Stand: 30.06.2015  0 Kommentare

Griechenland könnte das erste entwickelte Land werden, dass seine Schulden an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht zurückzahlen kann. Bislang ist dies nur drei anderen Staaten zuvor passiert: Somalia, Sudan und Simbabwe. Ist jetzt Griechenland dran?

Eigentlich müsste Griechenland heute (30.06.15) rund 1,5 Milliarden Euro an der Internationalen Währungsfonds (IWF) überweisen. Doch wie der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras am Montagabend (29.06.15) bereits ankündigte, wird das Geld aller Voraussicht nach nicht fließen.

Damit wird Griechenland das erste entwickelte Land, das seine Schulden an den IWF nicht bedienen kann. Zuvor war dies nur den afrikanischen Staaten Somalia, Sudan und Simbabwe passiert. Ist jetzt Griechenland dran?

Somalia, Sudan, Simbabwe - und jetzt Griechenland?

Bis heute um Mitternacht hat Griechenland Zeit, eine fällige Kreditrate über 1,54 Milliarden Euro an den IWF zu überweisen. Dass dies geschieht, wird jedoch von Minute zu Minute unwahrscheinlicher.

Am gestrigen Montagabend sagte der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras in einem Interview im griechischen Staatsfernsehen, die Zahlung werde nicht erfolgen, wenn es nicht doch noch eine Einigung mit den internationalen Gläubigern geben sollte. Das berichtet der Griechenland-Ticker von Focus Online.

Allem Anschein nach hat Tsipras entweder geschlafen, oder er bereitet die griechische Öffentlichkeit händewaschend auf das Undenkbare vor. Denn eine Einigung mit den internationalen Gläubigern hat es bisher nicht gegeben, und wird es bis zum Ablauf der Frist auch nicht geben.

Fazit: Griechenland wird das erste entwickelte Land, das seine Schulden an den IWF nicht pünktlich bezahlen kann.

Doch bei all dem wäre ein einfacher Zahlungsverzug seitens Griechenland bei weitem nicht so schlimm, wenn da nicht der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis wäre, der vergangenes Wochenende bereits orakelte, dass sich die Griechen für die Rückzahlung der IWF-Schulden nicht mehr verantwortlich fühlen.

Kompletter Zahlungsausfall also? Auf den Fluren von Frankfurt (EZB), Brüssel (EU) und New York (IWF) wird bereits das Undenkbare durchgedacht. Sollte es für Athen nicht nur auf einen Zahlungsverzug, sondern auf einen kompletten Zahlungsausfall hinauslaufen, wäre Griechenland das vierte Land überhaupt, das jemals seine IWF-Kredite nicht zurückzahlt. Zuvor haben das nur Somalia, Sudan und Simbabwe zustande gebracht.

Griechenland soll abstimmen - auch über Tsipras' politische Zukunft

Doch auf einen Vergleich mit Somalia, Sudan und Simbabwe will es Tsipras erst gar nicht ankommen lassen. Denn der griechische Ministerpräsident von Griechenland hofft nach wie vor auf eine Fortführung der Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern und macht seine politische Zukunft unmittelbar vom Ausgang des fürs nächste Wochenende angesetzten Referendums in Griechenland abhängig.

Denn dann sollen die Griechen darüber abstimmen, ob sie den Forderungen der internationalen Geldgeber und deren Spar- und Reformkurs beipflichten. Sollten die Griechen mit "Ja" stimmen, wolle Tsipras Konsequenzen ziehen und deutete seinen Rücktritt an. Am Montagabend sagte er im Athener Staatsfernsehen:

"Dann bin ich nicht für alle Zeiten Ministerpräsident".

Für ihn sei das Ziel der Volksabstimmung jedoch die Fortsetzung der Verhandlungen. Werde am kommenden Sonntag indes für den Spar- und Reformkurs der internationalen Geldgeber gestimmt, werde man dies respektieren. "Aber wir werden die Pläne nicht umsetzen", sagte Tsipras.

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