| GOLD | 4.743,11 $/oz | 4.057,90 €/oz | 130,46 €/g | 130.465 €/kg |
| SILBER | 75,06 $/oz | 64,21 €/oz | 2,06 €/g | 2.064,40 €/kg |
Dies belegt u.a. der HSBC Affluent Investor Snapshot 2025, basierend auf einer Umfrage unter fast 11.000 wohlhabenden Privatpersonen aus zwölf Ländern. Dessen Ergebnis hat eindrucksvoll aufgezeigt, dass sich Gold weltweit zu einer der wichtigsten Anlageklassen in den Portfolios vermögender Privatanleger entwickelt hat. Die durchschnittliche Goldquote stieg nämlich weltweit von rund sechs Prozent auf etwa elf Prozent.
Die Befragten reduzierten ihre Bargeld- und geldnahen Anlagen global um nahezu 40 Prozent, während sie ihre Investitionen in Gold und andere alternative Anlagen erheblich ausbauten. Etwa die Hälfte der Anleger plant, innerhalb der nächsten zwölf Monate in alternative Anlageformen, darunter auch Gold, zu investieren.
Der wachsende Goldanteil spiegelt eine verstärkte Suche nach Sicherheit und Stabilität wider. Weltweit sorgt die Kombination aus geopolitischen Unsicherheiten, Währungsrisiken und volatilen Aktienmärkten für ein gesteigertes Vertrauen in Gold als langfristigen Wertspeicher.
Damit hat sich Gold 2025 nicht nur als taktische Absicherung, sondern auch als strategischer Kernbaustein für wohlhabende Anleger etabliert – mit einer klaren Funktion als Stabilitätsanker und Diversifikationsinstrument in einer zunehmend komplexen Finanzwelt.
Die Daten des World Gold Council (WGC) zum ersten Halbjahr 2025 lieferten ebenfalls einen klaren Beleg für die weltweit gestiegene Investorennachfrage. Diese hat sich nämlich von 473,2 auf 1.028,4 Tonnen (plus117,3 Prozent) mehr als verdoppelt.
Dies war vor allem auf den ETF-Sektor zurückzuführen, wo in H1 2024 noch Goldabflüsse von 120,1 Tonnen zu Buche schlugen. In den Monaten Januar bis Juni 2025 registrierte dieses Marktsegment mit Goldzuflüssen in Höhe von 397,1 Tonnen einen massiven Stimmungsumschwung.
Aktuelle Daten des WGC für die ersten sieben Monate (siehe Chart) weisen sogar Goldzuflüsse in Höhe von 419,8 Tonnen aus, von denen mit 219,2 Tonnen mehr als die Hälfte auf die Region Nordamerika (USA: 217,5 Tonnen) zurückzuführen war, wobei viel ETF-Gold auch in Richtung Asien (plus 105,1 Tonnen) und Europa (plus 89,8 Tonnen) geflossen ist.
Zur Erinnerung: Allein in den vergangenen beiden Jahren verzeichnete dieses Marktsegment Abflüsse von 6,8 Tonnen (2024) bzw. 244,2 Tonnen (2023). Der letztgenannte Wert stellte übrigens den stärksten Rückgang seit 2013 (minus 929,2 Tonnen) dar.
Fazit: Eine starke Goldnachfrage wird derzeit aber auch von Notenbanken sowie im OTC-Segment (vor allem Terminmärkte) generiert. Offensichtlich scheint sich das weltweite Misstrauen gegenüber Fiat-Währungen zu verstärken, während global handelbare alternative Geldanlagen wie Gold und Silber sowie Krypto-Assets an Attraktivität gewinnen.
Entwicklung des Marktsegments ETF
Quelle: World Gold Council
In den kommenden Handelstagen dürften sich die Marktakteure vor allem für die zahlreichen Statements diverser US-Notenbanker stark interessieren. Es ist nämlich zu befürchten, dass sich in Zukunft die Geldpolitik der Fed eher an den Wünschen von US-Präsident Trump als an den volkswirtschaftlichen Erfordernissen entwickeln wird.
Trump forderte den Rat der Fed-Gouverneure sogar dazu auf, die Kontrolle über die Zinspolitik von Fed-Chef Jerome Powell zu übernehmen – falls dieser sich weigert, die Leitzinsen deutlich zu senken.
Einen konkreten Zinsschritt schlug Trump ebenfalls vor – und zwar eine Reduktion um 300 Basispunkte. Sinkende Zinsen gelten erfahrungsgemäß als Kaufargument für Gold (Opportunitätskosten).
Die Fed, bzw. deren Chef Jerome Powell, dürfte sein Augenmerk – ungeachtet aller persönlicher Beleidigungen durch Trump – weiterhin verstärkt auf die volkswirtschaftlichen Rahmendaten richten.
So steht z.B. am Dienstag (12. August) die Bekanntgabe wichtiger Daten zur US-Inflation auf der Agenda. Diese deuten laut von TradingEconomics durchgeführten Analystenumfragen darauf hin, dass sich die jährliche Teuerungsrate von 2,7 auf 2,8 Prozent und die Kernrate von 2,9 auf 3,0 Prozent beschleunigt haben.
Sollten diese Prognosen übertroffen werden, dürfte sich die vorsichtige Haltung Powells eher verstärken als verflüchtigen. Am grundsätzlich positiven Marktsentiment dürfte sich auf lange Sicht ohnehin wenig bzw. nichts ändern.