| GOLD | 4.339,25 $/oz | 3.760,95 €/oz | 120,92 €/g | 120.917 €/kg |
| SILBER | 67,79 $/oz | 58,76 €/oz | 1,89 €/g | 1.889,18 €/kg |
Family-Offices verwalten die Vermögen sehr wohlhabender Familien und denken oft in Jahrzehnten statt in Quartalen. Die Studie zeigt deutlich: Viele professionelle Vermögensverwalter sehen das globale Anlageumfeld vor einem grundlegenden Wandel.
Der UBS Global Family Office Report zählt zu den umfangreichsten Erhebungen seiner Art. Befragt wurden Single Family Offices, die im Durchschnitt Vermögen von mehr als einer Milliarde Dollar verwalten. Ziel der Studie ist es, die Einschätzungen dieser Investoren zu wirtschaftlichen Risiken, Kapitalmärkten und Anlagestrategien zu erfassen.
Eine der auffälligsten Erkenntnisse lautet, dass rund 60 Prozent der befragten Family Offices innerhalb der kommenden zwölf Monate eine strategische Anpassung ihrer Vermögensallokation planen (siehe Tabelle).
Ein derart hoher Wert wurde in der Geschichte der Studie bislang nicht erreicht. Dies deutet darauf hin, dass viele große Vermögensverwalter die aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Veränderungen als langfristig bedeutsam einstufen.
| Veränderungen der strategischen Vermögensallokation? | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ja, wir planen Veränderungen | 31 % | 25 % | 34 % | 37 % | 27 % | 35 % | 60 % |
| Nein, wir planen keine Veränderungen | 69 % | 75 % | 66 % | 63 % | 73 % | 65 % | 40 % |
Ein zentrales Thema des Berichts ist die zunehmende Diskussion über eine mögliche Entdollarisierung der Weltwirtschaft.
Viele Family Offices beobachten mit Sorge die steigende Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten, hohe Haushaltsdefizite sowie geopolitische Spannungen. Hinzu kommt die zunehmende Fragmentierung der Weltwirtschaft.
Diese Entwicklungen führen dazu, dass zahlreiche Investoren ihre bisherigen Dollarinvestments hinterfragen. Zwar bleibt der Dollar weiterhin die wichtigste Reservewährung der Welt. Dennoch zeigen die Ergebnisse der Studie, dass viele professionelle Anleger langfristig mit einer stärkeren Diversifizierung des internationalen Währungssystems rechnen.
Die erwarteten Veränderungen spiegeln sich auch in den geplanten Umschichtungen wider. Besonders gefragt sind laut UBS Infrastrukturinvestitionen, Schwellenländer-Aktien sowie alternative Anlageklassen. Viele Family Offices suchen gezielt nach Vermögenswerten, die weniger stark von den Entwicklungen an den klassischen Aktien- und Anleihemärkten abhängig sind.
Gleichzeitig verliert der Immobiliensektor bei vielen Befragten etwas an Attraktivität. Höhere Finanzierungskosten und veränderte Marktbedingungen führen dazu, dass einige Investoren ihre Immobilienquoten reduzieren oder zumindest nicht weiter ausbauen wollen.
Generell steht bei den geplanten Umschichtungen das Ziel im Vordergrund, die Portfolios widerstandsfähiger gegenüber geopolitischen Risiken, Inflation und möglichen Währungsschwankungen zu machen.
Besonders bemerkenswert ist eine weitere Zahl aus dem Bericht: Zwei Drittel der Family Offices rechnen mit einem Vertrauensverlust des US-Dollars, was die Debatte über die langfristige Dominanz der Weltleitwährung weiter befeuert.
Sie zeigt jedoch, dass viele professionelle Investoren eine breitere Streuung ihrer Vermögenswerte für sinnvoll halten. Je stärker solche Überlegungen verbreitet sind, desto größer wird das Interesse an alternativen Reservewerten und Sachanlagen.
Für Anleger ergibt sich daraus eine interessante Schlussfolgerung. Wenn einige der weltweit größten privaten Vermögensverwalter ihre Portfolios stärker diversifizieren und die Abhängigkeit vom Dollar reduzieren möchten, könnten reale Vermögenswerte profitieren. Dazu zählen insbesondere Gold, aber auch Infrastrukturinvestitionen und andere Sachwerte.
Fazit: Die Ergebnisse des UBS Global Family Office Report 2026 sprechen daher dafür, dass Gold und andere reale Vermögenswerte auch künftig eine wichtige Rolle bei der Diversifikation großer Vermögen spielen dürften – auch, wenn der seit Generationen bewährte Krisen-, Vermögens- und Inflationsschutz innerhalb des Report nicht direkt erwähnt wird.
Quelle: UBS Global Family Office Report 2026
Am 11. Juni steht die nächste Zinsentscheidung der EZB auf der Agenda. Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte wird in Fachkreisen aktuell als sehr wahrscheinlich eingestuft. In den kommenden Handelstagen dürften sich die Marktakteure aber auch für die anstehende Datenflut zum US-Arbeitsmarkt stark interessieren.
Neben dem ADP-Monatsbericht (Mittwoch) und dem Challengerbericht über Stellenstreichungen sowie die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe (beide Donnerstag) dürften die Marktakteure vor allem den Mai-Bericht des US-Arbeitsministeriums genau „inspizieren“.
Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage soll die Arbeitslosenrate bei 4,3 Prozent verharren und die Zahl neu geschaffener Stellen von 115.000 auf 85.000 sinken.
Während die EZB den Auftrag hat „Preisstabilität“ zu erreichen, soll die Fed Preisstabilität gewährleisten und maximale Beschäftigung fördern (Doppelmandat).
Man darf daher gespannt sein, ob bzw. wann der neue Fed-Chef Kevin Warsh Trumps Wunsch nach Zinssenkungen erfüllen wird. Derzeit gelten in den USA Zinserhöhungen als deutlich wahrscheinlicher.