| GOLD | 4.591,25 $/oz | 3.945,23 €/oz | 126,84 €/g | 126.842 €/kg |
| SILBER | 87,61 $/oz | 75,28 €/oz | 2,42 €/g | 2.420,31 €/kg |
Zum Wochenstart bleibt der Goldpreis auffallend stabil und verharrt in einer engen Handelsspanne – ein klassisches Zeichen für eine mögliche explosive Bewegung. Aktuell liegt der Preis für eine Feinunze Gold (31,1 g) bei etwa 3.368 US-Dollar bzw. 2.890 Euro.

Der mittelfristige Aufwärtstrend (grüne gestrichelte Linie) hält und der Preis des gelben Edelmetalls scheint sich mit dem Überwinden der jüngsten Zwischenhochs eher wieder nach oben orientieren zu wollen, was zur Gemengelage und der nahenden Deadline in Sachen globalem Handelskrieg passen würde.
In einem aktuellen Marktkommentar bringt es die US-Investmentbank Goldman Sachs zum Wochenauftakt auf den Punkt:
„Gold wirkt wie ein gespannter Bogen: fundamental überfällig wartet er nur darauf, abgefeuert zu werden.“
Aktuell gibt es gleich mehrere Faktoren, die einen baldigen Kursausbruch auslösen könnten. Wie so oft in der Börsengeschichte werden diese von den Anlegern jedoch bis zum faktischen Eintreten beharrlich ignoriert (z. B. Pandemie-Gelassenheit bis Februar 2020).
Technisch gesehen bewegt sich der Goldpreis am oberen Rand eines Konsolidierungsdreiecks, wenn man die letzten drei Allzeithöchststände mit einer fast waagerechten Linie verbindet.
Während das makroökonomische Umfeld, geprägt durch unzählige Sanktionen, Zölle, Überschuldung und in vielen Staaten schwächelnden Konjunkturdaten schleichend weiter eskaliert. Insbesondere die politische Lage in den USA sorgt zunehmend für Nervosität an den Märkten.
Mit Blick auf die US-Staatsfinanzen spitzt sich die Lage dramatisch zu. Im Fiskaljahr 2025/2026 steuert das Land auf ein Haushaltsdefizit von über 2 Billionen US-Dollar zu – ein Rekordwert. Gleichzeitig nähert sich Washington erneut gefährlich der gesetzlichen Schuldenobergrenze, ein altbekanntes Damoklesschwert, das zu wiederholten politischen Machtkämpfen und erhöhter Unsicherheit an der Wallstreet führen kann.
Doch anstatt zu sparen, setzt Donald Trump weiter auf teure Investitions- und Steuerversprechen: Die sogenannte „One Big Beautiful Bill“, ein gigantisches Infrastruktur-, Steuersenkungs- und Verteidigungsprogramm, wird laut dem überparteilichen Congressional Budget Office (CBO) über 3,3 Billionen US-Dollar kosten.
Zudem müssen die USA in diesem Jahr die Rekordsumme von über 9 Billionen US-Dollar neuen Schulden aufnehmen. Das belastet den US-Dollar und kommt dem sicheren Hafen Gold zugute.
Die Lösung aus Trumps Sicht: Primär-, Sekundär- sowie Sektorzölle von bis zu 100 Prozent auf eine breite Palette weltweit in die USA importierter Güter und Waren – von E-Autos über Rohstoffe und Kleidung bis hin zu pharmazeutischen Produkten (größter Anteil) bis hin zu Solarpanels.
Der Zollstreit droht zu eskalieren, auch weil China, Kanada, die EU, Brasilien und andere Staaten bereits Gegenmaßnahmen angedroht haben. Trump wiederum will auf Gegenzölle mit noch höheren Zöllen reagieren. Die wirtschaftlichen Folgen dieser Zollspirale wird zwangsläufig signifikant spürbar sein.
Ein Großteil dieser Einbußen ist allein schon auf den Wegfall von Vorzieheffekten vor Inkrafttreten der Zölle zurückzuführen.
Die Idee, dass Trump in Sachen Zölle wieder einen Rückzieher macht, widerspricht nicht nur dem horrenden Geldbedarf der USA, sondern auch dem Druck, dem er selbst ausgesetzt ist. Das zynische Akronym TACO steht für „Trump Always Chickens Out“ (zu Deutsch: Trump zieht immer zurück).

Weltweit viral ging der Begriff nach zahlreichen Drohungen und
Rückziehern zu Beginn des Handelskriegs, den Donald Trump mit den von
seiner Regierung am „Liberation Day“ verhängten Zöllen am 2. April
einleitete.
Analysten von Barcley‘s habe nun jedoch berechnet, dass die jetzt angedrohten US-Import-Zölle (inkl. Sekundärzölle), sogar noch höher sind, als die am 2. April 2025 von Trump initial angekündigten Zölle.
Hinzu kommt die für Trump in jüngster Zeit an Brisanz zunehmende Epstein-Affäre. Der sehr vermögende Medienproduzent Jeffrey Epstein veranstaltete Partys mit minderjährigen Mädchen, bei denen es auch zu körperlichen Übergriffen gekommen sein soll. Epstein führte Listen über die Teilnehmer.
Die brisante Epstein-Liste, die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten enthalten soll, ist an die Öffentlichkeit geraten. Ihre Existenz wurde von der Justizministerin bestätigt. Diese Liste enthält vermutlich auch Vorwürfe, die Trump zumindest indirekt betreffen könnten.
Trumps zunächst im Wahlkampf ausgedrückter Wille, den Skandal aufzuklären und „den Sumpf trocken zu legen“ haben sich mittlerweile ins Gegenteil verkehrt und er leugnet nun sogar die Existenz einer solchen Liste und widerspricht damit seiner eigenen Kabinettskollegin.
Diese politische Volte zwingt ihn, andere Schauplätze in den Fokus der medialen und öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Dazu gehören vor allem die Themen Zölle und Sanktionen. Trump will und muss wieder in die Position als „Macher“ kommen, ansonsten wächst der innenpolitische Druck stetig weiter.
Um das zu bewerkstelligen, steht zunehmend auch Fed-Chef Jerome Powell im Fadenkreuz des Präsidenten. Trump erwägt laut Berichten eine frühzeitige Abberufung wegen Fehlverhaltens im Amt, um ihn durch einen loyaleren Kandidaten zu ersetzen.
Die Unsicherheit in Sachen Geldpolitik dürfte damit weiter zunehmen.
Ein Angriffspunkt Trumps gegen Powell ist die Baukosten-Affäre rund um den neuen Fed-Komplex in Washington, D.C.: Die Kosten haben sich während der letzten zwei Jahre des Neubaus nahezu verdoppelt, was massive Kritik seitens des Kongresses und der Öffentlichkeit zur Folge hatte.
Und als wäre das nicht genug, sorgt Trump mit der Vermarktung seines eigenen Namens für Furore. Während seiner Präsidentschaft hat er laut einer CNN-Recherche bereits über 300 Millionen US-Dollar mit Branding-Deals, NFT-Projekten und dem Verkauf von Goldbarren, T-Shirts, MAG-Kappen, Parfüms und anderen Lizenz-Produkten verdient.
Ein Novum für einen US-Präsidenten, der damit den freiwilligen Verzicht auf sein Gehalt als Staatsoberhalt gut verschmerzen kann.
Für Anleger bedeutet dies: Das Vertrauen in die politische und wirtschaftliche Stabilität der USA erodiert so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr – ein klassischer Katalysator für steigende Edelmetallpreise.
Die neue Woche bringt eine Fülle wichtiger Termine, die den Goldmarkt und auch den Silbermarkt nachhaltig beeinflussen könnten. Von Konjunkturdaten über geldpolitische Aussagen bis hin zu Umfragen und Stimmungsindizes – Anleger sollten insbesondere auf folgende Veröffentlichungen achten:
Montag, 21. Juli:
Dienstag, 22. Juli:
Mittwoch, 23. Juli:
Donnerstag, 24. Juli:
Freitag, 25. Juli:
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
Insbesondere die EZB-Entscheidung am Donnerstag, 24. Juli, und die Inflationsdaten aus den USA am Freitag dürften für erhöhte Volatilität sorgen. Sollte der FED-Chef Powell zudem am Mittwoch Hinweise auf Zinssenkungen im Herbst geben, könnte dies den Goldpreis stützen.
Die kommende Handelswoche ist geprägt von wachsender Unsicherheit und möglichen politischen Wendepunkten.
Während Trump innen- wie außenpolitisch immer mehr in Bedrängnis gerät, bleibt der Goldpreis in Lauerstellung. Doch das könnte sich schlagartig ändern, wenn politische Instabilität, geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Schocks plötzlich synchron zusammentreffen. Und genau danach sieht es aktuell aus.
Für Anleger gilt es jetzt, die Situation zu beobachten, sich strategisch zu positionieren und sich auf den Ausbruch vorzubereiten. Die Zeitbombe tickt.
Schade, dass bei "EU-Zollschock" die Kommentare gesperrt sind: Meinen Sie mit entspannten Märkten, dass die Kurse locker durchhängen (wie eine entspannte Gitarrensaite)?
Die Russen können rechnen und sie werden nicht nur keine Reparationen zahlen, sondern selbst fordern.
Leider können Anleger auch mit Go/Si nicht effektiv flüchten (Fluchtsteuer). Man müsste also von Herrn S. aus der U. abgucken wie er das macht, indem man seine Finanzen genauer durchleuchtet.
Fragwürdig auch wie demokratieschwanger ein Zoll-Deal dieser Größenordnung per von-der-Leyen-Handschlag ist.
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