Stand: 19.10.2018 von Egmond Haidt 0 Kommentare

Nach einem wochenlangen Seitwärtstrend hat der Goldpreis zuletzt einen kleinen Hüpfer nach oben gemacht. Während viele Spekulanten weiterhin auf sinkende Goldpreise setzen, stocken etliche Notenbanken ihre physischen Bestände weiter auf. Diesmal sorgt die ungarische Notenbank für Aufsehen.

Auf das neueste Fed-Protokoll haben die Investoren am Goldmarkt lediglich mit einem Schulterzucken reagiert. Dabei hat die US-Notenbank Fed einmal mehr klar gemacht, dass sie ihren Zinserhöhungskurs fortsetzen möchte, komme was wolle. Steigende US-Zinsen stützen aber den Dollar, womit der Goldpreis gleich aus zwei Seiten Gegenwind bekommt. Dass er sich dennoch so gut gehalten hat ist bemerkenswert.

Dabei hat die Fed betont, dass die Geldpolitik sogar „restriktiv“ werden könnte und die Zinsen möglicherweise über den langfristigen Zinssatz angehoben werden könnten. Das würde noch stärkeren Gegenwind als ohnehin schon für die hochverschuldete US-Wirtschaft bedeuten.

Womit hat die Fed einmal mehr weitere Zinserhöhungen begründet? Mit den Risiken für

„die Finanzstabilität.“

Im Klartext: Die Fed will meiner Meinung nach mit ihren anhaltenden Zinserhöhungen etwas Luft aus der gigantischen Blase am Aktien- und am Immobilienmarkt herauslassen. Entgegen der Überzeugung vieler Experten bin ich daher der Meinung, dass die Fed die Zinsen weiterhin kräftig anheben wird, selbst wenn es zu einem deutlichen Kursrückschlag beim S&P500 kommen sollte.

Zuvor hatte vor allem der Kurseinbruch am US-Aktienmarkt in der vergangenen Woche zu einem Kurshüpfer beim Goldpreis geführt. In dem Umfeld waren Investoren in den sicheren Hafen Gold geflüchtet. Die Entwicklung des Goldpreises könnte in den nächsten Monaten daher deutlich von der des S&P500 abhängen.

Ungarische Notenbank kauft kräftig Gold

Während in den vergangenen Quartalen die russische Notenbank mit ihren Goldkäufen häufig für Aufsehen gesorgt hat, ist es diesmal die ungarische Notenbank. Sie hat in der ersten Oktoberhälfte 28,4 Tonnen Gold gekauft, womit sich der Bestand von 3,1 auf 31,5 Tonnen verzehnfacht hat. Die Notenbank hat physisches Gold erworben, das bereits nach Ungarn transportiert worden sei. Damit besitzt Ungarn nun genau soviel Gold wie vor 70 Jahren.

„Damit würde Gold 4,4 Prozent der gesamten ungarischen Währungsreserven ausmachen, was im Einklang mit dem Durchschnitt der anderen Zentralbanken in der Region läge. Mit den Goldkäufen, darunter auch die Rückführung von Goldreserven aus London nach Budapest, sollen laut Aussagen der Zentralbank die Währungsreserven und das Wohlergehen des Landes abgesichert werden“, schrieb Eugen Weinberg, Analyst bei der Commerzbank.

Die Notenbank begründet den Kauf damit, dass das Edelmetall „nicht nur in extremen Marktsituationen, bei strukturellen Veränderungen des Finanzsystems und größeren geopolitischen Risiken“ eine Rolle spiele. „Gold hat auch in normalen Zeiten einen vertrauensbildenden Effekt, Gold kann eine Rolle bei der Stabilisierung und der Verteidigung (der Währung) spielen“, so die Währungshüter.

„Gold ist weiterhin einer der sichersten Vermögenswerte. Das kann auf die einzigartigen Eigenschaften zurückgeführt werden, wie ein begrenztes Angebot an physischem Gold, dem fehlenden Schulden- und Gegenparteienrisiko, weil Gold keine Forderung gegenüber einem bestimmten Partner oder Land darstellt.“ Hört, hört, kann ich da nur sagen!

Goldbestand Polens steigt auf Rekordhoch

Neben Ungarn hat zuletzt auch Polen Gold gekauft. So ist der Bestand des Landes um 4,4 Tonnen auf rund 117 Tonnen geklettert, das ist ein Rekordwert. Ich gehe davon aus, dass die Käufe etlicher Notenbanken in den nächsten Quartalen weitergehen werden, gerade der russischen Notenbank.

Zudem bin ich gespannt, wann China mal wieder aktuelle Daten zu dem Goldbesitz veröffentlicht. Es würde mich nicht wundern, wenn der aktuelle Bestand deutlich höher wäre als jene 1.842,6 Tonnen, die China vor längerer Zeit gemeldet hatte.

Ungarische Notenbank verzehnfacht Goldreserven
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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