Stand: 19.01.2017 von Egmond Haidt 5 Kommentare

Der weltweite Aktienmarkt hat Donald Trump bereits vor seinem Amtsantritt eine Menge Vorschusslorbeeren verteilt. Entgegen den Erwartungen vieler Investoren wird Trump die Probleme der USA aber nicht lösen, sondern sie nur verschärfen. Damit werden die mittel- und langfristigen Perspektiven für Gold mit jedem Tag von Trumps Präsidentschaft besser.

Der Amtsantritt von Donald Trump als 45. Präsident am 20. Januar rückt rapide näher: Nicht nur der Aktienmarkt in den USA, sondern rund um den Globus hat seit der Wahl am 8. November Trumps Sieg euphorisch gefeiert, soll Trump doch mit einem Billionenschweren, auf Pump finanzierten Konjunkturprogramm die US-Wirtschaft kräftig beleben.

Gleichzeitig bringt Trump mit erheblichem Druck, Drohungen und der Aussicht auf Steuererleichterungen die US-Autobauer, wie Ford dazu, ihre Investitionen in Mexiko einzustellen, und stattdessen verstärkt in den USA zu investieren. So will Trump für eine Renaissance gerade der US-Industrie sorgen.

Ohne massive Schulden gibt es kein Wirtschaftswachstum in den USA

Ehe man die Frage beantworten kann, ob Trumps Politik erfolgreich sein kann, muss man sich erst einmal die aktuelle Lage der US-Wirtschaft anschauen.

Kurz gesagt: Sie ist miserabel. Das zeigt nichts besser als die aktuelle Explosion der Schulden bei Staat, privaten Haushalten und Unternehmen. So sind die Staatsschulden der USA im Jahr 2016 um 1,05 Billionen US-Dollar auf 19,98 Billionen US-Dollar nach oben geschossen.

Staatsverschuldung USA im Vergleich 2014 - 2016

Staatsverschuldung der USA 2014-2016

Wenn der private Sektor, also private Haushalte unter Unternehmen außerhalb des Finanzsektors, im vierten Quartal 2016 im gleich rasanten Tempo Schulden gemacht hat, wie in den ersten drei Quartalen, sind sie 2016 um 2,3 Billionen US-Dollar explodiert.

USA Inflationsrate -2016

Einem Schuldenanstieg von insgesamt 3,35 Billionen US-Dollar, steht ein Wirtschaftswachstum von mickrigen 500 Mrd. US-Dollar gegenüber. Das bedeutet, dass die Amerikaner 6,7 US-Dollar neue Schulden gemacht haben, um einen US-Dollar Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Irre. Das ist alles andere als stark, solide, oder gar nachhaltig. Vielmehr wird sich der Wert in den nächsten Jahren dramatisch verschlechtern.

Unternehmen werden sich bei Investitionen weiter zurückhalten

Nun will Donald Trump alles besser machen und mit einem Infrastrukturprogramm von einer Billion US-Dollar und Billionen schweren Steuersenkungen, vor allem für Unternehmen, die Wirtschaft ankurbeln.

Kann das funktionieren? Weil die US-Notenbank Fed in den vergangen Jahren massiv Geld gedruckt hat - und weiterhin knapp 50 Mrd. US-Dollar pro Monat druckt - sind die Zinsen extrem niedrig, wodurch die Unternehmensgewinne in den vergangenen Jahren geradezu explodiert sind. Nachdem die Gewinne der US-Unternehmen im Jahr 2001 noch bei etwas mehr als 300 Mrd. US-Dollar gelegen hatten, sind sie 2006 bis auf 1,1 Billionen explodiert. Nachdem die Profite während der 2008er-/09er-Schuldenkrise dann auf rund 650 Mrd. US-Dollar kollabiert waren, sind sie in den Folgejahren wieder nach oben geschossen und lagen 2015 bis 1,2 Billionen US-Dollar. Und was haben die Investitionen in dem Zeitraum gemacht? Die US-Unternehmen haben sich trotz der Gewinnexplosion bei Investitionen merklich zurückgehalten.

So lagen die Investitionen im Jahr 2015 mit 2,4 Billionen US-Dollar zwar am Rekordhoch, aber dennoch um nur ein Viertel über den 2007er-Wert und damit weiterhin bei lediglich 13,1 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Warum hätten die US-Unternehmen auch kräftig investieren sollen, wenn die chinesischen Unternehmen bereits massiv investiert hatten und viele Produkte deutlich günstiger herstellen aus die US-Konkurrenz.

US-Unternehmen werden Steuersenkungen über Aktienrückkäufe weitergeben

Trotz der Rekordgewinne haben die US-Unternehmen kaum investiert und das dürfte so bleiben, liegt die Auslastung in der US-Industrie derzeit bei lediglich 75,0 Prozent. Derart niedrige Werte gab es letztmalig im September 2010. Trotz der wahrscheinlich massiven Steuergeschenke von Trump dürften die US-Unternehmen sich daher weiter bei Investitionen zurückhalten, und das Geld vielmehr über Aktienrückkäufe an die Aktionäre weitergeben, nachdem die Unternehmen bereits im Jahr 2015 über Aktienrückkäufe 572,2 Mrd. US-Dollar weitergeleitet hatten.

Vielmehr könnten die Geschäfte der US-Unternehmen unter Druck kommen, wenn Länder, wie China, auf Trumps Einfuhrzölle mit eigenen, aggressiven Gegenmaßnahmen reagieren sollten. Wie wird es wohl in dem Umfeld dem größten US-Autobauer General Motors ergehen, der mehr als ein Drittel seiner Fahrzeuge in China absetzt?

Staatsschulden werden rasant steigen

Trumps Steuergeschenke werden zwar kurzfristig die US-Wirtschaft etwas ankurbeln. Mittel und langfristig werden sie aber die Probleme der US-Wirtschaft deutlich verschlimmern, weil die Schulden nicht nur nominell, sondern auch im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung weiter kräftig steigen werden. Laut dem „Committee for a Responsible Federal Budget“, einem überparteilichen Thinktank, würden dadurch die ohnehin kräftig steigenden Staatsschulden in den nächsten zehn Jahren, um zusätzliche 5,3 Billionen US-Dollar zulegen. Dabei steigen die Schulden bereits - wie oben gezeigt - um rund eine Billion US-Dollar jährlich. In einem derartigen Umfeld, mit einer derartigen US-Dollar-Schwemme würde die Inflation stark angeheizt werden, die laut offiziellen Angaben derzeit bei 1,7 Prozent liegt.

Anstieg der gedruckten Geldmenge USA -2016

Dabei wächst die Geldmenge der USA bereits jetzt um knapp eine Billion Dollar pro Jahr. Laut Experten dürfte daher die tatsächliche Inflationsrate viel höher sein als die offiziell ausgewiesene. Wenn die US-Notenbank nicht eingreift, und die Notenpresse nicht wieder schneller laufen lassen wird, würden die Zinsen nach oben schießen, was die US-Wirtschaft massiv belasten würde. Eine zunehmende US-Dollar-Schwemme spricht dafür, dass der aktuelle Höhenflug des US-Dollar eher früher als später endet.

Wenn der US-Dollar gerade gegenüber dem Yen nach unten drehen sollte, würde das enormen Rückenwind für den Goldpreis bedeuten, weil der Carry Trade allmählich aufgelöst wird. Das können Sie in dem Beitrag „Kommt 2017 die Euro-Krise?“ nachlesen.  

Wie könnte es mit dem Goldpreis kurzfristig weitergehen? Wenn Trump nach seinem Amtsantritt den von Experten befürchteten Handelskrieg anzetteln und Einfuhrzölle auf ausländische Produkte einführen sollte, würde das zu einem Schrumpfen des US-Außenhandelsbilanzdefizits führen, was den US-Dollar nach oben treiben und damit den Goldpreis belasten würde.

Umso mehr gilt es zu beobachten, wann der mögliche Höhenflug des US-Dollar endet, denn damit dürfte auch eine nachhaltige Trendwende nach oben beim Goldpreis verbunden sein. Wie oben aufgezeigt verbessern sich die mittel- und langfristigen Perspektiven für Gold von Tag zu Tag. Etliche Anleger nutzen daher bereits jetzt die sehr niedrigen Goldpreise, um ihre Bestände allmählich aufzustocken.

Verblassen der Trump-Euphorie stärkt Goldpreis
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [5]
  • von wasp | 19.01.2017, 09:47 Antworten

    Da fragt man sich doch welches Fünkchen fehlt noch das alles zündelt.

  • von genau Leser | 19.01.2017, 18:40 Antworten

    Der Amtsantritt von Donald Trump als 45. Präsident am 20. April ???
    Bleibt zu hoffen, dass die anderen Informationen nicht von ähnlicher Qualität sind!
    [ Anmerkung der Redaktion: Vielen Dank für Ihren Hinweis, das Datum wurde inzwischen korrigiert. ]

  • von verärgerter Leser | 20.01.2017, 00:16 Antworten

    Liebe Leute von gold.de dieser Artikel ist im selben schlechten Format, wie der letzte unqualifizierte Beitrag zu Trump, wenn nicht sogar noch schlechter, da der Amtsantritt definitiv NICHT am 20.April ist!!!!!
    Macht endlich wieder ordentliche Beiträge, die Seite verliert stark an Seriosität!!!!!
    [ Anmerkung der Redaktion: Das Datum wurde inzwischen korrigiert. ]

  • von Larry Williams | 20.01.2017, 11:27 Antworten

    Guten Tag !

    Ich informiere mich gerne auf Eurer übersichtlichen und gut gestalteten Seite.
    Danke für das Service !
    Zu diesem Artikel.
    Am Ende Ihres Artikel schreiben Sie :" Etliche Anleger nutzen bereits jetzt die sehr niedrigen Goldpreis, um Ihre........". Woran mißt sich Ihre Beurteilung von " sehr niedrig" ?
    Wenn ich dank Ihrer Seite beobachte, das sich der Goldpreis nach dem üblichen Dezembertief innerhalb eines halben Monats wieder im Nahbereich der Höchstmarke des letzen Jahres befindet, ist nach meinem dafürhalten der Preis für das Gold bereits "teuer".
    Bitte erleutern sie mir diesen Standpunkt damit ich ewtas dazulernen kann.
    Mit freundlichen Grüßen

  • von Wolf Paul | 22.01.2017, 13:17 Antworten

    Die Ursache der zur Zeit unqualifizierten Berichte auch auf anderen, ansonsten sehr professionellen, Seiten, ist die allgemeine, inszenierte Hysterie gegen den "legitimen, frei gewählten" Präsidenten der USA - und da alle Medien von der Elite, den den Globalisten, besser gesagt von den Freimauren, den Rothschilds und Jesuiten, kontrolliert und gesteuert wird, darf man auch hier nichts anderes erwarten, doch der Sturm der geheuchelten Entrüstung wird sich bald wieder legen, wenn das Kalkül der Weltensteurer aufgegangen ist - daher weiterhin volles Vertrauen in die einzig wahre Währung der Welt - das GOLD!!!

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