Stand: 01.04.2016  0 Kommentare

Für 19 Tage hatten indische Juweliere die Arbeit niedergelegt, um damit gegen eine neue Goldsteuer zu protestieren. Am 20 März 2016 erklärte die Gems and Jewellery Federation (eine Dachorganisation für lokale Zusammenschlüsse der Juweliere), den Ausstand dann für beendet - offenbar aber nicht mit durchschlagendem Erfolg.

Der ewige Kampf der indischen Regierung gegen Gold

Als der indische Finanzminister Arun Jaitle am Montag, dem 29. Februar 2016 mit dem neuen indischen Haushalt auch die Wiedereinführung einer Umsatzsteuer für Gold und Goldschmuck in Höhe von einem Prozent ankündigte, war der Frust der indischen Juweliere verständlicherweise groß. Die ungeliebte Steuer war 2012 schon einmal in Kraft, wurde dann aber nach einem erbitterten Streik der Juweliere wieder zurückgenommen. Stattdessen folgten 2013 eine Anhebung der Importsteuer für Gold in mehreren Schritten auf den heutigen Höchststand von 10 Prozent.

Darüber hinaus wurden zeitweise verbindliche Quoten für den Reexport festgesetzt. Der Kampf gegen Goldimporte ist ein Dauerprojekt der indischen Politik, das jede neuen Regierung entschlossen, langfristig aber erfolglos angeht. Grund für die Anti-Gold-Haltung ist die anhaltende Sorge um die indische Leistungsbilanz. Gold ist nach Öl der zweitwichtigste Importartikel und damit eine der Hautursachen für chronische Defizite.

Droht nun ein unbefristeter Streik der Juweliere?

Die indischen Goldimporte im Februar 2016 waren allerdings mit einem Gesamtwert von1,39 Milliarden Dollar gegenüber 1, 98 Milliarden Dollar im Vorjahresmonat alles andere als überwältigend. Das Leistungsbilanz defizit reduzierte sich von 6,54 Milliarden Dollar gegenüber 6,74 Milliarden Dollar vor einem Jahr, was aber eher auf den niedrigen Ölpreis als auf den Rückgang der Goldimporte zurückzuführen sein dürfte.

Die Verbraucher hielte sich im Februar mit Käufen von Goldschmuck in der Hoffnung zurück, die Regierung könnte die Importsteuer senken. Als dies nicht geschah und sogar zusätzlich stattdessen die Wiedereinführung der alten Goldsteuer von 2012 bekanntgegeben wurde, beschloss die Gems and Jewellery Federation (GJF), mit demselben probaten Mittel wie 2012 gegen dagegen vorzugehen: dem Streik. Nach 19 Tagen erklärte die Dachorganisation der lokalen Juwelierverbände den Ausstand zunächst für beendet. Die Regierung hatte den Schmuckherstellern zugesichert, es werde keine unerwarteten "Belästigungen" durch Inspektionen geben.

Mit der Entscheidung der GFJ erklärten sich aber auf lokaler Ebene nicht alle zugehörigen Organisationen einverstanden, wie The Times of India am 22. März berichtete. 70 Prozent der lokalen Verbände sollen wieder in den Streik getreten sein, der zunächst zwischen vier Tagen und einer Woche andauern soll. Es bestehe aber durchaus die Möglichkeit, dass aus dem befristeten ein unbefristeter Streik würde, sofern die Steuer nicht vollständig zurückgenommen wird.

Indische Goldnachfrage im internationalen Vergleich

Land Goldnachfrage* 2015 in Tonnen
China* 984,5 t
Indien 848,9 t
USA 192,8 t
Deutschland 123,8 t
Thailand 90,2 t
Saudi-Arabien 84,5 t
Türkei 72,1 t
Iran 70,9 t
Indonesien 59,0 t
Vereinigte Arabische Emirate 58,4 t

*enthält Nachfrage nach Goldmünzen, Goldbarren und Goldschmuck

Im internationalen Vergleich liegen die indischen sowie die chinesischen Goldimporte weit vor den Einfuhren aller anderen Länder. China erwirtschaftet anders als Indien aber konstant Leistungsbilanzüberschüsse und verfolgt eine Pro-Gold-Politik, die sich sowohl in stetigen Zukäufen der Zentralbank zum Zweck der Diversifikation als auch durch die Empfehlung für Gold als Geldanlage für die Bevölkerung ausdrückt.

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