Gold: 1.593,85 € +0,10 %
Silber: 20,16 € +0,22 %
Stand: 11.01.2022 von Jörg Bernhard
Das Jahr 2021 war zwar von boomenden Aktienmärkten in Europa und den USA gekennzeichnet, was eigentlich auf eine nachlassende Risikoaversion hindeutet. Ungeachtet dessen steigerte aber auch die US Mint 2021 den Absatz von Gold- und Silbermünzen der Marke „American Eagle“.
US Mint – Starkes Absatzplus bei American Eagles in Gold und Silber

Jährliche Zuwächse von über 40 Prozent erzielt

Die US Mint veröffentlicht fortlaufend die ausgelieferten Stückzahlen frisch geprägter American-Eagles-Münzen aus Gold und Silber. Im vergangenen Jahr kletterte mit über 1,25 Millionen Feinunzen die dabei abgesetzte Goldmenge – erstmals seit 2011 – wieder über die psychologisch wichtige Marke von einer Million.

Bei American-Silver-Eagles fiel der Höhenflug jedoch etwas weniger dynamisch aus. Mit 28,275 Millionen Unzen Silber lag man nämlich deutlich unter dem besonders guten Jahrgang 2016. Damals wurden nämlich mehr als 37,7 Millionen Silberunzen ausgeliefert (siehe Chart).

US Mint: Auslieferungen von American-Eagles-Münzen in Gold und Silber

US Mint: Auslieferungen von American-Eagles-Münzen in Gold und Silber

Jahr Gold (Feinunzen) Diff. Vorjahr Silber (Feinunzen) Diff. Vorjahr
2021 1.252.500 48,4 % 28.275.000 41 %
2020 844.000 455,3 % 20.089.500 35 %
2019 152.000 -38,1 % 14.863.500 -5 %
2018 245.500 -18,8 % 15.700.000 -13 %
2017 302.500 -69,3 % 18.065.500 -52 %
2016 985.000 22,9 % 37.701.500 -20 %
2015 801.500 52,8 % 47.000.000 7 %
2014 524.500 -38,8 % 44.006.000 3 %
2013 856.500 13,7 % 42.675.000 26 %
2012 753.000 -24,7 % 33.742.500 -15 %
2011 1.000.000 -18,1 % 39.868.500 15 %
2010 1.220.500 -14,9 % 34.662.500 20 %
2009 1.435.000 66,8 % 28.766.500 47 %
2008 860.500 333,5 % 19.583.500 98 %
Quelle: US Mint

Besonders interessant: In den Jahren 2009 bis 2016 wurde bei den Silbermünzen das Niveau des Jahres 2021 stets übertroffen.

Bei American Gold Eagles war dies lediglich im Jahr 2009 der Fall (1,435 Millionen Feinunzen), als die globalen Finanzsysteme nahe am Abgrund standen und ein Zusammenbruch nur durch extrem üppige Rettungspakete und Garantien diverser Staaten und Notenbanken verhindert worden war.

Nach drei relativ schwachen Absatzjahren (2017 bis 2019) mit prozentualen Einbrüchen zwischen 19 und 69 Prozent bei Gold bzw. fünf und 52 Prozent bei Silber, waren die beiden vergangenen Jahre durch ein ausgesprochen starkes Wachstum gekennzeichnet.

So stiegen zum Beispiel im Jahr 2020 die Absatzzahlen des goldenen American Eagles um 455 Prozent, um ein Jahr später um weitere 48 Prozent zuzulegen. Bei den Silver Eagles entwickelten sich die ausgelieferten Stückzahlen mit plus 35 Prozent (2020) bzw. plus 41 Prozent (2021) deutlich weniger impulsiv.

Münzen in Gold und Silber sind kein Auslaufmodell

In dieses Bild passt auch der Absatzboom der südafrikanischen Krügerrand-Goldmünze. Die Vermarktungsgesellschaft "Prestige Bullion“ rechnet für 2021 mit einem neuen Absatzrekord.

Bis Ende November sollen nämlich bereits über 700.000 Feinunzen Gold via Krügerrand-Münzen exportiert worden sein – ein Großteil nach Deutschland.

Offensichtlich scheinen nicht alle Anleger dem Charme von Aktien, Immobilien oder Kryptowährungen verfallen zu sein. Weil Gold und Silber in physischer Form bis dato jede Krise überstanden haben, wird dieses Schutzbedürfnis höchstwahrscheinlich auch in den kommenden Jahren bzw. Jahrzehnten anhalten.

Die Risiken für ungedecktes Fiat-Geld dürften sich hingegen angesichts der explodierenden Schuldenberge und der wachsenden Inflationsgefahr erst einmal nicht in Wohlgefallen auflösen. Aus diesem Grund werden sich Gold und Silber auch in Zukunft als eine wirksame Option zum Vermögensschutz erweisen und aller Voraussicht nach nie zu einem Auslaufmodell mutieren.

Ausblick für die laufende Woche

Derzeit deutet wenig auf ein Ende der weltweit zu beobachtenden, beschleunigten Geldentwertung hin. In der vergangenen Woche wurde für Deutschland zum Beispiel für den Monat Dezember ein Wert von 5,2 Prozent und für die Eurozone immerhin 4,9 Prozent gemeldet.

Damit wird die von der Europäischen Zentralbank kommunizierte „Wunschinflation“ in Höhe von zwei Prozent um mehr als das Doppelte übertroffen. Zur Wochenmitte dürften die US-Inflationsraten (Dezember) für ein hohes Maß an Spannung sorgen. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten sollen sich die Konsumentenpreise um 7,0 Prozent p.a. verteuern, was dem höchsten Stand seit 40 Jahren entspräche.

Auch bei der Kerninflation droht ein markanter Zuwachs von 4,9 auf 5,4 Prozent p.a.

Am Freitag steht zudem die Entwicklung der Im- und Exportpreise zur Bekanntgabe an. Hier deuten Analystenprognosen auf Zuwächse in Höhe von 10,5 bzw. 18,6 Prozent hin. An den Finanzmärkten wird nun mit einem Ende der ultraexpansiven Geldpolitik gerechnet, wenngleich eine restriktive Geldpolitik sicherlich nicht droht.

Angesichts der explodierten Schuldenberge und Geldmengen dürfte sich die Notenbanken ohnehin auf einer „gefährlichen Gratwanderung“ bewegen.

Und in Zeiten wachsender Risiken dürfte Interesse an Gold höchstwahrscheinlich alles andere als abnehmen.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
Ihre Meinung zum Thema?
Sicherheitsfrage: Wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar und Name zur Veröffentlichung auf GOLD.DE gespeichert wird. Die Netiquette für Kommentare hab ich gelesen. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit per Mail an info@gold.de widerrufen. Unsere Datenschutzerklärung.

Copyright © 2009-2022 by GOLD.DE – Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inkl. MwSt. (mit Ausnahme von Anlagegold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.