Stand: 27.09.2017 von Egmond Haidt 1 Kommentare

Der Kursrückgang des Goldpreises hat sich beschleunigt. Dafür sind vor allem die Meldungen aus den USA verantwortlich. Die Stimmung der Investoren hat sich deutlich verschlechtert.

Die jüngste Sitzung der US-Notenbank hat dem Goldpreis einen kräftigen Tiefschlag verpasst. Zwar hat die Fed wie erwartet angekündigt, dass die 4,5 Billionen Dollar schwere Bilanzsumme ab Oktober durch den Verkauf von Staats- und Hypothekenanleihen allmählich abgebaut werden soll. Überrascht hat Investoren hingegen, dass die US-Notenbank trotz der schwachen Konjunkturdaten daran festhält, die Leitzinsen im Laufe des Jahres noch ein weiteres Mal anzuheben. So sprachen sich bei der jüngsten Fed-Sitzung zwölf der 16 stimmberechtigten Mitglieder für eine weitere Erhöhung im Jahr 2017 aus, gegenüber lediglich acht im Juni. Damit scheint eine Anpassung bei der Sitzung am 13. Dezember beschlossene Sache zu sein.

Dollar und US-Zinsen steigen

Wegen dieser Aussicht ist der Dollar kräftig gestiegen, während die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen auf das höchste Niveau seit Mitte August gestiegen sind, zumal die Fed drei Zinserhöhungen für 2018 signalisiert hat. Gleichzeitig notieren der US- und der weltweite Aktienmarkt am Rekordhoch. In diesem Umfeld hat der Goldpreis gleich aus mehreren Seiten Gegenwind und ist daher entsprechend unter Druck. Sollten der Dollar und die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen weiter zulegen, dürfte sich die Korrektur beim Goldpreis kurzfristig ausweiten. Vielen Investoren dämmert allmählich, dass die Fed hauptsächlich einen Grund für die Verschärfung der Geldpolitik haben dürfte: die Fed möchte etwas Luft aus dem Aktienmarkt herauslassen. Das können Sie in dem Beitrag „Gold: US-Notenbank setzt Zinserhöhung fort“ nachlesen.

Fed steckt in der Bredouille

Das Problem ist aber, dass die Fed mit einer so langsamen Verschärfung der Geldpolitik die Luft nicht herauslässt, sondern die Blase am Aktienmarkt weiter aufpumpt. Denn die Investoren deuten einen Anstieg der Zinsen für zehnjährige US-Anleihen als ein Signal für eine Beschleunigung des Wachstums der US-Wirtschaft und greifen daher weiterhin zu Aktien, weshalb der S&P500 von einem Rekord zum nächsten läuft. Um der Party ein Ende zu bereiten, müsste die Fed die Geldpolitik drastisch verschärfen. Da die Fed aber nicht für einen Crash am Aktienmarkt verantwortlich gemacht werden möchte, geht sie so behutsam vor.

Hoffnung auf Trumps Steuerreform

Vor der Fed-Sitzung hatten vor allem die Maßnahmen von Donald Trump den Goldpreis belastet. Er hat sich am 6. September völlig überraschend mit den oppositionellen Demokraten geeinigt, die Schuldenobergrenze bis zum 8. Dezember auszusetzen. Daher steigt bei Investoren die Erwartung deutlich, dass Trump bis zum Jahresende eine Steuerreform durch den Kongress bringen könnte. Damit soll die Wirtschaft angekurbelt werden. Wegen dieser Aussicht sind seit damals der Dollar und die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen merklich gestiegen, womit der Druck auf den Goldpreis begonnen hatte. Etliche Mitglieder der Trump-Regierung haben zuletzt angekündigt, dass sie in der Woche, die am 25. September beginnt, die Pläne für eine Steuerreform vorlegen möchten. Investoren werden sich die Details ganz genau anschauen. Je nachdem wie sie ausfallen, könnten sich der Anstieg des Dollar und der US-Zinsen beschleunigen, womit sich die Korrektur beim Goldpreis kurzfristig ausweiten würde.

Die Stimmung vieler Investoren für den Goldpreis hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Sie werden sich erst einmal die Details von Trumps Steuerreform genau anschauen. Bleibt allerdings die Frage, wie lange Trump zuschauen wird, wenn der Dollar und die Zinsen weiter steigen sollten. Trump hat wiederholt klar gemacht, dass er möchte, dass der Dollar schwach ist und die Zinsen niedrig bleiben. Immerhin könnten durch eine Steuerreform die Staatsschulden statt wie derzeit um 900 Mrd. Dollar künftig um 1,5 Billionen Dollar und mehr pro Jahr steigen.

Trump und Fed lassen den Goldpreis taumeln
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [1]
  • von Graf von Henneberg | 28.09.2017, 17:22 Antworten

    Jaja, der Trumpinger will die Geld - Druckmaschine schneller laufen lassen. Oh weh - Leute kauft Gold - der Finanzkollaps in den USA wird die halbe Welt in die Krise zwingen. Der Herr Trump ist nicht in der Lage das aufzuhalten.

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