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Stand: 06.02.2026 von Jörg Bernhard
Der Goldmarkt hat 2025 ein Jahr erlebt, das der World Gold Council (WGC) als „bahnbrechend“ bezeichnet hat. Erstmals überstieg die gesamte Goldnachfrage einschließlich OTC-Handel die Marke von 5.000 Tonnen.
Gold 2025: Rekordnachfrage, Rekordpreise – ein Wendepunkt

Rekorde wie am Fließband

Außerdem markierte der Goldpreis eine nie dagewesene Serie von Rekorden: So gab es bei den von der LBMA veröffentlichten Preisen (Nachmittags-Fixing) insgesamt 53 neue Allzeithochs zu vermelden. Diese Kombination aus Rekordnachfrage und Rekordpreisen führte zu einem historischen Marktwert von 555 Mrd. Dollar – ein Plus von rund 45 Prozent gegenüber 2024.

Des Weiteren kletterte der durchschnittliche Goldpreis gegenüber dem Vorjahr um 44 Prozent auf 3.431 Dollar. Als besonders bemerkenswert erwies sich das vierte Quartal: Mit einem Durchschnittspreis von 4.135 Dollar wurde das vergleichbare Vorjahresquartal sogar um 55 Prozent übertroffen.

Auf der Angebotsseite zeigte sich der Markt stabil mit leicht steigender Tendenz. Die weltweite Minenproduktion legte um rund ein Prozent auf 3.672 Tonnen zu – ebenfalls ein neuer Rekordwert.

Parallel dazu nahm das Goldrecycling um drei Prozent auf 1.404 Tonnen zu. Der WGC betonte allerdings, dass dieser Anstieg trotz eines um 67 Prozent höheren Dollar-Goldpreises relativ moderat ausfiel – ein Hinweis darauf, dass viele Besitzer ihr Gold auch bei hohen Preisen nicht verkauften. Insgesamt belief sich das gesamte Goldangebot 2025 auf 5.002 Tonnen.

Nachfrage: Investmentsektor treibt den Markt

Die stärkste Dynamik kam 2025 eindeutig aus dem Investmentbereich. Die gesamte Investmentnachfrage stieg um 84 Prozent auf 2.175 Tonnen – der größte Treiber des Marktbooms. Besonders auffällig war der Zufluss in Gold-ETFs: Die Bestände erhöhten sich um 801 Tonnen, was den zweitstärksten Zuwachs aller Zeiten darstellt. Gleichzeitig erreichte der Kauf von Barren und Münzen mit 1.374 Tonnen ein 12-Jahres-Hoch.

Auch die Zentralbanken blieben wichtige Akteure. Mit 863 Tonnen Nettozukäufen lagen sie am oberen Ende der WGC-Erwartungen für 2025. Zwar fiel das Tempo etwas geringer aus als in den Vorjahren, doch die Käufe waren geografisch breit gestreut und historisch weiterhin sehr hoch.

Ein völlig anderes Bild zeigte sich im Schmucksektor. Die Nachfragemenge sank um 19 Prozent auf 1.638 Tonnen, was der WGC angesichts der stark gestiegenen Preise als vollständig erwartbar bezeichnet hat. Dennoch erreichte der Wert der globalen Schmucknachfrage einen Rekord von 172 Mrd. Dollar (+18 Prozent). Das bedeutet: Weniger Gold wurde verarbeitet, aber zu deutlich höheren Preisen verkauft – ein klassischer Preiseffekt.

Technologie: Stabil trotz Unsicherheiten

Auch die industrielle und technologische Nutzung blieb weitgehend robust. Die Gesamtnachfrage in diesem Bereich lag bei 322,8 Tonnen, nur minimal unter dem Vorjahreswert. Besonders der Elektroniksektor zeigte sich resistent, während neue Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) zusätzliche Nachfrageimpulse lieferten. Damit erwies sich Gold erneut als wichtiger Werkstoff in Hightech-Branchen.

World Gold Council: Gold Demand Trends 2025

Nachfrage (in Tonnen)20242025Diff. (% p.a.)
Schmuckproduktion2.026,61.638,0-19,2 %
Schmucknachfrage1.886,91.542,3-18,3 %
Lagerbestände139,695,7-31,4 %
Technologie326,2322,8-1,0 %
Elektronik270,8270,4-0,1 %
Andere Industrien46,544,2-4,9 %
Dentalbranche8,98,2-7,9 %
Investment1.185,42.175,383,5 %
    Barren & Münzen1.188,31.374,115,6 %
    ETFs und ähnliche Produkte-2,9801,2
Notenbanken1.092,4863,3-21 %
Goldnachfrage (ohne OTC)4.630,64.999,48,0 %
OTC u.a.331,22,9
Goldnachfrage (insgesamt)4.961,95.002,30,8 %
Minenproduktion3.650,403.671,60,6 %
Hedging (Preisabsicherung)-53,8-73,6
Recycling1.365,31.404,32,9 %
Gesamtangebot4.961,95.002,40,8%
Quelle: World Gold Council

Ausblick des World Gold Council

Für 2026 zeichnet der World Gold Council ein tendenziell positives Bild für den Goldmarkt, auch wenn sich die Treiber gegenüber 2025 teilweise verschieben könnten.

Geopolitische Spannungen, strukturelle Unsicherheiten im globalen Finanzsystem und der Wunsch vieler Investoren nach Absicherung dürften die Nachfrage nach Gold als strategischem Portfoliobaustein weiterhin stützen. Besonders die Zuflüsse in Gold-ETFs könnten anhalten, sofern die Geldpolitik lockerer wird und die Attraktivität zinsloser Anlagen steigt.

Gleichzeitig rechnet der WGC damit, dass Zentralbanken ihre Rolle als bedeutende Käufer beibehalten – wenn auch möglicherweise in einem etwas volatileren Rhythmus als in den Rekordjahren zuvor.

Auf der Angebotsseite wird zwar mit moderatem Wachstum in der Minenproduktion gerechnet, dieses dürfte jedoch kaum ausreichen, um strukturelle Nachfrageimpulse vollständig zu kompensieren. Dagegen bleibt der Schmuckmarkt angesichts dauerhaft hoher Preise eher gedämpft.

Insgesamt sieht der WGC daher kein Ende des strukturellen Goldbooms: Stattdessen dürfte Gold auch 2026 als zentraler Sicherheitsanker in einem fragmentierten, unsicheren Weltmarkt bestehen bleiben.

Fazit: 2025 war ein historisches Rekordjahr für Gold – in Menge, Preis und Marktwert. Mehr als 5.000 Tonnen Nachfrage, 53 neue Allzeithochs und ein Marktwert von 555 Mrd. Dollar markieren einen Wendepunkt: Gold hat sich nicht nur als Krisenwährung, sondern als zentraler Vermögenswert im globalen Finanzsystem etabliert.

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Stand: 06.02.2026
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