Stand: 14.01.2014  0 Kommentare

Der Aufschwung in den Vereinigten Staaten von Amerika steht auf wackeligen Beinen - das haben jüngst die neuesten Arbeitsmarktdaten deutlich gemacht. Auch im Kampf gegen den Schuldenberg ist keine Lösung in Sicht. Trotzdem werden die Goldbären nicht müde, das gelbe Metall zu beschießen. Doch die Marktbeobachter prognostizieren dem Gold im Jahr 2014 neue Stärke.

In den vergangenen Tagen waren wieder vermehrt Jubelgeschichten aus den USA zu lesen - Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit, die Vereinigten Staaten haben offenbar keine Probleme mehr. Was tatsächlich hinter dem vermeintlichen US-Aufschwung steckt, beschreibt "Spiegel Online " in einer eindrucksvollen Analyse: Der Wirtschaftsjournalist und Professor Henrik Müller macht deutlich, dass die USA in Wirklichkeit weit entfernt von alter Stärke sind. "Es geht den Amerikanern schlechter, als sie glauben", unterstreicht Müller und weist darauf hin, dass sich die USA vor allem wegen der Fed (billiges Geld) und Fracking (billige Energie) erholen. Müller bezeichnet dies als Kombination, die für einen ungleichgewichtigen Aufschwung sorgt, der den Keim kommender Krisen in sich berge. Die nächste Immobilienblase wächst nach seiner Einschätzung bereits heran, so dass eine neue Blase am Bau in einigen Jahren platzen und weitere faule Kredite zurücklassen werde. Auch die Arbeitslosenstatistik genießt Henrik Müller mit Vorsicht: So hätten sich bereits jetzt Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter aus dem Erwerbsleben verabschiedet, die Erwerbsbeteiligung liegt so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und die weiteren fundamentale Daten lassen nichts Gutes erahnen: Das Haushaltsdefizit liegt immer noch um die sechs Prozent, die Staatsschulden bei über hundert Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Trotzdem werden die Goldbären nicht müde, das gelbe Metall zu beschießen. Das Investmenthaus Goldman Sachs sieht das Edelmetall weiter auf dem absteigenden Ast, wie die Zeitschrift "Der Aktionär " berichtet. Jeffrey Currie, führender Rohstoffanalyst bei Goldman Sachs, hat dem Bericht zufolge seine Prognose für Gold gesenkt. Er glaubt, dass die vermeintliche wirtschaftliche Erholung für Gold gefährlich werden könnte. Er sieht den Goldpreis bis zum Jahresende bei 1050 US-Dollar pro Feinunze. Eine zunehmende Inflation steht laut Currie nicht bevor, die Wirtschaft werde sich dagegen weiter erholen. Auf den Märkten werden die Worte Curries nun als möglicher Vorbote für einen weiteren Eingriff in den Goldmarkt verstanden. Denn in der Vergangenheit hat Goldman Sachs mehrfach den Goldpreis durch medienwirksame Abgesänge gedrückt - und dann im großen Stil auf dem Goldmarkt zugegriffen. So bleibt der Verdacht, dass die Gold-Kritik lediglich für gute Einstiegspreise sorgen soll.

Die USA haben sich unterdessen eine kurze Verschnaufpause im ständigen Kampf mit ihrem Schuldenberg verschafft. Einem Bericht des Portals "Börse Online " zufolge haben sich Republikaner und Demokraten im US-Kongress auf ein Ausgabengesetz in Höhe von 1,1 Billionen Dollar (800 Milliarden Euro) für das Haushaltsjahr 2014 geeinigt. Die Ausgaben sind somit für das laufende Jahr gesichert, sodass die Gefahr eines weiteren Verwaltungsstillstandes wie im vergangenen Oktober gebannt ist. Allerdings wurden viele ursprünglich geplante Kürzungen - allein im Pentagon ist von rund 20 Milliarden Dollar (14,6 Milliarden Euro) die Rede - zurückgenommen. Und das Schuldenproblem der USA ist keinesfalls gelöst - bereits am 7. Februar könnten die USA wieder zahlungsunfähig sein, bis dahin muss eine Erhöhung des Schuldenlimits beschlossen sein. Nach dem Überschreiten der Marke von 17 Billionen Dollar im Oktober wurde das Schuldenlimit ausgesetzt.

Das Schweizer Finanzportal "finews.ch " spricht mit dem Vermögensverwalter Daniel Gschwend über die Perspektiven auf dem Goldmarkt. Gschwend unterstreicht zu Beginn des Gesprächs, dass sein Augenmerk stets beim Risiko und nicht beim möglichen Gewinn liegt - und auf dieser Grundlage vermutet er, dass es zu einer Überraschung beim Gold kommen könnte: Der Partner beim Zürcher Vermögensverwalter Premium Strategy Partners verweist auf eine seit dem Jahr 2003 bestehende enge Korrelation zwischen dem Goldpreis und der Notenbankbilanz der amerikanischen Zentralbank (Fed). Diese Korrelation zwischen Gold und der Notenbankbilanz ist seit mehreren Monaten gebrochen. Weil die Schuldenprobleme nicht beseitigt sind und eine unmittelbare Phase nachhaltigen Wirtschaftswachstums nicht bevorsteht, hält er den Überoptimismus an den Aktienmärkten sowie den Überpessimismus bei Gold für übertrieben. "Ich wäre nicht erstaunt, wenn Gold entgegen den Prognosen im laufenden Jahr einen substanziellen Anstieg sehen könnte", sagt Gschwend.

In Europa verfährt die Politik weiter nach dem üblichen Muster - leugnen, solange bis es nicht mehr geht. Zu beobachten ist diese Strategie derzeit wieder eindrucksvoll bei der Griechenland-Rettung. Nachdem mehrere Spitzenpolitiker ein drittes Hilfspaket für Griechenland bislang kategorisch ausgeschlossen haben, bereitet Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) laut "Focus Online " die Öffentlichkeit nun auf unangenehme Neuigkeiten vor: Er hat Griechenland weitere Hilfe in Aussicht gestellt, wenn es sich an alle Verabredungen hält und seinen Reformprozess fortsetzt. Zwar soll die Summe laut Schäuble "viel kleiner" sein als bei den früheren Rettungspaketen, allerdings müsste Griechenland erst einmal die fälligen Verpflichtungen erfüllen: "Sie müssen ihre strukturellen Reformen fortsetzen und die Verabredungen einhalten." Bereits Mitte 2014 endet das zweite Hilfsprogramm für Griechenland, eine Finanzierungslücke von mindestens elf Milliarden Euro ist bereits jetzt absehbar. Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras weiterhin bekräftigt, sein Land ohne fremde Hilfe aus der Krise zu führen.

Die Gerüchte um die Rückführung des deutschen Goldes aus den Tresoren in New York sorgen weiter für Verschwörungstheorien - und die Bundesbank befeuert diese Gerüchteküche noch durch widersprüchliche Angaben zu den Details des Transports. Für Verwunderung hat einem Bericht der Tageszeitung "DIE WELT " zufolge bereits der Zeitpunkt der Bekanntgabe gesorgt - die Bundesbank hatte nur wenige Minuten vor Heiligabend erste Details zur Goldrückführung mitgeteilt. Demnach sollen die Goldbarren teilweise von einer "Sicherheitsfirma" eingeschmolzen und per Flugzeug und Lastkraftwagen nach Frankfurt am Main verbracht worden sein. Hier stellen sich viele Fragen, beispielsweise nach dem Grund für das Einschmelzen und die Rolle der "Sicherheitsfirma". Im Januar legte die Bundesbank nach deutlicher Kritik ihre Darstellung und erklärte, dass es sich bei den "bislang überführten Goldbarren um die Originalbarren gehandelt" habe. Erwin Grandinger, Finanz- und Politikanalyst bei EPM Group Berlin, fordert nun, diese Aussage überprüfen zu lassen - dies wäre über die Original-Seriennummern der Goldbarren problemlos möglich.

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