Stand: 13.11.2013  0 Kommentare

Malca-Amit Global Ltd, ein weltweit operierendes Unternehmen, das Hochsicherheitslösungen für die Lagerung von Gold und anderen wertvollen Gütern wie Diamanten und Kunst anbietet, hat in einer neuen Freihandelszone in Shanghai, China, den größten Goldtresor des Landes eröffnet. Bis zu 2.000 Tonnen des gelben Edelmetalls mit einem aktuellen Marktwert von mehr als 80 Milliarden Dollar können hier verwahrt werden, berichtete Bloomberg am 11. November 2013.

Ein neuer Platz für Gold aus dem Westen

Der riesige neue Goldtresor in Shanghai ist ein sichtbares, von außen allerdings eher bescheiden und unscheinbar wirkendes Symbol für Chinas gewachsene Bedeutung im Goldhandel. Das Land importiert seit Monaten konstant über 100 Tonnen Gold und wird im Gesamtjahr 2013 aller Voraussicht nach mehr als 1.000 Tonnen des Edelmetalls einführen und damit Indien als weltgroßen Goldimporteur ablösen.

Die Bedeutung dieser Zahlen werden beim Blick auf den Ort deutlich, der neben London als wichtigstes Zentrum des Goldhandels gilt: New York. In den Lagerhäusern der Futures-Börse COMEX ruht derzeit die überschaubare Menge von ca. 222 Tonnen Gold. Das entspricht etwa einem Neuntel des Goldes, das der neue Tresor in Shanghai fassen kann. Von diesen ca. 222 Tonnen gehören über 90 % zur Kategorie Eligible Stocks (grundsätzlich an der COMEX handelsfähig) und unter 10 % zur den Registered Stocks, die tatsächlich für die physische Auslieferung zur Erfüllung von Futures zu Verfügung stehen. Mit 19,87 Tonnen Gold fiel der Bestand an Registered Stocks nun erstmals unter die Grenze von 20 Tonnen.

Die Registered Stocks zugrunde gelegt, kommen auf jede Feinunze Gold über 50 Besitzansprüche vom Futures Markt, die allerdings nur in einer kleinen Minderheit der Fälle auch physisch eingefordert werden. Zugleich verlässt das echte Gold zunehmend die Vereinigten Staaten und ebenso Europa in Richtung der aufnahmebereiten asiatischen Märkte. Seit Ende 2012 sind die Registered Stocks an der COMEX um über 72 % zurückgegangen.

Eine marktwirtschaftliche Insel in Shanghai

Mit der Ende September dieses Jahres eingerichtete Freihandelszone in Shanghai, die gerade einmal ein Gebiet von 0,44 % der Stadtfläche umfasst, hat Malca-Amit Global Ltd einen Standort gewählt, in dem die chinesische Führung unter Xi Jinping geplante Reformen im überschaubaren Rahmen testen will. Diese experimentelle Vorgehensweise hat eine lange Tradition in China und begann mit der Einrichtung der ersten Sonderwirtschaftszonen ab 1980 unter Deng Xiaoping.

In der Freihandelszone in Shanghai gelten nun marktwirtschaftlichere Regeln als im Rest der Volksrepublik. So kann die Landeswährung Renminbi hier frei gegen andere Währungen getauscht werden, ausländische Direktinvestitionen unterliegen weniger strengen Reglementierungen und die Zinsen werden vom Markt bestimmt, statt von der Regierung festgesetzt. Da Gold, dass aus dem Ausland hierher gelangt, formal nicht als Import nach China gilt und nicht den geltenden Importbestimmungen unterliegt, ist die Freihandelszone aus Sicht von Malca-Amit Global ein sehr gut geeigneter Standort für den neuen Tresor. Darüber hinaus befindet sich mit der Shanghai Gold Exchange die größte Warenterminbörse für Edelmetalle des Landes in unmittelbarer Nähe.

Eine willkommene Einrichtung für internationale Banken

Die neue Lagerstätte kann nach Einschätzung von Malca-Amit Global einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den chinesischen Goldmarkt weiter in den internationalen Goldhandel zu integrieren. "Der Tresor ist als Umschlagplatz für Gold optimal", sagt Joshua Rotbart, der bei dem Logistikunternehmen den Bereich Edelmetalle leitet. "Internationale und chinesische Banken, die ihr Gold hier lagern, können vor Ort miteinander handeln und so Zeit und Kosten sparen. Wir erwarten eine enorme Nachfrage von internationalen Banken."

Philip Klapwijk von Precious Metals Insights Ltd in Hong Kong sieht in dem Tresor vor allem ein "Vertrauensvotum für den chinesischen Goldmarkt". Der Nachfragtrend ist hier eindeutig sehr stark positiv. Nach Einschätzung der Großbank HSBC entfallen rund 60 % der weltweiten Nachfrage nach Goldbarren, Goldmünzen und Goldschmuck auf China, Indien, Vietnam und Indonesien. 2004 hatte der Anteil dieser Länder zusammengenommen noch bei 35 % gelegen.

Shanghai, so scheint es, ist nun bestens gerüstet, das immer weniger werdende Gold aus den COMEX-Lagerhäusern und den massiven ETF-Abflüssen aufzunehmen und damit neben Hong Kong und Singapur die dritte Stadt mit bedeutenden und sicheren Lagerkapazitäten für Gold in und um China.

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