Stand: 13.10.2017 von © Gold.de Redaktion EH/GW 0 Kommentare

Der Goldpreis ist in die Nähe des Zwei-Wochen-Hochs geklettert. Allerdings hat er weiterhin etwas Gegenwind. Die künftige Kursentwicklung könnte daher einmal mehr von US-Präsident Donald Trump abhängen.

Der Goldpreis ist auf Erholungskurs: Für Rückenwind sorgte zuletzt die Mitschrift der Sitzung der US-Notenbank (Fed). So haben viele Fed-Mitglieder die Sorge geäußert, dass die Inflation nicht nur vorübergehend niedrig sein könnte.

Dennoch haben die Notenbanker erneut bekräftigt, dass sie ihren Zinserhöhungskurs fortsetzen wollen, in diesem Jahr also ein weiteres Mal die Zinsen anheben möchten und im nächsten Jahr drei Mal.

Trotzdem haben nach der Veröffentlichung des Protokolls der Dollarkurs und die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen den Rückwärtsgang eingelegt, weil sich Investoren auf die Aussagen zur Inflation fokussiert haben.

Im Gegenzug bekommt die Goldpreisentwicklung allmählich Auftrieb.

US-Notenbank will etwas Luft aus dem Aktienmarkt herauslassen

In den Tagen davor hatte nicht zuletzt die Sorge vor einer weiteren US-Zinserhöhung den Goldpreis belastet. So war zwischenzeitlich die Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung bei der Sitzung am 13. Dezember gemessen an den Fed Funds Futures, also Derivaten auf die US-Leitzinsen, bis auf knapp 90 Prozent gestiegen, ehe sie zuletzt auf knapp über 80 Prozent gesunken ist.

Ich bleibe weiterhin der festen Überzeugung, dass die Fed die Zinsen im Dezember anheben dürfte.

Die Notenbanker haben dafür einen einzigen Grund: Sie wollen etwas Luft aus der gigantischen Blase am US-Aktienmarkt herauslassen, ist der S&P500 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18 doch höher bewertet als selten zuvor.

Der langfristige Schnitt lag bei elf bis zwölf, weil das dem langfristigen Gewinnwachstum der Unternehmen aus dem Index entsprach. Die Notenbanken sind also keineswegs „datenabhängig“, wie Fed-Chefin Janet Yellen und ihre Kollegen andauernd behaupten.

Wen ernennt Trump zu Yellens Nachfolger?

Umso gespannter warten Investoren, wen Trump als Yellens Nachfolger vorschlagen wird. Zuletzt gab es einmal mehr einen Medienbericht, demnach Finanzminister Steven Mnuchin US-Präsident Donald Trump dazu dränge, Fed-Mitglied Jerome Powell vorzuschlagen.

Mnuchin kenne Powell gut, weshalb Mnuchin davon ausgeht, dass er Powell beeinflussen könne. Bei den US - Staatsschulden, die zuletzt auf den Rekord von 20,4 Billionen Dollar nach oben geschossen sind - das sind herbe 106 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung - kann die Ansage an Yellens Nachfolger, wer immer das auch sein mag, nur wie folgt lauten:

„Schlag dir den Gedanken über weitere Zinserhöhungen aus dem Kopf.“

Immerhin sind die Schulden zuletzt um rund 900 Mrd. Dollar pro Jahr gestiegen. Falls es Trump gelingen sollte, eine Steuerreform durch den Kongress zu bringen, - was zuletzt deutlich weniger wahrscheinlich geworden ist, nachdem sich der Streit mit etlichen republikanischen Abgeordneten zugespitzt hat -, dürften die Schulden um 1,5 Billionen Dollar oder noch mehr pro Jahr steigen.

USA Inflationsrate Stand August 2017

Da sind weitere Zinserhöhungen das Allerletzte, das Trump gebrauchen kann. Trump hat wiederholt klar gemacht, dass er auf einen schwachen Dollar und niedrige Zinsen setzt. Genau dieses Anforderungsprofil muss der nächste Chef der US-Notenbank erfüllen, und sonst gar nichts.

Anleger sollten den Dollar und die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen weiter genau im Auge behalten. Von ihrer Entwicklung hängt ab, ob sich die Erholung des Goldpreises fortsetzt. Gleichzeitig gilt es zu beobachten, wen Trump in den nächsten Wochen als Yellens Nachfolger nominieren wird.

Kommentar zum Artikel schreiben
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen

Copyright © 2009-2017 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr. Sie betrachten die Seite: Gold.de - Gold und Silber kaufen im Preisvergleich

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany