Gold: 1.592,80 € +0,03 %
Silber: 20,12 € +0,02 %
Stand: 02.11.2021 von Jörg Bernhard
Auf einen regelrechten Höhenflug deuten derzeit die Absatzzahlen von American-Gold-Eagles Münzen hin. Für die ersten zehn Monate des Jahres 2021 meldete die US Mint gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode einen außerordentlich starken Anstieg.
US-Mint: American Gold Eagles stark gefragt

US Mint verzeichnet Achterbahnfahrt beim Münzabsatz

Der Oktober erwies sich mit Blick auf die ausgelieferten Stückzahlen von American-Gold-Eagles als ausgesprochen guter Monat, schließlich wurde mit 149.500 Feinunzen der Vormonat fast das Doppelte übertroffen.

Bei den Pendant auf Silber verlief das Geschäft hingegen weniger erfreulich. Hier war nämlich gegenüber den Septemberzahlen ein regelrechter Einbruch um über 60 Prozent auf 1,08 Millionen Unzen bei den American Silver Eagles registriert worden.

Grundsätzlich kann man den diesjährigen Geschäftsverlauf der United States Mint (US Mint) als extrem schwankungsanfällig bezeichnen. Auf hohe Zuwächse folgten häufig starke Rückschläge (siehe Tabelle).

US Mint: Auslieferungen von American Eagles Gold- und Silbermünzen

Monat Gold (Feinunzen) Diff. Vormonat Silber (Feinunzen) Diff. Vormonat
Okt 2021 149.500 99,3 % 1.076.000 -60,7 %
Sep 2021 75.000 -44,9 % 2.735.000 -30,4 %
Aug 2021 136.000 132,5 % 3.930.000 26,6 %
Jul 2021 58.500 -67,9 % 3.104.000 10,9 %
Jun 2021 182.000 787,8 % 2.800.000 -
Mai 2021 20.500 -46,8 % - -100 %
Apr 2021 38.500 -41,7 % 1.053.000 -74,2 %
Mrz 2021 66.000 -47,4 % 4.087.000 28,1 %
Feb 2021 125.500 -43,1 % 3.191.500 -33,2 %
Jan 2021 220.500 345,5 % 4.775.000 535,8 %
Dez 2020 49.500 -35,7 % 751.000 -84,4 %
Quelle: US Mint

Massive Lieferschwierigkeiten waren vor allem im Mai zu beobachten, als der Absatz von American-Gold-Eagles auf ein Jahrestief von 20.500 Feinunzen gefallen war. Bei American-Silver-Eagles wurde in diesem Monat sogar keine einzige Münze ausgeliefert.

Sowohl bei goldenen als auch bei silbernen American-Eagles erwies sich der Januar mit 220.500 bzw. 4,775 Millionen Feinunzen als absatzstärkster Monat. Auf Gesamtjahressicht war in den ersten zehn Monaten gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode bei der ausgelieferten Goldmenge ein Plus von 709.500 auf 1,072 Millionen Feinunzen (+51,1 Prozent) erzielt worden, während bei Silber ein Anstieg von 24,53 Millionen auf 26,75 Millionen Unzen (+9,0 Prozent) zu Buche schlug.

Damit entwickelte sich dieses Marktsegment 2021 deutlich besser als die Terminmärkte sowie das ETF-Geschäft, wo seit dem Jahreswechsel per Saldo massive Futures-Verkäufe spekulativer Terminspekulanten und kräftige Abflüsse bei Gold- und Silber-ETFs zu beobachten waren.

Weil sowohl goldene als auch silberne American Eagles – verglichen mit der Konkurrenz – als relativ teuer und somit unter Renditeaspekten als weniger attraktiv anzusehen sind, sollten deutsche Geldanleger folgende „weltberühmte“ Marken bevorzugen:

Sie alle wiesen nämlich derzeit deutlich niedrigere Aufgelder aus als die Exemplare aus den USA aus.

Auf GOLD.DE finden Sie übrigens – egal, ob Münze oder Barren – die Produkte mit den attraktivsten Aufgeldern gegenüber dem reinen Materialwert. Unter dem Menüpunkt „SERVICE“ lassen sich die ausgesprochen nützlichen Aufgeld-Tabellen für Gold, Silber, Platin und Palladium abrufen.

Hier kann man sich dann – getreu der alten Kaufmannsweisheit:

„Im Einkauf liegt der Gewinn“ – auf die Suche nach besonders attraktiven Münzen oder Barren machen.

Bei Redaktionsschluss landete zum Beispiel der günstigste Gold-American-Gold-Eagles (Aufgeld: 4,5 Prozent) auf dem 26. Platz und die silberne Variante mit 36,1 Prozent Aufgeld sogar lediglich auf Rang 50.

Hier zu der aktuellen Aufgeld-Tabellen

Ausblick für die laufende Woche

In der vergangenen Woche haben die Bank of Japan und die Europäische Zentralbank ihre künftige Geldpolitik erläutert.

Am kommenden Mittwoch wird die Fed die weitere Vorgehensweise vorstellen. Diesmal könnte ein konkreter Termin für das Zurückfahren der Anleihekäufe (Tapering) genannt werden. Ob bzw. wie stark der Goldpreis darauf reagieren wird, bleibt abzuwarten. In den vergangenen Wochen zeigte sich das gelbe Edelmetall relativ widerstandsfähig gegenüber steigenden US-Renditen und einer markanten Dollarstärke.

Problematischer wäre die Gemengelage sicherlich, falls wir in Zukunft positive Realzinsen sehen würden.

Angesichts einer deutschen Inflationsrate von aktuell 4,5 Prozent (Oktober) und einer Rendite zehnjähriger Bundesanleihen in Höhe von minus 0,1 Prozent p.a. sind wir von einem solchen Szenario aber noch „meilenweit“ entfernt.

Und falls wir irgendwann einmal mit deutschen Staatsanleihen tatsächlich wieder mehr als die Inflation verdienen sollten, sollte man Gold deshalb dennoch nicht verkaufen. Insbesondere, weil mit einem Anstieg der Renditen auch ein höheres Risiko verbunden wäre, schließlich gilt Gold in Form von Münzen oder Barren – im Gegensatz zu Anleihen in Form von Papier – als frei von Kontrahentenrisiken.

Dieses Feature dürfte als Garant für ein anhaltend starkes Interesse an Gold fungieren – höchstwahrscheinlich über Generationen hinweg.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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