Stand: 15.06.2021 von Jörg Bernhard
Anleger, die sich für Know-how über Gold interessieren, sind beim World Gold Council (WGC) traditionelle an der richtigen Adresse. Unter www.gold.org kann man sich für alle wichtigen Fakten zum Thema Gold umfassend informieren. In der vergangenen Woche ging das neue Recherche-Tool über die monatlichen Statistiken der Zentralbanken online.
WGC: Neues Recherche-Tool für Goldreserven der Zentralbanken

Hilfreiches Know-how über das Gold der Zentralbanken

Die Notenbanken rund um den Globus spielen an den Goldmärkten eine wichtige Rolle. Zum einen sorgen sie mittlerweile bereits seit Jahrzehnten für Leitzinsen nahe null Prozent und Geldmengen in schier unfassbaren Größen.

Man hat manchmal den Eindruck, dass internationale Geldpolitik diesseits wie jenseits des Atlantiks derzeit nicht in Milliarden, sondern in Billionen bemessen wird.

Zum anderen sind viele Zentralbank seit Jahren aber auch als Nettokäufer von Gold in Erscheinung getreten. Dadurch soll die Abhängigkeit von der Noch-Weltleitwährung Dollar und anderer Reservewährungen reduziert und die Diversifikation vorangetrieben werden.

Seit einer Woche können Anleger die neu gestaltete Übersichtsseite über die Monatsstatistiken internationaler Zentralbanken nutzen. So sind zum Beispiel die Goldreserven von mehr als 120 „Währungshütern“ abrufbar und vor allem ausgesprochen ansprechend aufbereitet.

Wer auf der Suche nach den Goldreserven, den Fremdwährungsreserven, den Gesamtreserven (inkl. Gold) oder den daraus resultierenden Goldquoten bestimmter Notenbanken ist, wird nun beim WGC fündig.

Recherche-Tool des World Gold Council:

Besonders interessant: Die Daten der weltweiten Zentralbanken können – bei Bedarf nach Regionen getrennt – in Tabellen oder Grafiken angezeigt werden. Damit gibt der WGC Anlegern ein hilfreiches Recherche-Werkzeug in die Hand, damit diese sich schnell und detailliert über die Reservepolitik der Zentralbanken informieren können.

Mit dem Tool kann man sich sämtliche Daten regionenübergreifend anzeigen lassen, wobei eine Einteilung in elf Regionen vorgenommen wurde. Wahlweise lassen sich die Daten in einem Baumkarten- oder Balken-Diagramm anzeigen. Ergänzt werden diese Information durch eine Liste mit den fünf Ländern mit dem stärksten Wachstum bzw. Rückgang.

Recherche-Tool des World Gold Council Tabelle

Recherche-Tool des World Gold Council

Sobald man eine bestimmte Region anklickt, sieht man auf einen Blick deren Zahlen und Bedeutung. Als besonders hilfreich erweisen sich aber vor allem die eingebauten Filterfunktionen. Zum einen kann man sich für verschiedene Betrachtungszeiträume („quartalswiese“ oder „jährlich“) entscheiden. Abrufbar sind die Daten übrigens mit einer Historie bis ins Jahr 2000.

Recherche-Tool des World Gold Council Tabelle

Beste Vergleichsmöglichkeiten gegeben

Nimmt man bei einem Besuch der Übersichtsseite zum Beispiel die Weltmacht USA unter die Lupe, fällt folgendes auf:

Das Land verfügt unter sämtlichen Zentralbanken derzeit zwar über das höchste Goldvermögen (498,7 Milliarden Dollar), beim Blick auf die Devisenreserven landet das Land mit 133,8 Milliarden Dollar) weltweit jedoch lediglich auf Rang 17.

Bei China, dem derzeit einzigen Konkurrenten um die globale Führungsrolle, stellt sich die Lage völlig anders dar. Mit 3.238 Milliarden Dollar verfügt das Reich der Mitte – gefolgt von Japan (1.344 Milliarden Dollar) und der Schweiz (1.020 Milliarden Dollar) – über die höchsten Devisenreserven und belegt mit „offiziellen“ Goldbeständen in Höhe von 118,2 Milliarden Dollar immerhin Platz 6.

Zum Vergleich: Deutschland landet mit Devisenreserven in Höhe von 64,0 Milliarden Dollar „lediglich“ auf Rang 29 und bei Gold mit 204,1 Milliarden Dollar hingegen auf Rang 2.

Ausblick für die laufende Woche

Nachdem am vergangenen Donnerstag die US-Inflationsrate mit 4,7 Prozent p.a. auf den höchsten Wert seit August 2008 geklettert war, dürfte das Thema Inflation auch in der laufenden Handelswoche die Gemüter der Investoren bewegen.

Neben den für Dienstag anberaumten US-Produzentenpreisen sowie den Im- und Exportpreisen (Mittwoch) erfahren die Akteure an den Finanzmärkten in den kommenden Tagen, wie es um die Preisstabilität in der Eurozone, Großbritannien und Japan bestellt ist.

Noch vor Monaten wünschten sich die Notenbanker dies- und jenseits des Atlantiks höhere Inflationsraten – mittlerweile dürfte eher das Gegenteil der Fall sein.

Gut zu wissen: Die Lebensweisheit „Das Leben ist kein Wunschkonzert“ scheint auch für scheinbar allmächtige Zentralbanken zu gelten.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"