| GOLD | 4.705,57 $/oz | 4.017,70 €/oz | 129,17 €/g | 129.172 €/kg |
| SILBER | 87,22 $/oz | 74,47 €/oz | 2,39 €/g | 2.394,27 €/kg |
Die Union Bancaire Privée (UBP) ist eine der größten unabhängigen Privatbanken der Schweiz mit Hauptsitz in Genf. Das Institut wurde 1969 von Edgar de Picciotto gegründet und befindet sich bis heute in Familienbesitz. UBP ist auf Wealth Management und Asset Management für vermögende Privatkunden sowie institutionelle Investoren spezialisiert. Das Kerngeschäft umfasst individuelle Anlagelösungen, alternative Investments und Portfolioverwaltung.
Derzeit baut das Institut Goldpositionen in diskretionären Kundenportfolios (Vermögensverwalter entscheidet) schrittweise wieder auf, nachdem die Gewichtung zuvor von rund 10 auf 3 Prozent gesenkt wurde. Seit Beginn des Krieges ist der Goldpreis gefallen, da Sorgen über steigende Zinsen und ein Liquiditätsengpass Investoren dazu veranlassten, Positionen zur Deckung von Verlusten in anderen Anlageklassen zu verkaufen.
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg erklärt Paras Gupta, Leiter des diskretionären Portfoliomanagements in Asien, dass man erste Schritte zum Wiederaufbau der Goldposition unternommen habe und die Bestände institutioneller und privater Anleger nun „relativ ausgewogen“ seien. Die Bank verwaltete Ende 2025 Kundengelder in Höhe von rund 184,5 Milliarden Schweizer Franken (233 Milliarden US-Dollar).
Besonders interessant: UBP plant, die Goldquote weiter zu erhöhen. Aktuell liegt sie bei den diskretionären Portfolios wieder bei etwa 6 Prozent, hauptsächlich über goldgedeckte ETFs. Gupta sieht den Goldpreis zum Jahresende bei 6.000 Dollar, da strukturelle Nachfragefaktoren wie Käufe von Zentralbanken, Sorgen über Staatsdefizite und geopolitische Spannungen bestehen bleiben. Laut Gupta sei das Inflationsrisiko kurzfristig stärker in den Vordergrund getreten. Kurzfristig könne dies den Goldpreis zwar belasten, allerdings deute der makroökonomische Ausblick nicht auf eine Rezession hin.
Die Einschätzung von UBP deckt sich mit der vieler Investmentbanken, die trotz der diesjährigen Schwächephase weiterhin positiv für Gold gestimmt sind. So erwarten unter anderem die australische ANZ Banking Group und die US-Investmentbank Goldman Sachs bei der globalen Krisenwährung weiterhin steigende Preise – und dies, obwohl das gelbe Edelmetall sein Niveau von Anfang 2015 weiterhin um ungefähr 80 Prozent übertrifft.
Am Montag fiel der Goldpreis zurück, nachdem Gespräche zwischen den USA und dem Iran ohne Ergebnis endeten und die USA eine Blockade der Straße von Hormus ankündigten. Seit Kriegsbeginn hat Gold etwa ein Zehntel an Wert verloren, da Anleger verstärkt Inflationsrisiken durch steigende Energiepreise einkalkulieren. Zuletzt haben Investoren bei Kursrückgängen aber wieder zugegriffen und so einen Teil der Verluste ausgeglichen. Laut Daten von Bloomberg stiegen die Bestände in Gold-ETFs im April um rund 20 Tonnen, nachdem es im März zu den größten monatlichen Abflüssen seit fünf Jahren gekommen war (siehe Chart).
ETF-Sektor: Massive Goldabflüsse im März
Quelle: World Gold Council
Die zunehmenden Inflationssorgen liefern dem Goldpreis derzeit absolut keinen Rückenwind. Diese haben nämlich dazu geführt, dass in den USA Zinssenkungen noch in diesem Jahr mittlerweile relativ unwahrscheinlich geworden sind. So zeigt das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group eine Wahrscheinlichkeit von lediglich 13 Prozent an, dass wir bis Ende des Jahres niedrigere Leitzinsen als heute sehen werden. Je länger der Iran-Krieg dauert und je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto höher die Gefahr von Zinserhöhungen. Von der „Preisfront“ stehen in Kürze wichtige Daten zu den US-Produzentenpreisen (Dienstag) sowie den Im- und Exportpreisen (Mittwoch) zur Bekanntgabe an.
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
Außerdem dürften sich die Marktakteure für die Statements diverser Fed- und EZB-Notenbanker stark interessieren. Sollten diese vor allem die derzeitige Inflationsgefahr thematisieren, könnte dies den Goldpreis bremsen. Angesichts der Tatsache, dass im März unter großen wie kleinen Terminspekulanten der Optimismus – ablesbar an deren stark rückläufigen Netto-Long-Positionen – regelrecht eingebrochen ist, kann man die Reaktion des Goldpreises fast schon als „relative Stärke“ bezeichnen.