Stand: 17.03.2015  0 Kommentare

Den USA geht der Platz für das selbst produzierte Rohöl aus. Schon im nächsten Monat könnte es zu Lagerengpässen kommen. Darauf weist der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan hin. 

Trotz der anhaltenden Tiefpreise auf dem internationalen Ölmarkt pumpen die USA mehr und mehr Rohöl aus dem Boden. Im vergangenen Februar hat die amerikanische Ölproduktion den höchsten Stand seit mindestens 30 Jahren erreicht. Doch schon lange kann der Markt das Überangebot nicht mehr absorbieren.

Also bunkern die amerikanischen Ölförderer das gewaltige Überangebot an Rohöl ein, um es, wie sie hoffen, zu einem späteren Zeitpunkt profitabel an den Mann bringen zu können. Die Sache hat nur einen Haken: Den USA geht der Platz für das eigene Rohöl aus.

Alan Greenspan: Wohin mit dem Rohöl der USA?

Denn anders als von Experten erwartet, hat der nachhaltig tiefe Ölpreis die Produktion von Rohöl in den USA nicht gebremst. Vor allem die Schieferöl-Revolution hat den USA ein gewaltiges Überangebot beschert, das nicht nur auf absehbare Zeit den Preis für Rohöl weiter am Boden halten wird. Das schwarze Gold muss auch irgendwo hin, und das womöglich auf unabsehbare Zeit.

Doch schon bald werden die Lagerkapazitäten der USA ausgereizt sein, wie der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan jetzt in einem Interview (Video) mit der Nachrichtenagentur Bloomberg zu Bedenken gibt. Mit Blick auf das Überangebot sagte Greenspan, dass nun die große Frage laute:

"Wo soll das ganze Rohöl hin?"  

Lagerstätten der USA schon nächsten Monat voll?

Einer der wichtigsten Auffangbecken und strategischen Lagerstätten für Rohöl in den USA befinden sich nahe der Kleinstadt Cushing im US-Bundesstaat Oklahoma. Laut Bloomberg haben die Lagerstätten in Cushing eine Kapazität von rund 71 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter).

Ende vergangener Woche waren in Cushing 51,5 Millionen Barrel Rohöl eingelagert. In der letzten Woche allein seien die Lagerbestände in Cushing um mehr als 2,3 Millionen Barrel gestiegen. Sollte dieses Tempo beibehalten werden, könnte es laut Greenspan schon sehr bald zu schwerwiegenden Lagerengpässen in den USA kommen. Alan Greenspan sagte demnach:

"Wir sind wahrscheinlich an einem Punkt angelangt, wo uns bei der gegenwärtigen Füllrate bereits nächsten Monat der Platz in Cushing ausgehen wird."

Preisdruck auf Rohöl wird sich verschärfen

Alan Greenspan ergänzte: "Bis wir einen Ausweg aus diesem Dilemma gefunden haben, werden sich die Preise (für Rohöl) weiter aufweichen, denn es kann nirgendwohin außer in die Märkte"

Ende vergangener Woche war der Preis für die amerikanische Rohölsorte Western Texas Intermediate (WTI) abermals um fast zwei Prozent auf knapp über 46 Dollar pro Barrel abgeschmiert. Seit Juni vergangenen Jahres sind die Preise für Rohöl um annähernd 60 Prozent gefallen.

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