Stand: 03.01.2015  1 Kommentare

Rund zehn Mal mehr Gold lagert in der Türkei unter heimischen Matratzen als das Land an offiziellen Goldreserven vorweisen kann. Und die Goldimporte an den Bosporus nehmen rasant zu. 

Türken lieben Gold. Und das am liebsten, wenn es außerhalb des Bankensystems gehalten wird. Mehr als 5000 Tonnen Gold mit einem derzeitigen Gegenwert von nahezu 200 Milliarden Dollar lagern Medienberichten zufolge unter türkischen Matratzen oder Kopfkissen. Das sind rund zehn Mal mehr als die türkische Zentralbank an Goldreserven aufweisen kann.

Gold außerhalb des Bankensystems gehortet

Türken sind, nach den Chinesen und Indern, die drittgrößten Goldkonsumenten weltweit. Um die stark wachsende Nachfrage zu befriedigen, sind laut einem Bericht von Hurriyet Daily im Jahr 2013 die Goldimporte in das Land am Bosporus um 150 Prozent auf einen Rekordwert von mehr als 300 Tonnen in die Höhe geschnellt. Das meiste davon wird von Privatanlegern gekauft und in heimischen Verstecken außerhalb des Bankensystems gehortet 

Privates Gold für die türkische Wirtschaft

Doch dabei handelt es sich nicht nur um eine beliebte und tradtionelle Vorgehensweise zur sicheren Geldanlage, sondern neuerlich auch um einen Umstand, der die türkische Regierung auf den Plan gerufen hat. Die nämlich will jetzt die landesweit unter Matratzen schlummernden Goldbestände aus den Haushalten heraus- und in die türkische Wirtschaft hineinführen. Ein Sprecher der Istanbul Gold Refinery sagte demnach laut Bericht:

"Würden nur zehn Prozent dieser privaten Ersparnisse in die türkische Wirtschaft zurückgeführt, käme eine Finanzspritze von rund 20 Milliarden Dollar zusammen".

Gold unter Matratzen wird monetarisiert

Um die Sammelwut der Türken etwas zu bremsen und die Monetarisierung des türkischen Privatgoldes voranzubringen, führen türkische Banken neuerdings so genannte "Goldtage" durch. Dabei können Bankkunden ihre Goldmünzen, Goldbarren oder ihren Goldschmuck von Experten der Banken schätzen lassen und auch gleich ein Goldkonto eröffnen. Nicht ganz ohne Erfolg, wie die Statistiken zeigen: Im Jahr 2013 sind die privaten Goldeinlagen bei Banken auf 205 Tonnen angestiegen, gegenüber 34 Tonnen Im Jahr 2010. Und die Anzahl der Goldkonten bei türkischen Banken hat sich seit 2010 mehr als verfünffacht. Demnach haben rund 2,2 Millionen Türken ihr Gold von unter der Matratze ins Bankensystem geleitet. 

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Kommentare [1]
  • von adi | 08.01.2015, 09:23 Antworten

    ich kenne kein land das seine schulden zurückbezahlt hat.
    warum sollte es Griechenland tun.

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