Stand: 13.02.2014  0 Kommentare

Die stolze Weltmacht USA liegt (mal wieder) finanzpolitisch am Boden - seit dem 7. Februar darf Barack Obama keine neuen Schulden mehr machen, die Schuldengrenze rückt bedrohlich nahe. Bis Monatsende muss die Schuldenobergrenze angehoben werden, schon jetzt kann sich die wichtigste Volkswirtschaft der Welt nur noch mit Bilanztricks über Wasser halten.

Die Flickschusterei im US-amerikanischen Staatshaushalt geht weiter - am 7. Februar ist die Frist abgelaufen, bis zu der sich Republikaner und Demokraten eigentlich um eine Neuverhandlung der Schuldengrenze bemühen sollten. Passiert ist jedoch (mal wieder) nichts. Jetzt bleibt dem US-Kongress einem Bericht des Internetportals "Börse Online " nur noch bis zum 27. Februar Zeit, eine Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Finanzminister Jack Lew erklärte, dass die Staatsgeschäfte nur noch mit "außergewöhnlichen Maßnahmen" aufrecht erhalten werden können. Nach den Umschichtungen im Budget bleiben dem Finanzministerium nur noch Bargeld und Einnahmen, um den Verpflichtungen nachzukommen. Neue Schulden darf die wichtigste Volkswirtschaft der Welt seit dem 7. Februar nicht mehr machen. Der Stillstand um die Anhebung dieser Schuldenobergrenze ist kein neues Problem: Die Republikaner fordern dem Bericht zufolge politische Zugeständnisse im Gegenzug zu einer Anhebung des Schuldenlimits. Dies lehnt US-Präsident Barack Obama strikt ab. Aktuell stehen die USA mit 17,2 Billionen Dollar in der Kreide.

Die Meinung von Marktbeobachtern und Ökonomen in aller Welt ist einhellig: Griechenland wird aus dem Schuldensumpf nicht mehr herauskommen - daran wird auch das dritte Hilfspaket im Umfang zwischen 10 und 20 Milliarden Euro nichts ändern, welches seit Wochen in Gespräch ist. Gerade erst wurde berichtet, dass die Griechen nur mit Bilanztricks einen ausgeglichenen Primärhaushalt erreichen konnten. Jetzt legt die Regierung in Athen nach - mit der üblichen Eigenlob-Rhetorik. Von einer Krise ist demnach nicht mehr viel zu spüren: "Wir haben genug Geld", sagte Finanzminister Giannis Stournaras einem Bericht der Schweizer Finanzzeitung "Cash " zufolge. Er behauptet, dass der Haushaltsüberschuss viel höher als erwartet sei. Sein Chef, Ministerpräsident Antonis Samaras, bekräftigte gegenüber der "Bild"-Zeitung unterdessen, dass kein drittes Rettungspaket nötig sei. Zudem lobt Samaras die Bemühungen um die Einhaltung der vereinbarten Sparauflagen - diese Aussage mutet kurios an, immerhin sollen neue Finanzhilfen nur gewährt werden, wenn die zugesagten Reformen energischer umgesetzt werden. Denn bisher wurden weniger als die Hälfte der zugesagten Reformmaßnahmen abgeschlossen - und dies, obwohl die internationalen Geldgeber stets die Daumenschrauben bei der griechischen Politik angesetzt und die Umsetzung der Reformen angemahnt hatten.

Nach dem Rekordjahr 2013 erwarteten viele Analysten ein leichtes Abklingen der chinesischen Goldnachfrage - diese Vermutung ist offenbar unbegründet, wie ein Artikel des Finanzportals "finews.ch " deutlich macht. Denn die zunehmend labile wirtschaftliche Situation in China führt offenbar zu immer größeren Goldkäufen im Reich der Mitte. Im Dezember des vergangenen Jahres hat China demnach insgesamt 126,6 Tonnen Gold aus Hongkong importiert, die Netto-Importe liegen bei 94,8 Tonnen. Im vergangenen Jahr hat China über Hongkong insgesamt knapp 1500 Tonnen Gold im Wert von 459,5 Milliarden Hongkong-Dollar importiert. Ursprünglich sollte der Verbrauch im vergangenen Jahr auf knapp über 1000 Tonnen klettern, eine Zunahme auf 1500 Tonnen ist überraschend. Die Nachfrage nach Gold war durch den Goldpreisrutsch im ersten Halbjahr um mehr als die Hälfte nach oben gegangen. Damit hat China im vergangenen Jahr erstmals Indien als größten Goldkäufer der Welt abgelöst.

Die Finanzkrise macht unterdessen auch nicht vor solchen Staaten halt, die bislang als Festung gegen wirtschaftliche Turbulenzen galten. Doch ein Sturm ungeahnten Ausmaßes braut sich gerade über Norwegen zusammen - das Öl- und Gasförderland leidet unter einer Überhitzung bei der Kreditvergabe und am Immobilienmarkt, wie "Focus Online " berichtet. Der "sichere Hafen" Norwegen steht unter Beschuss, nachdem insbesondere auf dem Immobilienmarkt die Preise förmlich explodierten. Um 41 Prozent sind Hauspreise zwischen 2009 und 2013 in Norwegen durchschnittlich gestiegen. Die Folge: Immer mehr Kredite wurden ausgegeben, inzwischen liegt das Verhältnis von Schulden zu frei verfügbarem Einkommen dem Bericht zufolge bei über 200 Prozent und damit deutlich über dem Wert der USA, die auf dem Höhepunkt der Immobilienblase bei 130 Prozent rangierte.

In vielen Ecken von Europa werden derzeit die Prognosen nach unten korrigiert, nicht nur Norwegen macht dem europäischen Kontinent derzeit große Sorgen - auch der dauerhafte Krisenkandidat Italien hat die Depression noch lange nicht überwunden. Die italienische Notenbank klagt einem Bericht des Finanzmagazins "Cash " zufolge wegen schwacher Signale des Wirtschaftsaufschwungs - um nur 0,75 Prozent wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr steigen, rechnet die Zentralbank vor. Besorgniserregend ist zudem die hohe Arbeitslosenquote, die im laufenden Jahr auf über 13 Prozent steigen könnte und sich damit während der Krise mehr als verdoppelt hat. Nur noch 43 Prozent der arbeitsfähigen Italiener haben einen Job, vor allem die Jugendarbeitslosigkeit drückt auf die Bilanz des südeuropäischen Krisenlandes. Bereits jetzt wird ein Tabubruch offen diskutiert: Die Nationalbank könnte sich an einer "Bad Bank " beteiligen - dieses Institut soll gegründet werden, um faule Kredite vor dem Stresstest der Europäischen Zentralbank rechtzeitig auszugliedern.

Die Party an den Aktienmärkten neigt sich dem Ende zu - diese Erkenntnis kommt bei immer mehr Marktbeobachtern an. Die "Wirtschaftswoche " hinterfragt diesen Trend und erklärt, dass immer noch viele Aktienbullen glauben, Kurszuwächse und Dividenden seien an der Börse risikolos abzuholen. Martin Mack von der Hamburger Vermögensverwaltung "Mack & Weise" beschreibt in einem Gastbeitrag den trügerischen Glauben an die Allmacht der Notenbanken sowie eine scheinbar solide Gewinnsituation der US-Unternehmen. Diese Zahlen sind nach seiner Einschätzung allerdings wenig belastbar - viele US-Unternehmen haben eigene Aktien mit dem billigen Notenbankgeld auf Pump zurück gekauft, viele Unternehmenslenker stoßen nun ihre eigenen Papiere ab. Mack weist darauf hin, dass sich viele Zukunftshoffnungen auf die grundsätzlich noch nicht gesättigten Märkte in Asien, Lateinamerika und Osteuropa bezögen - hier ist allerdings seit einigen Wochen ein dramatischer Absturz vieler Währungen im Gange. Auf den Edelmetallmärkten ist hingegen eine Trendumkehr zu beobachten: Wenn viele Wirtschaftsmedien verstärkt den Verkauf von Gold empfehlen, ist dies als gutes Zeichen für eine Rückkehr des Goldes zu neuer Stärke zu verstehen, meint Mack.

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