von drei Monaten informiert die US-Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) über die größten Einzelinvestoren des weltgrößten Gold-ETFs SPDR Gold Shares – auch diesmal mit interessanten Erkenntnissen.

Institutionelle überwiegend in Kauflaune

Wie vor drei Monaten lag die Quote institutioneller Investoren Ende März bei 40,6 Prozent. Während allerdings im vierten Quartal 2017 per Saldo Abflüsse von 2,2 Millionen ETFs registriert wurden, gab es diesmal Zuflüsse im Volumen von über 3,5 Millionen Anteile zu verzeichnen. Summa summarum kann man den großen Playern, die häufig auch als "smart money" bezeichnet werden, eine starke Kauflaune attestieren. Dies lässt sich auch an der deutlich höheren Anzahl neuer Positionen (118) im Vergleich zu den komplett aufgelösten Positionen (66) ablesen.

Insgesamt hat sich die gehaltene Goldmenge des SPDR Gold Shares in den Monaten Januar bis März von 837,5 auf 846,12 Tonnen und sein Preis von 123,65 auf 125,79 Dollar erhöht.

Besonders interessant wird das Update der SEC aber vor allem durch die für den Berichtszeitraum gemeldeten Transaktionen der wichtigsten Einzelinvestoren (siehe Tabelle). Unter den Top 15 gab es einmal mehr interessante Entwicklungen zu beobachten. So hat zum Beispiel die weltgrößte Vermögensverwaltung BlackRock ihre Position im Berichtszeitraum um fast 25 Prozent auf nunmehr 13,47 Millionen Anteile reduziert. Damit bleibt die Gesellschaft aber weiterhin die unangefochtene Nummer Eins.

Auf den nachfolgenden Rängen gab es jedoch ziemlich viel Bewegung. So hat zum Beispiel die US-Investmentbank Morgan Stanley ihre Position um 122 Prozent auf 10,22 Millionen Anteile aufgestockt. Dadurch stieg die Bank vom fünftgrößten zum zweitgrößten Einzelinvestor auf. Dadurch rutschte die Bank of America von Rang Zwei auf Rang Drei ab. Sie hat ihr Exposure "lediglich" um 13,2 Prozent auf 8,24 Millionen Anteile aufgestockt.

Die 15 größten Einzelinvestoren beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares

Name Anteile abs. Veränderung proz. Veränderung in Mio. USD
BLACKROCK INC. 13.474.108 -4.455.056 -24,85 1.650.309
MORGAN STANLEY 10.223.509 5.631.183 122,62 1.252.175
BANK OF AMERICA CORP /DE/ 8.241.569 960.534 13,19 1.009.427
FMR LLC 6.739.547 -409.221 -5,72 825.460
FIRST EAGLE INVESTMENT MANAGEMENT, LLC 5.918.058 -481.024 -7,52 724.844
PAULSON & CO. INC. 4.320.022 -39.700 -0,91 529.116
UBS GROUP AG 4.016.912 920.504 29,73 491.991
BRIDGEWATER ASSOCIATES, LP 3.908.999 0 0,00 478.774
BARCLAYS PLC 3.636.300 3.432.820 1.687,00 445.374
SUMITOMO MITSUI TRUST HOLDINGS, INC. 2.438.474 164.858 7,25 298.664
COMMERZBANK AKTIENGESELLSCHAFT /FI 2.288.121 1.202.913 110,85 280.249
WELLS FARGO & COMPANY/MN 2.088.200 253.821 13,84 255.763
CI INVESTMENTS INC. 2.052.329 -1.846.300 -47,36 251.369
JPMORGAN CHASE & CO 1.238.985 -1.398.300 -53,02 151.751
ASSET MANAGEMENT ONE CO., LTD. 1.194.144 321.874 36,90 146.259
(Stand: 31.03.2018; Quelle: Nasdaq.com)

Weitere auffällige Transaktionen waren bei der britischen Barclays zu beobachten. Sie hat nämlich die Anzahl gehaltener Gold-ETFs auf 3,64 Millionen mehr als versiebzehnfacht und ist dadurch zum neungrößten Einzelinvestor aufgestiegen. Besonders interessant: Die Commerzbank hat ihre bisherige Position mehr als verdoppelt und hält nun 2,23 Millionen Gold-ETFs. Damit sind lediglich zehn Gesellschaften in dem physisch besicherten Gold-ETF noch stärker investiert.

Überdurchschnittlich starke Verkäufe waren unter den Top 15 bei zwei Adressen zu beobachten: CI Investments und JPMorgan Chase. Hier gab es nämlich eine Reduktion um 47 Prozent auf 2,05 Millionen Anteile bzw. ein Minus von 53,0 Prozent auf 1,24 Millionen ETFs zu vermelden. An dem insgesamt positiven Tenor hat sich dadurch aber kaum etwas geändert.

Ausblick für die laufende Woche

In der vergangenen Woche veröffentlichte der World Gold Council eine mehr als 50 Seiten starke Studie (in Englisch) mit dem Titel "Gold 2048 – die nächsten 30 Jahre". In neun Kapiteln werden verschiedene Einflussfaktoren und Marktsegmente unter die Lupe genommen. Die Macher der Studie nennen zwar kein konkretes Kursziel für das Jahr 2048, die gemachten Prognosen lassen für den Leser aber vor allem einen Schluss zu: die Wahrscheinlichkeit für höhere Goldpreise ist relativ groß.

Auf kurze Sicht gibt es derzeit aber einige "Stolpersteine" aus dem Weg zu räumen. Belastet wird das gelbe Edelmetall derzeit vor allem durch die jüngste Dollarstärke, die kräftig gestiegenen US-Zinsen sowie die charttechnische Eintrübung. Mit dem Unterschreiten der psychologisch wichtigen Marke von 1.300 Dollar und dem Verletzen der langfristigen 200-Tage-Linie gab es gleich zwei Verkaufssignale zu verkraften. Man darf daher gespannt sein, bis wann sich das gelbe Edelmetall von diesem Tiefschlag wieder erholt hat. Ich bin mir relativ sicher, dass es keine 30 Jahre dauern wird.

In diesem Jahr hat der Krisenschutz auf zwei Entwicklungen bislang kaum reagiert: die deutlich gestiegenen Konsumentenpreise und die enormen geopolitischen Risiken. Darauf vertrauen, dass sich daran nichts ändern wird, sollte man aber nicht. Mit Blick auf die Altersvorsorge stehen sowohl die gesetzliche Rente als auch Kapitallebensversicherungen alles andere auf stabilen Säulen. Ein Klumpen Gold kann da sicherlich nicht schaden, zumal sein Preis seit dem Jahreswechsel wieder ins Minus gerutscht ist.

Gold: Smart Money greift zu bei weltgrößtem Gold-ETF
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [11]
  • von Irgendwo aus dem nirgendwo | 23.05.2018, 21:37 Antworten

    Es wäre wünschenswert, wenn die Tabelle besser lesbar wäre.
    Vielen Dank

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