Stand: 12.03.2015  1 Kommentare

Die USA produzieren soviel Öl wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Doch die nüchternen Zahlen verbergen die Risse, die sich in der Industrie auftun. Analysten sehen darin den Beginn einer Marktbereinigung, die den derzeit tobenden Preiskrieg mit den OPEC-Staaten entscheiden könnte. 

Die Preise für Rohöl schwanken derzeit um ein schmales Band bei um die 50 Dollar pro Barrel für die Sorte WTI und um die 60 Dollar pro Barrel für die Nordseesorte Brent. Trotz der anhaltenden Tiefpreise produzieren die USA soviel Öl wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und auch die OPEC-Staaten denken nicht an eine Senkung ihrer Förderquote. Der Preiskrieg um Rohöl tobt. Doch letztlich könnten die USA das Nachsehen haben. 

Produktion von Rohöl in USA auf Rekordniveau  

Laut offizieller US-amerikanischer Regierungsangaben hat die Ölproduktion in den USA in der letzten Februarwoche mit mehr als 9,3 Millionen Barrel Rohöl am Tag den höchsten Stand seit mindestens 30 Jahren erreicht. Das ist fast doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. Doch der Boom verschleiert die großen Schwierigkeiten, denen sich die amerikanischen Ölförderer ausgesetzt sehen.

Anzahl der Bohranlagen für Rohöl in den USA stark rückläufig

Denn die nüchternen Erfolgszahlen verbergen die großen und einschneidenden Risse, die ob des billigen Öls an der US-amerikanischen Industrie zerren. Denn die steil nach oben zeigende Förderquote von Rohöl wird von einer stark schrumpfenden Anzahl an Bohranlagen  gestemmt.

Laut dem wöchentlichen Bohranlagen-Zensus (Baker Hughes Rig Count) ist die Anzahl der genutzten Bohranlagen zu Land und zur See in den USA allein in der vergangenen Woche (bis 06.03.15) um 75 Bohranlagen gefallen. Der Grund: Sie lassen sich nicht mehr rentabel betreiben.

USA verliert ein Drittel seiner Bestände  

Doch der massive Schwund hat nicht erst in der vergangenen Woche eingesetzt. Denn einer genaueren Auflistung des Rig Count zufolge wurden in den USA im Februar 2015 insgesamt 1.348 genutzte Bohranlagen gezählt. Das sind 335 weniger als nur einen Monat zuvor. .

Damit hat seit Januar eine rasante Beschleunigung des Schwundes von genutzten Bohranlagen in den USA stattgefunden. Über das gesamte Jahr hinweg (seit 06.03.14) seien den Angaben zufolge insgesamt 600 weniger Bohranlagen gezählt worden, was rund einem Drittel des gesamten US-Bestandes vom Februar 2014 entspricht.

OPEC lässt Preiskrieg freien Lauf

Die vorliegenden Zahlen stellen nicht nur einen deutlichen Fingerzeig in Richtung Wohl und Wehe der US-amerikanischen Öl-Industrie dar. Laut Oil & Energy Insider sind sie auch ein Beleg dafür, dass die Strategie der OPEC, einem Preiskrieg zwischen den OPEC-Staaten und den USA freien Lauf zu lassen, durchaus aufgehen könnte. Damit werde der Ölpreis einer nachhaltigen Marktbereinigung unterzogen. die letztlich den OPEC-Staaten zugute kommen könnte.

USA könnten Preiskrieg um Rohöl verlieren 

So hat etwa der Generalsekretär der OPEC, Abdallah Salem el-Badri, erst an vergangenen Samstag (07.03.15) auf einer internationalen Energie-Konferenz in Bahrain (MEOS) den Finger in die offene Wunde gelegt und deutlich auf die zunehmenden Risse in der Ölindustrie der USA hingewiesen.

Laut einem Bericht des Wall Street Journal (Registrierung erforderlich),sagte el-Badri, er habe Vertrauen darauf, dass die Strategie der OPEC, ihren "Hauptkonkurrenten zu untergraben", aufgehen werde. Der OPEC werde es gelingen, einen Teil der Schieferöl-Produktion in den USA vom Markt zu drängen.

"Als die OPEC ihre Förderquote nicht gesenkt hat, haben die Schieferöl-Bohranlagen der USA Pleite gemacht". Irgendwann werde folglich das Angebot aus den USA sinken, dann werde es zu einer Verknappung kommen und die Preise würden wieder steigen, ergänzte el-Badri.

Wenn also die derzeitigen Entwicklungen anhalten, könnte die OPEC durchaus den längeren Atem aufweisen und den Preiskrieg um Rohöl letzten Endes für sich entscheiden.

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Kommentare [1]
  • von schommel | 12.03.2015, 18:20 Antworten

    welchen krieg hat die "Weltmacht USA" denn in den letzten jahren
    gewonnen?
    keinen !, sie richten nur chaos und terror an, und jammern, wenn es
    irgendjemand in der welt, daß selbe mit ihnen tut !

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