Stand: 05.03.2015  1 Kommentare

Die Zentralbank der Ukraine hat den Leitzins des Landes auf 30 Prozent angehoben. Das ist der höchste Wert seit mindestens 15 Jahren.

Wie die Zentralbank der Ukraine am Dienstag (02.03.15) mitteilte, wird der Leitzinssatz des Landes mit Wirkung vom heutigen Mittwoch (03.03.15) auf 30 Prozent angehoben. Das ist bereits die zweite Erhöhung in diesem Jahr, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.

Leitzins bei 30 Prozent soll "explodierende Inflation" bekämpfen

Erst Anfang Februar war der Leitzins bereits auf 19,5 Prozent angehoben worden. Mit nunmehr 30 Prozent wurde jetzt der höchste Wert seit 15 Jahren erreicht, hieß es.

Ziel der Maßnahme sei die Bekämpfung der explodierenden Inflation, sagte die Präsidentin der Nationalbank der Ukraine, Valeria Gontareva, in einer eigens dafür einberufenen Pressekonferenz. Sie hoffe, die Landeswährung Griwna könne durch die Maßnahme gestützt werden und sich bald wieder auf das Niveau von 20 bis 22 gegenüber dem Dollar einpendeln.

Stabilisierung der Landeswährung der Ukraine scheitert

In den vergangenen Monaten hat die Zentralbank der Ukraine mehrfach versucht, die Landeswährung Griwna per fixem Wechselkurs an den Dollar zu binden und somit zu stabilisieren. Dies scheiterte jedoch wiederholt, da es dem Land an Devisen und einer steuerzahlenden Wirtschaft mangelt. Experten gehen davon aus, das bis zu 50 Prozent der Wirtschaft des Landes auf dem Schwarzmarkt operiert.

Griwna wertet massiv ab

Derzeit wird die Griwna mit 27,5 gegenüber dem Dollar gehandelt, was zwar einer leichten Verbesserung gegenüber dem Tiefstand bei 33,5 gegenüber dem Dollar entspricht, wie die Washington Post meldet. Dennoch habe die Landeswährung der Ukraine allein im vergangenen Jahr um 70 Prozent abgewertet. Noch im Jahr 2013, also vor der Revolution in Kiew und dem darauf folgenden Krieg mit Russland, wurde die Griwna mit acht gegenüber dem Dollar gehandelt.

Ukraine an der Schwelle zur Hyperinflation

Offiziellen Angaben der Zentralbank zufolge steht die jährliche Inflationsrate derzeit bei 28,5 Prozent. Doch laut Washington Post, die sich wiederum auf das CATO Institut beruft, befindet sich die Ukraine auf dem besten Weg in eine Hyperinflation. Demnach betrage die jährliche inoffizielle Inflationsrate derzeit 272 Prozent, und sie gewinne monatlich mit 64,5 Prozent an Fahrt. Diese Rate überschreite die monatliche Schwelle von 50 Prozent, die per Definition nötig seien, um sich für eine Hyperinflation zu "qualifizieren".  

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Kommentare [1]
  • von weiter.denken | 05.03.2015, 20:30 Antworten

    Wird nicht viel bringen. Wenn wegen zurückgehender Produktion (aufgrund des Bürgerkriegs) und der geringeren Einfuhr (aufgrund mangelnder Devisen) das Angebot an Waren deutlich zurückgeht, steigen selbst bei kontanter Geldmenge die Preise. Und vermutlich wird zusätzlich Geld gedruckt, um den Konflikt zu finanzieren.
    Die Ersparnisse sind auf alle Fälle Essig.

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