Stand: 28.02.2017 von Egmond Haidt 1 Kommentare

Nachdem der Goldpreis nach dem überraschenden Wahlsieg von Donald Trump anfangs kräftig unter Druck war, ist die Notierung des Edelmetalls nun kräftig auf dem Weg nach oben. Sie nähert sich rapide dem Niveau von vor Trump’s Wahlsieg. Der Aufwärtstrend dürfte anhalten.

Zunehmenden Grund zur Freude haben Gold-Fans: Der Goldpreis hat die vergangenen Woche mit kräftigen Gewinnen abgeschlossen. Damit hat der Goldpreis die achte der vergangenen neun Wochen mit einem Plus abgeschlossen. Für Rückenwind sorgen vor allem die Aussagen von US-Finanzminister Steven Mnuchin. Nachdem US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Wochen Investoren mit der Ankündigung eines „phänomenalen“ Steuergesetzes wiederholt euphorisiert hatte, hat Mnuchin nun in mehreren Fernsehinterviews angedeutet, dass die Steuersenkungen deutlich kleiner ausfallen könnten als erwartet und erst im August vom Kongress verabschiedet werden könnten. Damit hätten sie nur einen sehr begrenzten Einfluss auf die Wirtschaft im Jahr 2017, weshalb das Wirtschaftswachstum deutlich schwächer ausfallen dürfte, als viele Investoren bislang erwartet hatten. Diese Aussicht drückt den Dollar gegenüber dem Yen nach unten, wodurch der Goldpreis beflügelt wird.

Sinkender Dollar und sinkende Zinsen beflügeln den Goldpreis

Zudem machen sich Investoren Sorgen, dass das geplante Infrastrukturprogramm wegen etlicher anderer Gesetzesänderungen, wie zur Steuerreform, zur Gesundheitsreform oder zum Haushalt, möglicherweise erst 2018 in Kraft treten könnte. Das würde das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr zusätzlich bremsen. Die abnehmende Trump-Euphorie führt dazu, dass der Dollar sinkt, während die Zinsen deutlich den Rückwärtsgang einlegen. So sind die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen auf 2,33 Prozent zurückgegangen.

Damit hat der Goldpreis gleich von zwei Seiten Rückenwind: von dem sinkenden Dollar und den sinkenden US-Zinsen. Selbst die Tatsache, dass der US-Aktienmarkt von Rekord zu Rekord eilt, konnte den Goldpreis nicht bremsen - eine sehr bemerkenswerte Entwicklung.

Goldpreisentwicklung von September 2016 - Februar 2017

Quelle: www.gold.de/kurse/goldpreis/entwicklung

Sinken die US-Zinsen weiter?

Umso genauer werden sich Investoren in der laufenden Woche die US-Konjunkturdaten anschauen, wie die Aufträge langlebiger Gebrauchsgüter, oder die persönlichen Einkommen und Ausgaben der US-Verbraucher. Während diese harten Konjunkturdaten zuletzt deutlich geschwächelt hatten, hatte die Euphorie bei Verbrauchern und Investoren dazu geführt, dass weiche Konjunkturdaten, wie die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie oder den Dienstleistungssektor, deutlich gestiegen sind.

Da den Vorständen der Unternehmen aber rapide dämmern dürfte, dass das US-Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr deutlich schwächer ausfallen könnte als bislang erwartet, dürfte das künftig die weichen Konjunkturdaten belasten und damit den Dollar gegenüber dem Yen weiter nach unten drücken, während die US-Zinsen im Rückwärtsgang bleiben dürften. Zuletzt hat der Anleihen-„König“ Jeff Gundlach gewarnt, dass die Zinsen für zehnjährige Anleihen unter 2,25 Prozent sinken könnten. In dem Umfeld dürfte sich der Aufwärtstrend beim Goldpreis beschleunigen.

Gold-Fans sollten weiterhin den Dollar genau im Auge behalten. Sollte er im Rückwärtsgang bleiben, - zumal Trump versuchen dürfte, den Dollar weiter nach unten zu reden -, während die US-Zinsen weiter sinken, sollte der Goldpreis zusehends nach oben tendieren. Zumal wenn er die wichtige 200-Tage-Linie bei rund 1.265 Dollar je Unze nach oben durchbrechen sollte, womit sich das charttechnische Bild weiter aufhellt.

Trumps Steuerreform - positiv für Goldpreis?
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [1]
  • von Goldmann | 28.02.2017, 17:05 Antworten

    Ich halte nichts von Tageslinien .
    Wenn es knallt schießt es vertikal.
    Das 17er Jahr kann es schaffen.
    Das Maß ist voll und schlägt in eine Neue
    Qallität.
    Das aussetzen der Golddeckung war ja nur vorübergehend.

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