Gold: 1.749,77 € -0,07 %
Silber: 19,92 € -0,09 %
Stand: 03.01.2022 von Hannes Zipfel
Bereits in der ersten Handelswoche des Jahres stehen eine Vielzahl wichtiger Termine auf der Agenda, die Einfluss auf die Kursentwicklung der Edelmetalle nehmen können.
Viele wichtige Termine zum Jahresauftakt

Viele wichtige Termine zum Jahresauftakt

Folgende Datenveröffentlichungen sind dabei besonders beachtenswert:

  • Montag: Jahresinflationsrate der Türkei für Dezember (akt.: 36,08 % | Nov.: 21,31 %)
  • Dienstag: Einkaufsmanager-Indizes aus China und den USA (Prognosen siehe Tabelle unten)
  • Mittwoch: Protokoll der Sitzung der US-Notenbank vom 15. Dezember 2021
  • Donnerstag: Verbraucherpreise für Deutschland für Dezember (e: 5,1 % | Dez.: 5,2 %)
  • Freitag: US-Arbeitsmarktbericht für Dezember (e: 400k | Nov.: 210k)
(Weitere wichtige Termine siehe Tabelle unten)

Es kann nur besser werden

Im vergangenen Jahr schaffte der Goldpreis gemäß amtlicher Schlusskurse von Reuters auf Euro-Basis ein Plus in Höhe von 3,1 Prozent bzw. 48 Euro pro Unze. In US-Dollar konnte der Kurs des gelben Edelmetalls in einem Schlussspurt zum Jahresultimo 2021 zwar noch etwas aufholen, verfehlte die Nulllinie aber knapp.

Schlussendlich verzeichneten die Notierungen im Jahresverlauf 2021 ein Minus von 71 US-Dollar pro Unze bzw. 3,7 Prozent.

Am 8. August lag der Goldpreis noch bei 1.677,68 US-Dollar und damit 136 US-Dollar niedriger als zum Jahresschluss.

In Anbetracht der für Gold sehr konstruktiven Gemengelage, die auch in diesem Jahr weiter anhalten sollte, ist im Jahr 2022 mit einer deutlich besseren Performance zu rechnen. Vor allem deshalb, weil die von den Notenbanken angekündigten Straffungsmaßnahmen, also weniger Gelddrucken sowie Anhebung der Zinsen, zum Scheitern verurteilt sind. Die Hauptgründe dafür sind die extreme Zins- und Liquiditätssensitivität der diversen Vermögenspreisblasen und der rein auf Schuldenwachstum basierenden Konjunktur.

Die Angst vor steigenden Zinsen, die den Vorschub des Goldpreises im Jahr 2021 bremste, dürfte deutlich abnehmen und sich sogar ins Gegenteil verkehren. Denn die Erkenntnis, dass die Notenbanken die Inflation nicht wie in früheren Teuerungsphasen bekämpfen können, wird immer offensichtlicher und gewinnt unter den Anlegern zunehmend an Breite.

US Verbraucherpreis inflation vs. US-Leitzins

Inflation kann schnell außer Kontrolle geraten

Der Chef des größten Staatsfonds der Welt, Nicolai Tangen, verwaltet den norwegischen Ölfonds mit einem Volumen von 1.200 Milliarden Euro. Seiner Meinung nach stellt die Inflation das größte Risiko für die Finanzmärkte dar.

Gold gehört empirisch belegt zu den besten Vermögensanlagen zum Schutz vor Geldentwertung.

Als größte Inflationstreiber sieht er den eingeschränkten Handlungsspielraum der Notenbanken, sowie die anhaltenden Lieferengpässe sowie die Materialknappheit. Dazu gesellt sich eine Verfestigung der Preisinflation durch Ausgleichsforderungen der Gewerkschaften (Lohn-Preis-Spirale). Auch die Energiewende resp. der Klimaschutz (CO2-Preise) fordern in Sachen Teuerung ihren Tribut.

verhalten von Anlageklassen in verschiedenen Inflationsphasen

Frische Inflationsdaten

Wie sich die aktuelle Inflationsentwicklung darstellt, dafür wird es bereits in dieser Woche erste Daten für Deutschland und die Eurozone geben. Erwartet werden für Deutschland für den Dezember 2021 5,1 Prozent Inflationrate auf Jahresbasis (VPI). In den vergangenen Monaten wurden diese Erwartungen regelmäßig übertroffen.

Die Deutsche Bundesbank rechnet mit einer Jahresinflationsrate von knapp 6 Prozent für den Dezember.

In der Türkei schockte die Statistikbehörde Turkstat heute Morgen mit Inflationszahlen weit jenseits der Konsensschätzungen. Offiziell betrug die Preissteigerungsrate im Dezember 36,08 Prozent. Erwartet wurde lediglich eine Geldentwertung von 30,6 Prozent nach 21,3 Prozent im November. Allein auf Monatsbasis stieg das allgemeine Preisniveau um 13,6 Prozent an. Erwartet wurden "lediglich" 9,0 Prozent.

Die Türkische Zentralbank (TCMB) weigert sich auf Anweisung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, die Zinsen zur Inflationsbekämpfung zu erhöhen. Vor allem die hohe private Verschuldung in der Türkei gilt als Motiv für diese unkonventionelle Geldpolitik. Für die Europäische Zentralbank (EZB), die weder die Zinsen anheben noch auf das Gelddrucken ganz verzichten möchte, gilt ein ähnliches Motiv: die hohe Verschuldung der Südländer. Damit steigt auch in der Euro-Zone die Gefahr einer Inflationsdynamik, die außer Kontrolle zu geraten droht.

Wichtige Termine im Überblick

Mit zu den wichtigsten Konjunkturdaten in dieser Woche zählen die "großen" Arbeitsmarktdaten aus den USA (Nonfarm Payrolls). Sie spielen für die kurzfristige Erwartung der Anleger in Bezug auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed und damit für das Zinsniveau eine große Rolle. Fallen die Zahlen deutlich besser aus als erwartet, führt dies in der Regel in den Folgetagen zu nachgebenden Edelmetallpreisen. Im Monat Dezember sollen 400.000 neue Stellen geschaffen worden sein, nach 210.000 im November. Gleichzeitig wird eine Steigerung der Stundenlöhne gegenüber dem Dezember 2020 in Höhe von 4,2 Prozent erwartet. Damit setzt sich die Lohn-Preis-Spirale in den USA weiter fort.

Die weiteren kursrelevanten Termine für die KW 1 für Gold, Silber & Co. können Sie der folgenden Übersichtstabelle entnehmen.

Wochentag Zeit (MEZ) Datenart Prognose Vorherig
Montag 8:00 Uhr TRY: Erzeugerpreise Türkei 2021 79,9 % 54,6 %
Montag 9:55 Uhr DE: Einkaufsmanager-Index Verarbeitendes Gewerbe 57,4 57,9
Montag 21:30 Uhr USA: Terminmarktdaten (CoT) Gold und Silber - -
Dienstag 2:45 Uhr CHN: HSBC Einkaufsmanager-Index China Verarbeitendes Gewerbe (Dez.) 50,0 49,9
Dienstag 8:00 Uhr DE: Einzelhandelsumsatz (Nov. | Jahr) -4,9 % -2,9 %
Dienstag 9:55 Uhr DE: Arbeitslosenquote (Dez.) 5,3 % 5,3 %
Dienstag 9:55 Uhr DE: Veränderungsrate der Arbeitslosenzahlen (Dez) -15k -34k
Dienstag 11:00 Uhr CH: Pressekonferenz der OPEC zu Fördermengenkontingenten - -
Dienstag 16:00 Uhr USA: ISM Einkaufsmanager-index Verarbeitendes Gewerbe (Dez.) 60,1 61,1
Mittwoch 00:00 Uhr USA: Gesamte Fahrzeugverkäufe (Dez.) - 12,9 Mio.
Mittwoch 9:55 Uhr DE: Einkaufsmanager-Index Dienstleistungen (Dez.) 48,4 48,4
Mittwoch 14:15 Uhr USA: ADP-Daten zu den neu geschaffenen Stellen im Privatsektor (Dez.) 400k 534k
Mittwoch 16:30 Uhr USA: Rohöllagerbestände in Mio. Barrel -2,8 -3,576
Mittwoch 20:00 Uhr USA: Sitzungsprotokoll der Fed vom 15.12.2021 - -
Donnerstag 11:00 Uhr EU: Erzeugerpreise Eurozone (Nov. | Jahr) 22,9 % 21,9 %
Donnerstag 14:00 Uhr DE: Verbraucherpreise für Deutschland (Dez. | Jahr) 5,1 % 5,2 %
Donnerstag 14:00 Uhr DE: Verbraucherpreise für Deutschland (Dez. | Monat) 0,4 % -0,2 %
Donnerstag 14:30 Uhr USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (KW 52) 200k 198k
Donnerstag 16:00 Uhr USA: Einkaufsmanager-Index Dienstleistungs-Sektor (Dez.) 71,0 74,6
Freitag 8:00 Uhr DE: Industrieproduktion Deutschland (Nov. | Monat) 1,0 % 2,8 %
Freitag 11:00 Uhr EU: Verbraucherpreise Euro-Zone VPI (Dez. | Jahr) 4,7 % 4,9 %
Freitag 14:30 Uhr USA: Neu geschaffene Stellen außerhalb der Landwirtschaft (Dez.) 365k 235k
Freitag 14:30 Uhr USA: Stundenlöhne (Dez. | Jahr) 4,2 % 4,8 %
Freitag 21:00 Uhr USA: Verbraucherkredite (Nov.) in Mrd. USD 18,57 16,9
Datenquelle: Thomson Reuters, Investing.com
Autor: Hannes Zipfel
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