Stand: 31.12.2016  0 Kommentare

Ein Stausee im Norden von Peru hat seit seinem Bestehen große Mengen Gold angesammelt. Offiziellen Angaben zufolge sollen es bis zu 580 Tonnen sein. Jetzt setzt sich der Präsident des Landes höchstpersönlich dafür ein, dass dieses Gold gehoben wird.

Der Präsident von Peru, Pedro Pablo Kuczynski, ist ein gebildeter Mann. Als er vergangenen November im Rahmen des Apec-Gipfels in der peruanischen Hauptstadt Lima auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin trifft, schlägt er vor, sich doch auf Deutsch zu verständigen - der einzigen gemeinsamen Sprache der beiden Staatschefs. Doch der erst vor sechs Monaten ins Amt gewählte Kuczynski ist auch ein Mann, der offenbar über den Tellerrand vieler seiner Landsleute hinaus zu blicken vermag.

Denn jetzt hat er vorgeschlagen, was kaum einem anderen vor ihm in den Sinn gekommen wäre. Das 78-jährige Staatsoberhaupt fordert, den größten Stausee des Landes komplett auszubaggern. Der Grund: In den Sedimenten des Gewässers sollen sich im Verlauf der letzten 40 Jahre gro0e Mengen Gold angesammelt haben. Laut Kuczynski könnten es bis zu 580 Tonnen sein.

Stausee hat mehr Gold als die größte Goldmine von Südamerika

Der Poechos-Stausee im Norden von Peru müsse ausgebaggert werden, sagte der peruanische Präsident am vergangenen Montag (26.12.16) in einem von der peruanischen Tageszeitung "Gestion" aufgezeichneten Interview, auf das sich unter anderem auch ein gleichlautender Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bezieht.

Demnach sei er, Kuczynski, überzeugt, dass der betreffende Stausee mittlerweile "viel mehr Gold" enthalte als der Yanacocha Goldminen Komplex in den peruanischen Anden. Yanacocha ist die größte reguläre Goldmine von ganz Südamerika. Im Jahr 2015 belegte sie zudem den sechsten Platz unter den zehn größten Goldminen der Welt.

Präsident: "Die einzige erneuerbare Goldmine der Welt"

Präsident Kuczynski, der in der peruanischen Medien und der dortigen Öffentlichkeit meist nur mit seinen Initialen PPK bezeichnet wird, geht davon aus, dass die abgelagerten Sedimente im Poechos-Stausee im Durchschnitt ein Gramm Gold pro Kubikmeter Sediment enthalten könnten. Insgesamt hätten sich seit Bestehen der Talsperre rund 580 Millionen Kubikmeter an Sedimenten in dem Stausee angesammelt, so Kuczynski.

Über einen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren könne man diese Sedimente komplett ausbaggern und das darin enthaltene Gold gewinnen. Im Anschluss solle man den Stausee wieder 20 Jahre lang ruhen lassen, damit sich abermals große Mengen Gold absetzen könnten. Es handle sich um ein "wiederholbares Verfahren", das den Stausee in "die einzige erneuerbare Goldmine der Welt" verwandeln würde, sagte das ehemalige Vorstandsmitglied zahlreicher Bergbauunternehmen.

Trinkwasser für mehrere Provinzen

Laut Reuters wurden die Aussagen Kuczynskis auf Anfrage bereits vom peruanischen Präsidentenamt bestätigt. Örtliche Politiker und Experten.reagierten auf den Vorstoß verhalten. Der Gouverneur der nordwestlichen Region Piura, in der sich der Stausee befindet, sagte, man müsse den Vorschlag des Präsidenten "sorgfältig prüfen".

Er warnte jedoch zugleich, dass der Stausee Trinkwasser für mehrere Provinzen bereitstelle und mehr als 100.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen bewässere. Der Vorsitzende des peruanischen Bergbauverbandes hingegen betonte, er sei sich keiner "systematischen Bohrungen und Probenentnahmen" aus dem Stausee bewusst.

Stausee wird mit Flussgold aus den Anden gefüllt

Allerdings ist schon seit langem klar, dass der in den Anden entspringende Rio Chira, der den Stausee speist, große Mengen Flussgold,mit sich führt. Und dieses Flussgold wird offenbar mitsamt beträchtlicher Mengen an Sedimenten von der Talsperre gebremst - und zwar so sehr, dass der Stausee seine Funktion als Wasserspeicher über die Jahre merklich eingebüßt hat.

Um dessen Kapazität wieder herzustellen, fordern örtliche Bauernverbände deshalb bereits seit einiger Zeit eine Erhöhung der bestehenden Uferbefestigungen. Insofern ließen sich mit der Forderung des Präsidenten, die Sedimente auszubaggern, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Der Norden von Peru hätte dann seinen Staudamm wieder, und obendrein noch eine Menge Gold.

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