Stand: 21.05.2019  1 Kommentare

In der vergangenen Woche informierte die US-Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) die Öffentlichkeit über die Ende März registrierten Beteiligungsverhältnisse des weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares.

Zwei US-Banken bunkern über eine Milliarde in Gold

Während Ende Dezember lediglich die US-Investmentbank Morgan Stanley beim weltgrößten Gold-ETF Anteile im Wert von mehr als eine Milliarde Dollar gehalten hatte, überschritt Ende März die Bank of America dank massiver Käufe die Milliardenschwelle und löste dadurch sogar Morgan Stanley als größten Einzelinvestors beim SPDR Gold Shares ab (siehe Tabelle).

Die 15 größten Einzelinvestoren beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares

Name Anteile abs. Veränderung proz. Veränderung in Mio. USD
BANK OF AMERICA CORP 9.334.894 3.467.839 59,1 % 1.142.498
MORGAN STANLEY 8.984.994 -798.079 -8,2 % 1.099.673
FIL LTD 6.958.135 -388.772 -5,3 % 851.606
FIRST EAGLE INVEST. MGT. LLC 6.784.933 150.887 2,3 % 830.408
PAULSON & CO. INC. 4.320.022 0 0,0 % 528.727
BRIDGEWATER ASSOCIATES, LP 4.027.972 118.973 3,0 % 492.983
JPMORGAN CHASE & CO 3.464.121 2.159.379 165,5 % 423.974
CI INVESTMENTS INC. 3.318.965 672.436 25,4 % 406.208
UBS GROUP AG 2.812.431 -138.716 -4,7 % 344.213
WELLS FARGO & CO./MN 2.319.518 339.562 17,2 % 283.886
SUMITOMO MITSUI TRUST HOLDINGS, INC. 2.264.475 515.587 29,5 % 277.149
COMMERZBANK AG /FI 2.103.938 -171.186 -7,5 % 257.501
ORBIS ALLAN GRAY LTD 1.598.792 130.264 8,9 % 195.676
ELEPHAS INVEST. MGT. LTD 1.158.391 -2.269.193 -66,2 % 141.775
DRW SECURITIES, LLC 1.154.700 1.154.700 New 141.324
Stand: 31.03.19

So stockte die Bank of America ihr Goldengagement um rund 3,5 Millionen auf 9,3 Millionen Anteile auf, was gegenüber Ende Dezember einem Anstieg um 59,1 Prozent entsprach.

Bei Morgan Stanley nahm hingegen die Skepsis zu, schließlich reduzierte die mit Blick auf den Börsenwert sechstgrößte US-Bank ihre ETF-Position um fast 800.000 auf rund neun Millionen Anteilsscheine (-8,2 Prozent).

In Kauflaune befand sich im ersten Quartal aber auch die mit einem Marktwert von fast 400 Milliarden Dollar größte US-Bank - JPMorgan Chase. Sie kaufte nämlich 2,16 Millionen ETFs und hat damit ihre Gesamtposition um über 165 Prozent auf 3,46 Millionen Anteile mehr als verdoppelt. Damit befinden sich unter den sieben größten Einzelinvestoren immerhin drei große US-Investmentbanken.

Ob dieses Engagement auf eine wachsende Skepsis gegenüber den globalen Finanzmärkten zurückzuführen ist, lässt sich nur schwer beurteilen. Anleger können den verstärkten Goldappetit der US-Banken aber vor allem dahingehend interpretieren, dass Gold selbst von der Spezies der US-Investmentbanker offensichtlich sehr geschätzt wird.

Mehr Käufe als Verkäufe unter den Top 15

Per Saldo überwogen unter den 15 größten Einzelinvestoren ganz klar die positiven Vorzeichen. Während lediglich fünf Finanzinstitutionen ihre Bestände reduziert haben, gab es neunmal mitunter massive Käufe zu beobachten.

Summa summarum gab es unter den Top 15 im ersten Quartal ein kumuliertes Kaufvolumen in Höhe von 8,7 Millionen Anteile zu beobachten, während sich die Verkäufe auf lediglich 3,8 Millionen ETFs beliefen. So richtig pessimistisch scheint unter den größten Anteilseignern angesichts eines Verkaufs von über 2,2 Millionen ETFs lediglich Elephas Investment Management zu sein.

Doch der erste Eindruck trügt, schließlich hat die in Hong Kong ansässige Gesellschaft in Q1 massiv in einen Goldminen-ETF von Van Eck sowie in das kanadische Goldminenunternehmen Barrick Gold investiert. Außerdem haben die fünf größten Positionen einen direkten Bezug zu Gold.

Einen starken Vertrauensbeweis lieferte im ersten Quartal aber auch DRW Securities, die mit ihrem Mega-Investment von über 1,1 Millionen Anteilen im Wert von 141 Millionen Dollar von null auf Platz 15 der größten Einzelinvestoren gelandet ist. Die Gesellschaft ist in der Vergangenheit des Öfteren durch größere Golddeals in Erscheinung getreten und gilt weniger als Langfristinvestor, sondern eher als Trader mit kurzfristigem Anlagehorizont.

Ausblick für die laufende Woche

An den internationalen Aktienmärkten hat die Verunsicherung wieder spürbar zugenommen. Kein Wunder, schließlich gibt es zwischen den USA und Ländern wie China, Iran und Venezuela aus den unterschiedlichsten Gründen erhebliche Spannungen.

Besonders gut ablesbar wird dies durch die von der Terminbörse entwickelten Volatilitätsindizes auf die unterschiedlichsten Anlageklassen. Eine regelrechte Flucht in Gold blieb bislang aber aus. Nach dem ausgesprochen starken Halbjahr 2018 kann man dem Krisenschutz Gold für das laufende Jahr bislang aber lediglich eine Seitwärtstendenz attestieren.

Bei einer Tradingrange zwischen 1.270 und 1.340 Dollar weiß das Edelmetall in einem Punkt aber weiterhin ausgesprochen gut zu überzeugen: seiner niedrigen und dadurch vorteilhaften Volatilität.

Ein Vermögensschutz mit einer relativ geringen Kursschwankungsintensität wird seiner Funktion schließlich eher gerecht als ein stark schwankender. Der von der US-Terminbörse CBOE entwickelte Goldvolatilitätsindex (GVZ) weist mit derzeit 9,2 Prozent nicht nur aus historischer Sicht, sondern auch beim Vergleich mit anderen Risikobarometern auf Aktien, Rohstoffe oder Edelmetallen ein ausgesprochen attraktives Niveau auf.

Nur ein Beispiel: Der VIX, der das Risiko beim S&P-500-Index misst, fällt trotz der damit verbundenen Diversifikation auf 500 US-Unternehmen mit 16,0 Prozent deutlich höher aus. Vereinfacht ausgedrückt heißt das: ein Goldinvestment birgt ein geringeres Risiko als der Kauf der 500 bedeutendsten US-Unternehmen - dem ist nichts hinzuzufügen.

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Kommentare [1]
  • von Sepp | 21.05.2019, 12:37 Antworten

    "dass Gold selbst von der Spezies der US-Investmentbanker offensichtlich sehr geschätzt wird."
    Die Frage ist, aus Prinzip, oder eher um kurzfristig Gewinn zu machen?

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