| GOLD | 4.995,59 $/oz | 4.210,60 €/oz | 135,37 €/g | 135.374 €/kg |
| SILBER | 75,65 $/oz | 63,74 €/oz | 2,05 €/g | 2.049,29 €/kg |
Dank des schwächeren Dollars, der stabilen Zinsen, der anhaltenden geopolitischen und handelspolitischen Spannungen sowie der starken Nachfrage an den Terminmärkten, im ETF- bzw. Notenbanksektor, wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres laut WGC 26 neue Allzeithochs markiert.
Bei den ETF-Beständen war im ersten Halbjahr ein Zuwachs um 397 Tonnen auf insgesamt 3.616 Tonnen registriert worden. Dabei hat sich der Wert des verwalteten Vermögens (AUM) um 41 Prozent auf 383 Mrd. Dollar erhöht. Trotz dieses Wachstums liegen die ETF-Bestände weiterhin unter dem Spitzenwert von 2020 (3.925 Tonnen), was weiteres Aufwärtspotenzial signalisiert (siehe Chart).
Mit Blick auf die weitere Entwicklung des Goldpreises in der zweiten Jahreshälfte sind für den WGC drei Szenarien denkbar:
Basisszenario(Konsens) – moderate Trendfortsetzung: Die meisten Ökonomen erwarten eine Seitwärtsbewegung der Weltkonjunktur, eine globale Inflation leicht über 5 Prozent sowie vorsichtige Zinssenkungen (ca. 50 Basispunkte) durch die Fed bis Jahresende. Beim Eintreten dieses Szenario rechnet der WGC damit, dass Gold seitwärts tendieren oder moderat um 0 bis 5 Prozent steigen wird.
Bullenszenario– wirtschaftliche Verschlechterung: Kommt es zu verschärfter Stagflation oder sogar zu einer Rezession, könnten Fluchtbewegungen in sichere Häfen einsetzen. Gold würde dann von fallenden Zinsen und einem weiteren Rückgang des Dollars profitieren. Der WGC prognostiziert in diesem Fall ein Kursplus von 10 bis 15 Prozent im zweiten Halbjahr, was ein Jahresplus von rund 40 Prozent nach sich ziehen würde.
Bärenszenario– geopolitische Entspannung: Sollten die Handelskonflikte und geopolitischen Spannungen deutlich nachlassen, könnte Gold laut dem WGC Verluste zwischen 12 und 17 Prozent erleiden. In diesem Fall würden Investoren wieder stärker in risikobehaftete Anlageklassen umschichten, während steigende Zinsen und ein stärkerer US-Dollar die Attraktivität von Gold mindern würden..
Unter technischen Aspekten befindet sich Gold laut dem WGC in einer gesunden Konsolidierungsphase, die Raum für neue Impulse lässt. Auf fundamentaler Seite erwarten die WGC-Analysten:
Eine anhaltend hohe Nachfrage von Zentralbanken, zwar unter dem Rekordniveau der Vorjahre, aber über dem 10-Jahres-Durchschnitt
Eine stabile ETF-Nachfrage, die noch erhebliches Aufholpotenzial eröffnet
Eine gebremste Privatnachfrage wegen hoher Preise, gepaart mit steigendem Recycling, was die Angebotsseite entlastet
Weitere ETF-Zuflüsse möglich
Quelle: World Gold Council
Fazit:
Der Goldpreis bleibt stark abhängig von der weiteren makroökonomischen Entwicklung, insbesondere mit Blick auf die US-Geldpolitik, geopolitische Risiken sowie die Inflation. Während moderate Zugewinne unter den Konsensannahmen wahrscheinlich sind, hat Gold im Falle negativer Überraschungen deutliches Potenzial nach oben.
Bei nachlassender Risikoaversion droht indes eine spürbare Korrektur. Laut WGC bleibt Gold in jedem Fall ein strategisch sinnvoller Baustein für taktische und langfristige Anlageentscheidungen.
Während in den USA bis zum Jahresende Zinssenkungen um 50 Basispunkte als wahrscheinlich gelten, dürfte die EZB erst einmal eine Zinspause einlegen. Laut einer aktuellen Reuters-Umfrage unter 84 Ökonomen gehen 100 Prozent der Befragten davon aus, dass die EZB auf der für Donnerstag angekündigten Sitzung die Leitzinsen nicht verändern wird.
In den USA blieb ein markanter Zinsrutsch aufgrund der Sorgen um die Inflation und den US-Staatshaushalt sowie die Folgen der chaotischen Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump bislang aus. Nun darf man gespannt sein, wie sich nach dem Beschluss neuer US-Krypto-Gesetze die Finanzsysteme langfristig entwickeln werden. Am Donnerstag und Freitag stehen nun wichtige US-Konjunkturindikatoren zur Bekanntgabe an.
In der vergangenen Woche waren ausgesprochen robuste Wirtschaftsdaten gemeldet worden. Je schwächer sich die US-Wirtschaft entwickelt, desto wahrscheinlicher werden Zinssenkungen der Fed und desto gefragter und attraktiver bleibt Gold.
Derzeit dürfte daher auf lange Sicht mehr für den Besitz als für den Verkauf von Gold sprechen.
Gold steigt, fällt oder bleibt gleich - seit Jahrtausenden das gleiche Spiel! Lustig, immer wieder Artikel darüber zu schreiben! Und immer die gleichen Fehlannahmen - Gold steigt nicht bei Inflation oder wirtschaftlichen Turbulenzen, sondern nur bei Vertrauensverlust in die Regierungen!