Stand: 21.05.2016  0 Kommentare

Wie aus den " Gold Demand Trends " des World Gold Council hervorgeht, ist die Goldnachfrage ist im 1. Quartal 2016 um 21 % auf 1.290 Tonnen gestiegen. Eine global schwache Nachfrage nach Goldschmuck wurde durch die entschlossene Rückkehr der Großinvestoren in Gold-ETFs mehr als kompensiert, während die Verkäufe von Barren und Münzen geringfügig zulegten und die Zentralbanken wie in den vorangegangenen fünf Jahren ihre Goldreserven aufstockten.

Nachfrage nach Goldschmuck

Die Nachfrage nach Goldschmuck ist im 1. Quartal 2016 um 115 Tonnen oder 19 Prozent auf 481,9 Tonnen gefallen. Der weit überwiegende Teil des Rückgangs ist auf die Schwäche in China und Indien, den beiden größten Märkten für Goldschmuck, zurückzuführen. In China ging die Nachfrage um 37 Tonnen auf 179,4 Tonnen und in Indien sogar um 62 Tonnen auf ein Siebenjahrestief von 88,4 Tonnen zurück.

Einer der Gründe für die Kaufzurückhaltung war der stark anziehende Goldpreis in den ersten drei Monaten des Jahres. In der in der indischen Landeswährung, der Rupie, war die Verteuerung des Edelmetalls noch deutlicher als in Dollar oder Euro. Ende Februar wurden die indischen Juweliere dann einmal mehr von Maßnahmen der Regierung negativ betroffen.

Neben einer Anhebung der Einfuhrsteuern für das Edelmetall wurde auch eine neunprozentige Steuer auf die Schmuckherstellung erhoben. Die Folge war ein Streik der indischen Juweliere, sodass die Konsumenten in weiten Teilen des südasiatischen Landes gar nicht die Möglichkeit hatten, vor Ort Goldschmuck zu kaufen.

Der Rückgang der Schmucknachfrage in China hatte seine Ursache in der übergeordneten Schwäche des Wirtschaftswachstums, das mit 6,7 Prozent im 1. Quartal so gering ausfiel wie zuletzt 2009. Die Folge war eine allgemeine Kaufzurückhaltung des Konsumenten. Hinzu kamen neue Regierungsvorschriften für die Punzierung von hochkarätigem Goldschmuck, die dazu führten, dass die Juweliere in großem Stil Waren wieder aus den Regalen entfernten.

Der Iran bot in den ersten drei Monaten des Jahres einen der wenigen Lichtblicke am internationalen Schmuckmarkt. Die Verbraucher des Landes profitierten von der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen und kauften 9,9 Tonnen Goldschmuck - etwa 10 Prozent mehr als im 1. Quartal 2015. Die fortschreitende Integration des Landes in die Weltwirtschaft sollten auch die verfügbaren Einkommen und in der Folge die Nachfrage nach Luxusgütern wie Goldschmuck in den kommenden Jahren weiter ansteigen lassen.

Investmentnachfrage: ETFs

Mit einem Zuwachs von 122 Prozent auf 617,6 Tonnen stieg die Investmentnachfrage nach Gold auf den zweithöchsten jemals dokumentierten Stand nach dem 1. Quartal 2009. Der wichtigste Treiber des deutlichen Anstiegs waren Großinvestoren, die mit Zuflüssen in ETFs von 363.7 Tonnen eine dreijährige Phase fast ununterbrochener Abflüsse beendeten. Die Aussicht auf eine Zeit der Negativzinsen für festverzinsliche Wertpapiere dürfte dem Sinneswandel der institutionellen Anleger entscheidend Vorschub geleistet haben.

Investmentnachfrage: Goldbarren und Goldmünzen

Die von Kleinanlegern dominierte physische Nachfrage nach Goldmünzen und Goldbarren legte im 1. Quartal ebenfalls zu, wenn auch im bescheidenerem Umfang von nur einem Prozent. Das Volumen belief sich auf 253,9 Tonnen. Der Anstieg war ausschließlich auf die steigende Beliebtheit von Goldmünzen zurückzuführen.

Das Plus lag in diesem Bereich bei 17 Prozent, während die Nachfrage nach Goldbarren sogar um 2 Prozent rückläufig war. In den USA stieg die physische Investmentnachfrage mit 55 Prozent auf 18,3 Tonnen besonders stark. In Europa hielt sich die Nachfrage auf hohem Niveau von 58,4 Tonnen gegenüber 58,1 Tonnen im Vorjahresquartal.

Der Löwenanteil der europäischen Nachfrage von 31,1 Tonnen entfiel auf Deutschland. Die Goldkäufe hierzulande sind laut dem World Gold Council "motiviert von einem Bedürfnis nach einfachen physischen Investments mit geringem Risiko sowie dem Gefühl, in Anlageklassen zu investieren die das Vermögen vor einer schwachen Wirtschaftsentwicklung, der Regierungspolitik und fluktuierenden Wechselkursen schützen."

In den beiden asiatischen Märkten China und Indien entwickelte sich die physische Investmentnachfrage unterschiedlich. In China lag sie mit 61,9 Tonnen um 5 Prozent über und in Indien mit 28 Tonnen um einem Drittel unter dem Niveau des Vorjahresquarttals.

Goldnachfrage der Zentralbanken

Gold steht als Mittel der Diversifikation von Devisen bei den Zentralbanken nach wie vor hoch im Kurs. Die Zukäufe überwogen die Verkäufe sehr deutlich, sodass netto ein Zuwachs um 109,4 Tonnen übrigblieb. Russland kaufte mit 45,8 Tonnen mehr Gold als jedes andere Land. Auf dem 2. Platz folgt China mit einer Erhöhung der Goldbestände um 35,1 Tonnen.

Die größten Goldreserven am Ende des 1. Quartals hielten die USA mit 8135,5 Tonnen, Deutschland mit 3381,0 Tonnen und der Internationale Währungsfonds mit 2.814,0 Tonnen. Der letzte Nettoabfluss von Gold aus staatlichen Beständen liegt auf Quartalsbasis mittlerweile fünf Jahre zurück. Schwellenländer wie Russland, China oder Kasachstan sind für den Anstieg praktisch alleine verantwortlich, während sich der Beitrag westlicher Industrieländer wie Deutschland auf den Verkaufsstopp beschränkt.

Goldnachfrage für technologische Anwendungen

Die Nachfrage nach Gold für technologische Anwendungen ging im 1. Quartal 2016 um insgesamt 3 Prozent auf 80,9 Tonnen zurück. Davon entfielen 63, 9 Tonnen (-3 Prozent) auf den Bereich Elektronik, 4,5 Tonnen (-4 Prozent) auf die Zahnmedizin und 12,4 Tonnen (+1 Prozent) auf sonstige Industrien.

Goldangebot

Das Gesamtangebot an Gold legte im 1. Quartal 2016 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015 um 5 Prozent auf 774 Tonnen zu. Der Zuwachs ergibt sich aus einem geringfügig höheren Output der Minen, einer Zunahme von Absicherungsgeschäften der Minenbetreiber (Hedging), die sich den gestiegenen Goldpreis zunutze machten sowie einem um 1 Prozent rückläufigen Angebot von Altgold.

Rückläufige Fördermengen wahrscheinlich

Der Ausblick auf die Zukunft des Fördervolumens der Minen ist eher negativ. Die Betreiber sind laut dem World Gold Council eher darauf fokussiert, Kosten einzusparen und den Output bestehender Minen zu maximieren, als Geld in neue Projekte zu investieren. Schon jetzt deutet einiges auf rückläufige Fördermengen hin:

Gegenüber dem 4. Quartals 2015 war die Summe aus Minengold und Hedging, bei dem es ja um Verkäufe künftig geförderten Goldes handelt, um 10 rückläufig. Auch der gegenüber dem 1. Quartal letzten Jahres höhere Output ruhte nur noch auf den Schultern einiger wenigen großen Gesellschaften wie Barrick Gold, Fresnillo und Polyus Gold.

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