Stand: 02.04.2020 von Jörg Bernhard
erlebte im März auch die US Mint, welche die weltberühmten American Eagles Münzen in Gold und Silber prägt. Gegenüber dem Vormonat haben sich nämlich die Auslieferungen an die Edelmetallhändler vervielfacht.
US Mint: Nachfrage bei Gold- und Silbermünzen explodiert

Turbulente Tage erlebte im März auch die US Mint, welche die weltberühmten American Eagles Münzen in Gold und Silber prägt. Gegenüber dem Vormonat haben sich nämlich die Auslieferungen an die Edelmetallhändler vervielfacht.

Umsätze von American-Eagles-Münzen im Höhenflug

Im März lieferte die US Mint insgesamt 142.000 Feinunzen Gold und 4,83 Millionen Feinunzen Silber in Form von frisch geprägten American-Eagles-Münzen aus. Bei den Gold-Eagels stellte dies gegenüber dem Vormonat eine Steigerung um 1.929 Prozent und auf Jahressicht ein Plus von 1.190 Prozent dar (siehe Tabelle). 

US Mint: Auslieferungen von American-Eagles-Münzen in Gold und Silber

Monat Gold oz. Diff. Vormonat Silber oz. Diff. Vormonat
Mrz 2020 142.000 oz 1929 % 4.832.500 oz 643 %
Feb 2020 7.000 oz -88 % 650.000 oz -83 %
Jan 2020 60.000 oz 2900 % 3.846.000 oz -
Dez 2019 2.000 oz -82 % - -100 %
Nov 2029 11.000 oz -4 % 463.000 oz -58 %
Okt 2019 11.500 oz 109 % 1.110.500 oz 9 %
Sep 2019 5.500 oz -31 % 1.021.000 oz 1 %
Aug 2019 8.000 oz 45 % 1.007.000 oz -19 %
Jul 2019 5.500 oz 22 % 1.240.000 oz 20 %
Jun 2019 4.500 oz 13 % 1.035.000 oz 20 %
Mai 2019 4.000 oz -60 % 866.000 oz -28 %
Apr 2019 10.000 oz -13 % 1.196.000 oz 41 %
Mrz 2019 11.500 oz -12 % 850.000 oz -59 %
Quelle: US Mint

Noch höhere Absatzzahlen hat die nationale Prägeanstalt der USA letztmals im November 2016 zu verkünden. Eine Vervielfachung der Auslieferungen gab es auch bei den Silver Eagles zu beobachten, wo die gemeldete Absatzmenge dem höchsten Wert seit Januar 2017 entsprach. 

Das im März erzielte Plus belief sich gegenüber dem Vormonat auf 643 Prozent und lag auf Jahressicht bei immerhin 469 Prozent.

Um diese Edelmetallmengen besser einordnen zu können, bietet sich folgender Vergleich an: Im März wurden gewichtsmäßig mehr Goldmünzen ausgeliefert als in den vorangegangenen zwölf Monaten. Bei den Silbermünzen galt dies immerhin für die vorherigen vier Monate. Dieser Nachfrageboom dürfte ein Beleg dafür sein, dass mittlerweile auch US-Anleger stark verunsichert sind und sich deshalb auf bleibende Werte wie Gold- und Silbermünzen stürzen. 

Unter deutschen Edelmetallinvestoren genießt der „American-Gold-Eagle“ jedoch eher ein Schattendasein. 

Bei den drei beliebtesten Goldmünzen auf sicht der letzten 6 Monate handelt es sich um den südafrikanischen Krügerrand, den kanadischen Maple Leaf sowie den deutschen Goldeuro (z. B.: Dom zu Speyer). 

Im Marktsegment Silber haben indes die folgenden Gattungen gegenüber dem American Eagle die Nase vorn: der kanadische Maple Leaf, das australische Känguru der Perth Mint sowie der südafrikanische Krügerrand.

Hier finden Sie die GOLD.DE-Liste der beliebtesten Gold- bzw. Silbermünzen

American Eagles mit üppigen Aufgeldern

Für deutsche Anleger drängt sich der American Eagle aber auch aus einem anderen Grund nicht zum Kauf auf. Mit einem Aufgeld in der aktuell sehr angespannten Nachfragesituation von über 14 Prozent gehört die goldene Variante nicht gerade zu den preiswerten Goldmünzen. 

In der Aufgeld-Tabelle von GOLD.DE (Stand 31.03.2020) belegte sie Platz 67. Noch unattraktiver sieht aktuell mit über 68 Prozent das Aufgeld der silbernen Variante aus. Damit belegt der „silberne Adler Made in USA“ zwar immerhin Rang 7, als attraktiv kann man diese Kennzahl aber wahrlich nicht bezeichnen.

Ausblick für die laufende Woche

Der Corona-Virus hat auch die Goldmärkte infiziert. Die Kombination von aktuellem Nachfrageboom und massiven Lieferproblemen hat bei den Edelmetallhändlern zu einem Ausnahmezustand und einer regelrechten Kaufpanik unter Anlegern geführt.

Viele Edelmetallhändler sind mittlerweile ausverkauft und können trotz enormer Nachfrage ihrem Geschäft gar nicht mehr nachgehen. Weil viele Goldraffinerien und Münzprägeanstalten den Betrieb eingestellt haben und die Filialen der Edelmetallhändler geschlossen sind, dürften verunsicherte Investoren derzeit den Eindruck haben, dass an den Finanzmärkten der „Notausgang“ in Form von physischem Gold verschlossen ist. 

Beim Blick auf die Preise von Papiergold oder Papiersilber kommt die extrem angespannte Lage und die enorme Verunsicherung der Investoren bislang noch gar nicht zum Ausdruck. Wer aber die Preise von Barren und Münzen aus Gold und Silber genauer unter die Lupe nimmt, wird eines Besseren belehrt. So haben sich in den vergangenen Wochen die Prämien beider Edelmetalle vervielfacht und die Spannen zwischen An- und Verkauf massiv ausgedehnt.

So beläuft sich zum Beispiel bei der weltweit gefragtesten Goldmünze Krügerrand (1 Unze) das Aufgeld auf 13 Prozent und bei der Maple-Leaf-Silbermünze sogar auf 80 Prozent. Dies bringt vor allem das Misstrauen gegenüber anderen Anlagenklassen und Papiergeld zum Ausdruck. Aber auch Emittenten, deren Wertpapiere mit physischem Gold bzw. Silber hinterlegt sind, scheinen Investoren trotz attraktiver Preise ihre Euros nicht mehr anvertrauen zu wollen.

Autor: Jörg Bernhard
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von Herbststurm | 07.04.2020, 23:20 Antworten

Der US-Eagle in Silber 1 oz ist und war trotz Pos. 6 im letzten Halbjahr in meinem Portfolio NIEMALS ein muss - ich - haben Produkt im Segment Bullion u.a. S-Gedenkmünzen .... unter den Top 50 Münzen in Silber sehe ich auf jeden Fall den austral. Lunar II - Serie v.a.
1 kg der Perth Mint (Pos. 10-21-29) verteilt auf 60-12-1 Monat(e) deutlich besser. Nicht nur aufgrund der wechselreichen Serie I-III ist da zweifelsohne mehr innovatives Potenzial als bei den trivialen, einfallslos & etwas lieblos wirkenden runden-to go-Produkten aus dem US-Mint .... Gold soll ja - ganz ohne Milchflecken - noch weniger beliebt sein, wie man so hören u. lesen kann ;-)

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"