Stand: 21.11.2017 von Jörg Bernhard 1 Kommentare

Banken gelten nicht gerade als Fürsprecher für ein Investment in Gold. Darauf verzichten möchten sie aber offensichtlich auch nicht. Dies zeigen zumindest die regelmäßig veröffentlichten Daten der US-Wertpapieraufsicht SEC über die aktuellen Beteiligungen institutioneller Investoren, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden.

Massive Kauflaune unter US-Investmentbanken

Einmal pro Quartal  informiert die US-Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) die Öffentlichkeit über die bedeutendsten Anteilseigner des weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares und deren Umschichtungen.

Auf diese Weise erfahren Anleger, wer den Krisenschutz eher gekauft und wer ihn per Saldo verkauft hat. Insgesamt hat sich die gehaltene Goldmenge des physisch hinterlegten Gold-ETFs in den Monaten Juli, August und September von 852,50 auf 864,65 Tonnen (plus 12,15 Tonnen) erhöht, was im Berichtszeitraum mit einem von 34,0 Milliarden auf 35,7 Milliarden Dollar gestiegenen Marktwert einherging.

Ende September lag die Quote institutioneller Investoren bei rund 40 Prozent und ihr investiertes Kapital belief sich auf 13,9 Milliarden Dollar.

Summa summarum überwogen im dritten Quartal eindeutig die Kapitalzuflüsse. Von den insgesamt 992 Finanzinstitutionen haben 237 ihre Bestände unverändert belassen. 405 Großinvestoren haben die Zahl ihrer Anteilsscheine erhöht, während 350 Institutionelle ihre Bestände reduziert haben.

Unter den 15 größten Einzelinvestoren dominierten eindeutig die positiven Vorzeichen. Lediglich zwei Finanzinstitutionen (UBS Group, Royal Bank of Canada) haben ihre Bestände reduziert, der ehemals größte und mittlerweile auf Rang 6 abgerutschte Anteilseigner Paulson & Co. hat seine Bestände in Höhe von 4,36 Millionen Papiere unverändert belassen.

Der verbleibende Rest des allgemein als „Smart Money“ bezeichneten Investoren verspürte eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Kauflaune.

Besitzverhältnisse beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares

Name Anteile abs, Veränderung proz, Veränderung in Mio, USD
BLACKROCK INC, 19,107,048 502,773 2,7 % 2,322,653
BANK OF AMERICA CORP /DE/ 9,406,323 2,254,908 31,5 % 1,143,433
MORGAN STANLEY 7,979,956 3,377,318 73,4 % 970,043
FMR LLC 6,798,113 2,055,611 43,3 % 826,379
FIRST EAGLE INVESTMENT MA,, LLC 6,299,803 928,321 17,3 % 765,804
PAULSON & CO, INC, 4,359,722 - 0,0 % 529,968
BRIDGEWATER ASSOCIATES, LP 3,894,908 3,317,644 574,7 % 473,465
UBS GROUP AG 2,906,059 - 160,001 -5,2 % 353,261
JPMORGAN CHASE & CO 2,627,961 582,345 28,5 % 319,455
WELLS FARGO & COMPANY/MN 1,890,003 147,051 8,4 % 229,749
CI INVESTMENTS INC, 1,449,429 1,182,100 442,2 % 176,193
SUMITOMO MITSUI TRUST HOLD,, INC, 1,437,716 50,167 3,6 % 174,769
ROYAL BANK OF CANADA 1,419,575 - 148,785 -9,5 % 172,564
GOLDMAN SACHS GROUP INC 1,267,757 486,340 62,2 % 154,109
CITIGROUP INC 1,198,921 314,950 35,6 % 145,741
Stand: 30. September 2017

Besitzverhältnisse beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares

Quelle: http://www.nasdaq.com

Besitzverhältnisse beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares

Quelle: http://www.nasdaq.com

Starker Kaufrausch bei Morgan Stanley

Bei dem regelmäßigen Update der SEC interessieren sich Anleger in der Regel für die beiden folgenden Fragen.

Erstens: Wie haben sich die Gold ETF-Bestände der wichtigsten Einzelinvestoren gegenüber dem Vorquartal verändert?

Zweitens: Wer ist als Käufer besonders stark in Erscheinung getreten?

In den Monaten Juli bis September fiel vor allem auf, dass zahlreiche US-Banken besonders massiv in den weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares investiert haben. Am kräftigsten zugekauft haben die Bank of America (Rang 2) und Morgan Stanley (Rang 3).

Die Bank of America,  hat 2,25 Millionen Anteile erworben und dadurch ihre Gesamtposition um 31,5 auf 9,41 Millionen ETFs aufgestockt. Bei Morgan Stanley beliefen sich die Zukäufe sogar auf 3,38 Millionen Anteile, was zu einem Plus von 73,4 Prozent auf 7,98 Millionen Anteilsscheine geführt hat. Beträchtliche Engagements haben vier weitere US-Banken getätigt.

Dabei handelte es sich um JPMorgan Chase (+28,5 Prozent auf 2,63 Millionen), Wells Fargo (+8,4 Prozent auf 1,89 Millionen), Goldman Sachs (+62,2 Prozent auf 1,27 Millionen) und Citigroup (+35,6 Prozent auf 1,2 Millionen). Über die Gründe für die umfangreichen Goldkäufe kann natürlich nur spekuliert werden.

Wenn Finanzexperten im großen Stil Gold kaufen, scheint es um die Solidität der globalen Finanzsysteme aber nicht gerade zum Besten bestellt sein.

Ausblick für die laufende Woche

Anfang des Monats drehten wichtige Aktienindizes signifikant nach unten. So richtig davon profitiert hat der „sichere Hafen“ Gold davon bislang noch nicht. Seit zwei Monaten bewegt sich der Goldpreis innerhalb einer Tradingrange von weniger als 50 Dollar.

Besonders interessant: Mittlerweile ist Gold weniger riskant als ein Investment in den marktbreiten US-Aktienindex S&P-500. Der vom Terminbörsenbetreiber Chicago Board Options Exchange (CBOE) entwickelte und fortlaufen berechnete Gold-Volatilitätsindex weist derzeit einen Wert von 10,6 Prozent aus, während der VIX, der aus Optionen auf den S&P-500-Index (11,6 Prozent) ermittelt wird, ein bisschen darüber notiert.

Das heißt: Ein Goldinvestment ist mit weniger Risiko verbunden als ein Aktieninvestment, dessen Gesamtrisiko auf über 500 US-Firmen verteilt worden ist. Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass das gelbe Edelmetall von seinem alten Rekordhoch noch ziemlich weit entfernt ist, macht Gold derzeit eine ausgesprochen gute Figur.

US-Banken stürzen sich auf weltgrößten Gold-ETF
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt. Derzeit schreibt er vor allem für diverse Börsenportale und Edelmetallhändler.
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Kommentare [1]
  • von Ilse Breitenbach | 21.11.2017, 11:27 Antworten

    Wer im Dezember/2. Januar kauft macht den Gewinn

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