Gold: 3.973,10 € 0,85 %
Silber: 80,09 € 7,23 %
Stand: 05.01.2026 von Jörg Bernhard
Basierend auf vorläufigen Berechnungen veröffentlichte die DZ Bank am 2. Januar eine Studie über das Geldvermögen deutscher Privathaushalte. Dieses kletterte im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent auf den Rekordwert von über zehn Billionen Euro.
Rekordvermögen: Deutsche knacken die 10-Billionen-Marke

Über 35 Prozent machen Einlagen und Bargeld aus

Die DZ Bank zeigt in ihrer aktuellen Studie zum Geldvermögen privater Haushalte eine ausgesprochen positive Entwicklung auf, schließlich verzeichnete dieses den dritten Anstieg in Folge, wenngleich sich das Wachstumstempo (2024: +7,5 Prozent) etwas verlangsamt hat.

Herzstück der Analyse ist eine Tortengrafik, die die Zusammensetzung dieses Rekordvermögens veranschaulich (siehe unten). Sie zeigt, dass Einlagen und Bargeld mit rund 3,6 Billionen Euro weiterhin den größten Einzelposten ausmachen, gefolgt von Versicherungsansprüchen, Fondsvermögen, Aktienbeständen, sonstigen Beteiligungen sowie kleineren Anteilen aus Rentenpapieren.

DZ Bank: Gedlvermöfen 2025Quelle: DZ Bank

Der Vermögenszuwachs speiste sich 2025 laut DZ Bank im Wesentlichen aus zwei Quellen:

  • einer weiterhin hohen Sparleistung der Haushalte
  • kräftige Kursgewinne an den Aktienmärkten

Die Sparquote lag laut Schätzungen bei 10,4 Prozent des verfügbaren Einkommens. Zwar sank sie damit gegenüber dem außergewöhnlich hohen Vorjahreswert von 11,2 Prozent, blieb aber leicht über dem langfristigen Vor-Corona-Durchschnitt. Ausschlaggebend für diese Vorsicht waren Unsicherheiten wie geopolitische Konflikte, die wirtschaftliche Schwäche in Deutschland, Sorgen um Arbeitsplätze sowie ein nur moderat wachsendes verfügbares Einkommen.

Dennoch belief sich die Geldvermögensbildung - also die Investition neuer Ersparnisse - erneut auf über 300 Milliarden Euro

Ein ebenso wichtiger Treiber waren die Kapitalmärkte. 2025 war bereits das dritte Jahr in Folge mit deutlichen Kurssteigerungen. Allein Aktienkursgewinne trugen laut Studie mit rund 290 Milliarden Euro zum Vermögenszuwachs bei. Der DAX legte im Jahresverlauf um rund 23 Prozent zu, auch internationale Aktienmärkte entwickelten sich sehr freundlich.


Positivtrend trotz diverser Krisen

Eine in der Studie enthaltene Tabelle verdeutlicht zudem, wie sich die einzelnen Anlageklassen seit 2022 entwickelt haben. Während das gesamte Geldvermögen 2022 noch rückläufig war, stiegen die Bestände in den Folgejahren deutlich an.

Besonders stark wuchsen Aktienbestände (+35,6 Prozent) sowie Fondsvermögen (+66,0 Prozent). Auch Versicherungsansprüche (+12,9 Prozent) und Bankeinlagen inkl. Bargeld (+12,5 Prozent) legten kontinuierlich zu, während Rentenpapiere (+64,0 Prozent) dank höherer Zinsen von einem niedrigen Ausgangsniveau besonders kräftig zulegten.

Für 2026 bleibt die DZ Bank vorsichtig optimistisch: Trotz erwarteter geringerer Kursgewinne und einer leicht sinkenden Sparquote sieht sie weiterhin gute Perspektiven für Geldanlage und Vermögensaufbau und rechnet mit einem weiteren Anstieg des privaten Geldvermögens auf rund 10,5 Billionen Euro.

Fazit

Die veröffentlichte Aufteilung der Geldanlagen entspricht sicherlich nicht einer optimalen Vermögensstruktur, da alle sechs „Tortenstücke“ ein mehr oder weniger großes Kontrahentenrisiko bergen. Dieses ließe sich durch Sachwerte wie Gold und Silber – den beiden altbewährten Krisenwährungen – reduzieren.

Ausblick für die laufende Woche

Der Goldpreis macht derzeit absolut keine Anstalten, eine Atempause einlegen zu wollen. Vielmehr befindet sich das Ende Dezember markierte Allzeithoch von 4.534 Dollar weiterhin in Reichweite.

Mit der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Maduro erreichte zudem die geopolitische Eskalationsspirale einen neuen Höhepunkt.

Aktuelle Inflationsdaten für Deutschland und Europa dürften die Anleger ebenso interessieren wie die anstehende Datenflut vom US-Arbeitsmarkt. Deren Höhepunkt wird am Freitag erwartet, wenn der Dezemberbericht des US-Arbeitsministeriums veröffentlicht wird. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich die Arbeitslosenrate von 4,6 auf 4,5 Prozent leicht reduziert haben und die Zahl neu geschaffener Stellen von 64.000 auf 55.000 gesunken sein.

Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

Ob es unter Timingsaspekten derzeit Sinn ergibt, Gold zu verkaufen, ist schwer zu beantworten.

Für alle, deren Portfolio gegenwärtig möglicherweise ein Klumpenrisiko in Gold beinhaltet, mögen Gewinnmitnahmen und ein damit verbundenes Rebalancing möglicherweise opportun erscheinen.

Für unterinvestierte Anleger gilt indes eher das Motto: Gold muss man nicht verkaufen, sondern haben.

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Stand: 05.01.2026
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von DerDoofe | 09.01.2026, 08:25 Uhr Antworten

Klumpenrisiko Gold und Gewinne mitnehmen ?
Da hätte ich die letzten 2 Jahre viel zu tun gehabt.

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