| GOLD | 4.131,22 $/oz | 3.620,45 €/oz | 116,40 €/g | 116.400 €/kg |
| SILBER | 59,64 $/oz | 52,29 €/oz | 1,68 €/g | 1.681,16 €/kg |

Basisszenario: Sollte sich das aktuelle wirtschaftliche Umfeld nicht wesentlich verändern, dürfte sich der Goldpreis in einer Handelsspanne von etwa minus fünf bis plus fünf Prozent um die Marke von 4.100 Dollar bewegen. Grundlage dieser Einschätzung sind ein moderates weltwirtschaftliches Wachstum von rund 2,9 Prozent, eine leicht rückläufige, aber weiterhin erhöhte Inflation sowie die Erwartung begrenzter weiterer Zinsschritte großer Notenbanken. In diesem Szenario würde Gold weder von starken Käufen noch von deutlichen Verkäufen geprägt sein.
Positives Szenario: Kommt es zu einer deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen oder geopolitischen Lage, könnte der Goldpreis wieder in Richtung 4.500 Dollar ansteigen. Als mögliche Auslöser gelten eine erneute Wende der Zinserwartungen hin zu niedrigeren Leitzinsen, eine verstärkte Rückkehr langfristig orientierter Investoren und/oder neue geopolitische Krisen. In der Modellrechnung entspricht dies einer Kursbewegung von etwa plus fünf bis plus 20 Prozent. Für einen nachhaltigen Anstieg bis in die Nähe von 5.000 Dollar wären allerdings besonders starke Signale notwendig.
Negatives Szenario: Bleiben Wirtschaftswachstum und Kapitalmärkte robust, steigen die Anleiherenditen weiter und beruhigt sich das geopolitische Umfeld, könnte Gold nochmals nachgeben. In diesem sogenannten „Goldilocks“-Szenario würden risikoreichere Anlageklassen wie Aktien wieder attraktiver erscheinen, während die im Goldpreis enthaltene Risikoprämie sinken könnte. Die Modellrechnung geht hier von einem Rückgang zwischen minus fünf und minus 15 Prozent aus. Ein deutlich stärkerer Preisverfall gilt als unwahrscheinlich, da niedrigere Kurse erfahrungsgemäß verstärkt Käufer aus unterschiedlichen Marktsegmenten anlocken.
| Szenario | Erwartete Goldpreisentwicklung |
|---|---|
| Positives Szenario (Bull Case) | +5 bis +20 % |
| Basisszenario | −5 bis +5 % |
| Negatives Szenario | −5 bis −15 % |
Besonders interessant: Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse hat der WGC ermittelt, wie empfindlich der Goldpreis auf einzelne Faktoren reagieren könnte.
Das kam dabei heraus:
Fazit:Für die zweite Jahreshälfte 2026 zeichnet sich beim Goldpreis kein einheitlicher Trend ab. Wahrscheinlicher als eine klare Richtungsentscheidung erscheint zunächst eine Seitwärtsbewegung, während sowohl deutliche Kursgewinne als auch spürbare Rückgänge von der weiteren geopolitischen und geldpolitischen Entwicklung abhängen.
Der am Donnerstag veröffentlichte Juni-Bericht des US-Arbeitsministeriums fiel schwächer als erwartet aus und trieb den Goldpreis auf den höchsten Stand seit zwei Wochen. Im Juni entstanden in den USA laut Arbeitsministerium 57.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft und damit deutlich weniger als von den meisten Volkswirten erwartet.
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
Gleichzeitig wurden die Beschäftigungszuwächse der beiden Vormonate nach unten korrigiert: Für April wurde die Zahl neu geschaffener Stellen von 179.000 auf 148.000 und für Mai von 172.000 auf 129.000 revidiert – zusammen also 74.000 Stellen weniger als ursprünglich ausgewiesen. Daraus resultierende nachlassende Zinssorgen haben das Interesse an Gold signifikant verstärkt.
Laut FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group hat sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Leitzinsen Mitte September erhöht werden, innerhalb einer Woche von 62 auf 56 Prozent reduziert. Das heißt: Die Opportunitätskosten von Gold (Zinsverzicht) fallen geringer aus und verbessern dadurch die Attraktivität von Gold.