Stand: 27.05.2020 von Hannes Zipfel
Sowohl die Verkäufe von Goldmünzen als auch die Goldimporte aus der Schweiz in die USA sind im April erneut stark angestiegen. Die Schweiz ist das bedeutendste Land für die Gold-Veredelung, Gold-Lagerung und den Gold-Handel.
US-Goldimporte und Münzverkäufe explodieren

US-Goldimporte steigen im April auf den höchsten Stand aller Zeiten

Obwohl die Schweiz als Goldproduzent keine Rolle spielt, gehört die Alpenrepublik zu den größten Händlern des gelben Edelmetalls. Bis zu 70 Prozent des gesamten geförderten Goldes werden in der Schweiz von vier der weltweit größten Goldraffinerien eingeschmolzen und als Barren weiterverkauft.

Drei der größten Raffinerien sind mit Argor-Heraeus, Valcambi und Pamp Suisse im Tessin angesiedelt. 

Daher lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die Daten des Schweizer Zolls zum Außenhandel mit Gold. Daraus lassen sich interessante Rückschlüsse auf die Goldnachfrage in verschiedenen Teilen der Welt ziehen.

Für den Monat April 2020 meldete die Eidgenössische Zollverwaltung am heutigen Dienstag Rekordexportzahlen in die USA: Mit 111,7 Tonnen wurde so viel des edlen Metalls wie nie zuvor seit Datenaufzeichnung in einem April in die Vereinigten Staaten eingeführt.

Normalerweise importieren die USA eine Tonne pro Monat aus der Schweiz.

Vor allem die hohe Nachfrage der US-Privatanleger nach Goldmünzen und Barren sowie die physische Knappheit an der New Yorker Gold-Terminbörse Comex sorgten für das rekordhohe Importvolumen.

U.S. Mint verkauft fast zehn Mal mehr Goldmünzen als vor einem Jahr 

Der Nachfrageschub durch die Privatanleger spiegelt sich auch in den Absatzzahlen der U.S. Mint wider. Die vor allem in den USA sehr populäre Goldmünze „American Eagle“ erfreute sich im April dieses Jahres so großer Beliebtheit, wie zuletzt während der Weltfinanzkrise, wie die jüngsten Daten der staatlichen Münzprägeanstalt United States Mint zeigen:

So wurden im April dieses Jahres 105.000 Unzen verkauft. Im April 2019 waren es lediglich 10.000 Unzen.

Dies entspricht einer Steigerungsrate im Jahresvergleich von 950 Prozent.

The Royal Mint mit starkem Auftaktquartal

Eine in Europa und vor allem bei deutschen Anlegern sehr beliebte Goldmünze ist die „Maple Leaf“, benannt nach dem charakteristischen Blatt des Zucker-Ahorns, das als Symbol Kanadas eine Seite der Münze schmückt. Auf der Rückseite prangt das Konterfei von Queen Elisabeth II., die offizielles Staatsoberhaupt Kanadas ist. 

Herausgegeben wird die Goldmünze von der Royal Canadian Mint. Im Zuge der Coronakrise und der desperaten Reaktion der weltweiten Notenbanken darauf, stiegen auch die Absatzzahlen der Kanadier deutlich an. 

Die Royal Canadian Mint konnte ihre Goldverkäufe im Auftaktquartal dieses Jahres um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal steigern. 

Von Januar bis März 2020 wurden 198.000 Unzen bzw. 6,16 Tonnen Gold verkauft. 

Nachfrage bleibt hoch

Auch für die nächsten Monate und Quartale ist mit deutlich höheren Goldabsatzzahlen als in den letzten Jahren zu rechnen. Dieser Trend zeichnet sich in den bisherigen Daten für den Monat Mai 2020 bereits ab, wenn auch nicht mehr ganz so extrem wie im März und April dieses Jahres. 

Das Bedürfnis der Anleger nach finanzieller Absicherung durch monetäre Edelmetalle hat sich in der Coronakrise massiv verstärkt. Der sprunghafte Anstieg der globalen Geldmenge sowie die de facto Abschaffung des Zinses durch die „unkonventionellen“ Krisenmaßnahmen der Notenbanken trugen wesentlich mit dazu bei. 

Gold und Silber gewinnen aber auch deshalb an Bedeutung, weil sie in einer Welt der ausufernden Schulden einen Vermögenswert darstellen, der nicht Pleite gehen kann und seine werterhaltende Eigenschaft seit über 5.000 Jahren bewiesen hat. 

Autor: Hannes Zipfel
Ökonom
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von Mr.Silver | 03.06.2020, 10:37 Antworten

Gold ist seit 5000 Jahren echtes Geld. Das Wirkung der Pandemie werden wir erst im 4 Quartal spüren. Denn bis September sind Insolvenzanträge erstmal stillgelegt.
Auch wenn die Urlaubsorte im Juni wieder öffnen, muss man sich fragen wer jetzt noch Urlaub machen kann. 10 Millionen Kurzarbeiter in Deutschland, die nicht wissen ob Sie Ihren Job verlieren. So geht es bald los mit vielen Insolvenzen, Zahlungsausfälle, was viele Banken in Schieflage bringen kann. Dann greift Bail In. Alle die Vermögen bei der Bank auf einem Konto liegen haben, bekommen dann Firmenanteilsscheine in Form von Aktien oder Bankanleihen gutgeschrieben. Diese können Sie an der Börse verkaufen. Doch Sie werden pro 100 Euro Anteil vielleicht nur 10 Euro bekommen. Nicht mehr der Staat rettet die Banken wie 2008 sondern der Anleger und Sparer. Zwangshypotheken werden folgen wie nach dem 2. Weltkrieg. Oder es wird immer mehr Geld gedruckt und verschenkt um Firmen zu retten. Doch dann wird die Kaufkraft des Geldes immer weiter sinken, wie in der Türkei. Da ist Gold für den Vermögensschutz eine bessere Wahl.

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von Tim | 28.05.2020, 14:28 Antworten

Die Amerikaner kaufen mit selbstgeschöpftem Fiatgeld werthaltiges Gold aus dem Ausland zurück? Bei wem jetzt noch nicht die Alarmglocken läuten, hat sicherlich auch den letzten Schuss verpasst.

von Tim | 28.05.2020, 04:25 Antworten

Da die z.Z. noch niedrigen Inflationsraten sich in ihrer Berechnung zum größten Teil nach dem Ölpreis richten und die hohen Preissteigerungen bei z. B. Gemüse und Fleisch außer acht lassen, würde ich bei der Nullzinspolitik und der Geldschwemme der Notenbanken auch zu Gold raten. Langfristig ist eine hohe Inflation unvermeidlich. Das wissen die Spekulanten an der Terminbörse auch. (Das die Chinesen einen Angriff auf die US Leitwährung planen, spielt bestimmt auch 'ne Rolle für das Gold horten der Amis)

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