Stand: 22.02.2017 von Egmond Haidt 4 Kommentare

Der weltweite Aktienmarkt ist auf neue Rekordhochs geklettert. Dabei sind die Risiken für die Weltwirtschaft und den Finanzmarkt größer denn je. Daher dürfte Gold als sicherer Hafen zusehends gefragt sein und die Notierung des Edelmetalls weiter steigen.

Knapp unter dem Drei-Monats-Hoch notiert der Goldpreis: In einem Umfeld, in dem nicht nur der US-Aktienmarkt, sondern der weltweite Aktienmarkt am Rekordhoch notieren, ist das mehr als bemerkenswert. Denn in einem Umfeld, in dem alles rosig ist, bräuchte man doch eigentlich kein Gold, oder?

Zumal der VIX, der die Schwankungen des S&P500 abbildet, mit lediglich 12 Punkten auf einem sehr niedrigen Niveau notiert und damit signalisiert, wie entspannt und gelassen die Investoren am US-Aktienmarkt sind.

CBOE Volatility Index

Diff. % 1 Woche 1 Monat 3 Monate 1 Jahr 5 Jahre
Performance 0,0069 0,0773 0,0026 -6,84% -43,64% -36,39%
Hoch 11,7 12,86 12,99 14,72 26,72 53,29
Tief 11,44 10,8 9,97 9,97 9,97 9,97
Volatilität (%) -- 98,08 75,07 77,91 116,85 118,45
5 Tage 30 Tage 100 Tage 250 Tage
Ø-Preis 11,51 11,45 13,19 14,15
Ø-Volumen 0 0 0 0

Quelle: www.comdirect.de/inf/indizes Stand: 22.02.2017

Ein Indikator zeigt aber, dass die Risiken für die Weltwirtschaft und damit für den Finanzmarkt in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen sind, sich das bislang aber nicht am Aktienmarkt widerspiegelt: dieser Indikator ist der Goldpreis.

Goldpreis im Vergleich zum VIX Index Stand:22.02.2017

Seit dem Tief vom Dezember 2016 ist er um knapp zehn Prozent geklettert und zeigt damit an, dass Gold als sicherer Hafen zusehends gefragter ist.

Risiko in der Weltwirtschaft gestiegen

Die Risiken für die Weltwirtschaft sind enorm gestiegen. Das spiegelt der „Global Economic Policy Uncertainty“ Index, der zuletzt auf Rekordhochs nach oben geschossen ist, eindrucksvoll wider. Er zeigt damit an, dass die Risiken für die Weltwirtschaft viel größer sind als je zuvor.

Investoren haben dabei gerade die Wahlen in der Euro-Zone im Auge: Am 15. März sind Parlamentswahlen in den Niederlanden, um 23. April ist die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Das haben wir in dem Beitrag „Trump und Vorgänge in Euro-Zone sprechen für Gold“ ausführlich thematisiert.

Sollte Le Pen, die Chefin des Front National, die Präsidentschaftswahl in Frankreich gewinnen, könnte das der Anfang vom Ende des Euro sein. Die politischen Risiken in der Euro-Zone sind damit größer als je zuvor. Für weiterhin sehr hohe Risiken sorgt zudem die Politik des US-Präsidenten Donald Trump. Er hat zwar ein „phänomenales“ Steuersenkung-Programm angekündigt. Langsam müsste er das Konzept aber mal auf den Tisch legen, nachdem Trump schon länger als einen Monat im Amt ist und Investoren bislang nur vertröstet hat. Immerhin wusste Trump seit dem 8. November, dass er der 45. Präsident der USA werden würde und hätte mehr als genug Zeit gehabt, damit sein wichtiger Wirtschaftsberater Gary Cohn, der zuvor im Aufsichtsgremium von Goldman Sachs saß, ein entsprechendes Steuergesetz ausgearbeitet hätte.

Langfristig sollte der US-Dollar schwächer werden

Wie immer Cohn’s Konzept auch aussehen mag: es dürfte dazu führen, dass die Staatsschulden der USA in den nächsten Jahren stark steigen werden. Dabei haben die USA im vergangenen Jahr knapp eine Billion Dollar neue Schulden gemacht. Eigentlich müsste ein massives Steuersenkungs - Programm die Wirtschaft kräftig ankurbeln und damit für einen steigenden Dollar sorgen, was den Goldpreis belasten würde.

Allerdings dürften die Steuersenkungen die Wirtschaft nicht so stark ankurbeln, wie viele Experten erwarten, weil die Unternehmen das Geld über Aktienrückkäufe an die Aktionäre weiterleiten werden und eben nicht investieren dürften. Gleichzeitig werden Trump und sein Team bei jeder Gelegenheit den Dollar nach unten reden, um die Wettbewerbsfähigkeit der US-Unternehmen im Export zu verbessern. Entgegen der Behauptung vieler Experten sind das die US-Firmen nämlich ganz und gar nicht, wie ein jährliches Außenhandelsdefizit von rund 500 Mrd. Dollar klar zeigt. Ein gerade gegenüber dem Yen sinkender Dollar beflügelt den Goldpreis, wie Sie in etlichen Beiträgen, wie „Kommt 2017 die Euro-Krise?“ nachlesen können.

Wegen der bevorstehenden Schuldensause in den USA trüben sich die mittel- und langfristigen Perspektiven für den Dollar zudem stark ein, denn bei einer derartigen Dollar-Schwemme dürfte der Kurs des Dollar gegenüber anderen Währungen in den nächsten Jahren deutlich sinken. Das würde den Goldpreis beflügeln.

Gold steigt trotz Zinserhöhungen der US-Notenbank

Bemerkenswert ist auch, dass der Goldpreis auf dem Weg nach oben ist, obwohl die Chefin der US-Notenbank FED Janet Yellen die Zinsen im laufenden Jahr kräftig erhöhen möchte. Investoren bezweifeln aber, dass Yellen tatsächlich kräftig an der Zinsschraube drehen wird. Denn die Risiken für die US-Wirtschaft sind weiterhin hoch, zumal wenn Trump einen Handelskrieg mit China, Mexiko und Deutschland beginnen sollte.

Mögliche Gegenmaßnahmen von Ländern, wie China, würden die US-Wirtschaft schwer belasten. Verwunderlich ist, wieso Trump China noch nicht als „Währungsmanipulation“ bezeichnet hat. Genau das wollte Trump doch bereits am ersten Tag seiner Präsidentschaft tun. Trump steckt aber in einem Interessenkonflikt was China angeht, denn er hat dort zahlreiche Anträge zum Schutz von Markennamen gestellt. Wenn man China zu sehr angreift, könnte das vielleicht negative Auswirkungen auf die Entscheidungen der chinesischen Behörden zu Trump’s Markenrechten haben, oder? Wie immer Trump’s Außenpolitik gegenüber China auch sein wird, sollten Investoren weiterhin den US-Anleihenmarkt genau im Auge behalten.

Dass die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen seit fast drei Monaten um die Marke von 2,5 Prozent seitwärts tendieren, zeigt, dass viele Investoren bezweifeln, dass es zu einer kräftigen Belebung der US-Wirtschaft und damit einem weiteren deutlichen Anstieg der US-Inflation kommen wird. Dabei war die US-Inflation zuletzt mit 2,5 Prozent auf das höchste Niveau seit März 2012 gestiegen. Sollte Yellen trotz weiter deutlich steigender US-Inflation die Zinsen nur sehr zaghaft anheben, sollte das den Goldpreis beflügeln, denn das Edelmetall ist seit jeder ein hervorragender Schutz gegen Inflation.

Anleger sollten weiterhin das Währungspaar Dollar-Yen und die US-Zinsen im Auge behalten. Sollte der Dollar sinken, würde das den Goldpreis beflügeln. Falls die US-Zinsen, gerade für zehnjährige Anleihen, trotz stark steigender Inflationweiterhin nicht steigen, würde das dem Goldpreis zusätzlichen Rückenwind geben. Zudem sollte das Edelmetall angesichts der weltweit stark steigenden Risiken als sicherer Hafen zusehends gefragt sein, nicht zuletzt wenn die Wahlen in den Niederlanden und Frankreich zusehends näherkommen.

Weltwirtschaft: Steigendes Risiko spricht für Gold
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
Du hast eine Meinung dazu? Her damit!
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen siehst du?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar zur Veröffentlichung auf gold.de gespeichert wird. Du kannst deine Einwilligung jederzeit per Mail an info@gold.de widerrufen. Hier findest du unsere Datenschutzerklärung.
Kommentare [4]
  • von ja ja | 24.02.2017, 07:31 Antworten

    sag ich doch schon die ganze zeit...diese vermeintlich authentischen artikel hier sind rein verkaufsstrategisch orientiert und aufgebaut...

    keine wirklich aktuellen und realistische infos...

    nur gold-promotion-sales-parolen!

    diese seite verliert an seriösität....

  • von Peter Weber | 22.02.2017, 22:26 Antworten

    Wer hat den nan diesem Chart so lange an den Maßstäben gedreht, daß dieser Unsinn da oben sichtbar wurde. Beim VIX 100% Schwankungsbreite beim Goldpreis 15%. Wenn man das auf den selben Maßstab bingt bleibt eine nahezu flache linie übrig. Dazu einen beliebigen Trendkanal hauptsache steil nach oben und fertig ist der Hokuspokus. Vielen Dank.

  • von Klaus | 22.02.2017, 17:49 Antworten

    Dieser Artikel enthält zu viele "wenn und aber" als auch spekulative Elemente und ist nach meiner Überzeugung somit selbst hoch spekulativ.

  • von ABC | 22.02.2017, 16:24 Antworten

    Man versteht gerade noch so was gemeint ist, da auch in der Satzstellung zuviele Schreibfehler.

Copyright © 2009-2019 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Handcrafted with in "Schwäbisch Sibirien", Germany