Stand: 07.09.2021 von Jörg Bernhard
Obwohl wichtige Aktienindizes diesseits wie jenseits des Atlantiks im August neue Allzeithochs erzielt hatten, herrscht ungeachtet dessen auch ein starkes Interesse an Gold und Silber in physischer Form. So meldete zum Beispiel die US Mint bei American-Eagles-Gold- und Silbermünzen ein starkes Absatzplus.
US Mint meldet starke Münz-Nachfrage im August

Umsätze an American Eagles ziehen im August an

Der August erwies sich mit Blick auf die Absatzzahlen bei American-Eagles-Münzen der US Mint in Gold und Silber als ausgesprochen guter Monat (siehe Tabelle). So übertrafen zum Beispiel die Auslieferungen goldener American Eagles mit 136.000 Feinunzen den Vormonat um 132 Prozent und den vergleichbaren Vorjahreswert um 20,9 Prozent.

Lediglich im Januar (220.500 Feinunzen) und im Juni (182.000 Feinunzen) fielen die Auslieferungen noch höher aus. Auch bei American Silver Eagles gab es einen Absatzboom zu vermelden. Mit 3,93 Millionen Feinunzen Silber wurde der Juli-Wert um 26,6 Prozent und auf Jahressicht ein Zuwachs um 23,6 Prozent registriert.

US Mint: Auslieferungen von American Eagles in Gold & Silber

Auslieferungen August 2021 Feinunzen Diff. Vormonat Diff. p.a. Jan. bis Aug. 2021 Diff. p.a.
American Gold Eagles 136.000 132,0 % 20,9 % 847.500 2,90 %
American Silver Eagles 3.930.000 26,6 % 23,6 % 22.940.000 3,40 %
Quelle: US Mint
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Auf Gesamtjahressicht kletterten in den ersten acht Monaten die abgesetzten Goldmenge von 824.000 auf 847.500 Feinunzen (+2,9 Prozent), während bei Silber ein Anstieg von 22,19 Millionen auf 22,94 Millionen Unzen (+3,4 Prozent) zu Buche schlug. Angesichts der Tatsache, dass im vergangenen Jahr Corona zu einer besonders starken Verunsicherung der Investoren beigetragen hatte, dürfte das anhaltend hohe Interesse an den altbewährten Krisenwährungen Gold und Silber durchaus überrascht haben, zumal US-Investoren traditionell für ihre starke Affinität zu Aktien bekannt sind.

Die vorgelegten Augustzahlen repräsentieren ausschließlich die Nachfrage der Münzhändler. Für deutsche Privatanleger stellt bei Betrachtung der aktuellen Aufgelder weder der Kauf goldener noch der Erwerb silberner American Eagles ein sonderlich attraktives Geschäft dar. So bietet zum Beispiel hier zu Lande der günstigste Anbieter den American Eagle in Gold mit einem Aufgeld in Höhe von 5,0 Prozent an.

Zum Vergleich: Gold Maple Leafs oder Gold Kängurus weisen Aufgelder von 2,0 bzw. 2,4 Prozent aus. Beim silbernen Pendant beläuft sich der Aufpreis gegenüber dem reinen Materialwert – bedingt auch durch die
Einfuhrsteuer – sogar auf 30 Prozent, während Britannia- oder Känguru-Unzenmünzen auf Werte von lediglich 18 und 19 Prozent kommen.

Charttechnische Hochspannung bei Gold

Über Langeweile kann man sich an den Goldmärkten derzeit wahrlich nicht beklagen. Mit dem Überwinden der langfristigen 200-Tage-Linie generierte der Goldpreis in den vergangenen Tagen ein starkes charttechnisches Kaufsignal. So richtig zuverlässig scheint dieses Einstiegssignal derzeit allerdings nicht zu funktionieren, schließlich gab es in den vergangenen vier Monaten bereits dreimal ein solches Signal zu vermelden. Als "Volltreffer" hat sich bislang keines erwiesen. Von einer echten "Bullenfalle" kann aber auch nicht gesprochen werden.

Beim Krisenschutz Gold bietet sich vor allem der Langfrist-Chart als Orientierungshilfe an. Hier überzeugt das gelbe Edelmetall vor allem durch einen gesunden und ausgesprochen soliden Aufwärtstrend.

Ausblick für die laufende Woche

Am Donnerstag ist es wieder einmal so weit: die Europäische Zentralbank informiert die Öffentlichkeit über ihre Sicht der Dinge und liefert möglicherweise neu Hinweise zur künftigen Geldpolitik. Dabei dürfte einmal mehr das Inflationsproblem kleingeredet und als vorübergehendes Phänomen eingeordnet werden.

Am Freitag erfahren die Marktakteure dann, ob der erste Schätzwert zur deutschen Inflationsrate revidiert werden muss. Ende August wurde eine Geldentwertung in Höhe von 3,9 Prozent gemeldet. Außerdem stehen am Freitag US-Produzentenpreise zur Bekanntgabe an. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten sollen sich diese auf Jahressicht um 6,6 Prozent verteuert haben. Für viele deutsche Sparer, die derzeit keine positiven Renditen erzielen können, um den Kaufkraftverlust auszugleichen, stellt dies ein ganz großes Problem dar.

Um sich greifende Strafzinsen tragen ebenfalls zu einer starken Verunsicherung bei. Was sollen Bürger von einer Währung halten, die keine angemessenen Zinsen bietet und deren Kredite nahezu umsonst zu haben sind? Käufe von Gold und Silber scheinen in einem solchen Umfeld eine mehr als nachvollziehbare Reaktion zu sein

Autor: Jörg Bernhard
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von Alfred | 07.09.2021, 18:22 Antworten

Jede Münze wird durch das Aufgeld zum Liebhaberstück. So traurig es auch sein mag, aber Aurum- Barren in gestaffelter Größe sind da wesentlich wertstabiler beim Verkauf. Man kann sich und seine Sammlung gern mit Einzelstücken schmücken, aber beim Verkauf zeigt sich dann die monetäre Wahrheit. Gern auch hier nachlesbar beim Vergleich zwischen den einzelnen Artikel unter Aufgeld und dort die Differenz zwischen Kauf zu Verkauf beachten.

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"