| GOLD | 4.342,12 $/oz | 3.756,60 €/oz | 120,78 €/g | 120.777 €/kg |
| SILBER | 63,57 $/oz | 54,99 €/oz | 1,77 €/g | 1.767,97 €/kg |
Besonders auffällig sind die kräftig gestiegenen Käufe der Zentralbanken und die hohe Nachfrage im außerbörslichen Handel. Belastend wirkten dagegen Abflüsse aus Gold-ETFs und die anhaltende Schwäche im Schmucksektor.
Insgesamt belief sich die weltweite Goldnachfrage einschließlich OTC-Geschäften im zweiten Quartal auf 1.268,9 Tonnen und lag damit praktisch exakt auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 ergab sich sogar ein leichtes Plus von einem Prozent.
| Nachfrage (in Tonnen) | Q2 2025 | Q2 2026 | Diff. (% p.a.) |
|---|---|---|---|
| Schmuckproduktion | 354,2 | 310,3 | -12,4 % |
| Schmucknachfrage | 335,3 | 278,2 | -17,0 % |
| Lagerbestände | 18,9 | 32,1 | 69,8 % |
| Technologie | 78,6 | 80,4 | 2,3 % |
| Elektronik | 65,8 | 68,3 | 3,8 % |
| Andere Industrien | 10,8 | 10,1 | -6,5 % |
| Dentalbranche | 2,1 | 1,9 | -9,5 % |
| Investment | 486,8 | 262,2 | -46,1 % |
| Barren & Münzen | 315,6 | 307,1 | -2,7 % |
| ETFs und ähnliche Produkte | 171,1 | -44,8 | |
| Notenbanken | 177,9 | 288,9 | 62,4 % |
| Goldnachfrage (ohne OTC) | 1.097,4 | 1.268,9 | 15,6 % |
| OTC u.a. | 171,1 | 327,1 | |
| Goldnachfrage (insgesamt) | 1268,6 | 1268,9 | 0,0 % |
| Angebot (in Tonnen) | Q2 2025 | Q2 2026 | Diff. (% p.a.) |
| Minenproduktion | 947,70 | 965,6 | 1,9 % |
| Hedging (Preisabsicherung) | -25,8 | -22,8 | - |
| Recycling | 346,7 | 326,1 | -5,9 % |
| Gesamtangebot | 1.268,6 | 1.268,9 | 0,0 % |
Bemerkenswert ist diese Stabilität vor allem vor dem Hintergrund der Goldpreisentwicklung: Der durchschnittliche LBMA-Goldpreis sank gegenüber dem Rekordniveau des ersten Quartals um acht Prozent auf 4.506 Dollar je Feinunze.
Für das gesamte erste Halbjahr weist der WGC eine Goldnachfrage von 2.522 Tonnen aus, zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Wegen des deutlich höheren Preisniveaus erreichte der Wert der Nachfrage mit 380 Milliarden Dollar sogar einen Rekord.
Zu den wichtigsten Stützen des Goldmarktes gehörten im zweiten Quartal erneut die Zentralbanken. Ihre Käufe erreichten 288,9 Tonnen und lagen damit 62,4 Prozent über dem Vorjahreswert von 177,9 Tonnen.
Gegenüber dem ungewöhnlich schwachen ersten Quartal, für das der WGC lediglich 56,5 Tonnen ausweist, haben sich die Käufe sogar mehr als verfünffacht. Damit kehrten die Notenbanken nach der vorübergehenden Flaute zu dem hohen Nachfrageniveau zurück, das den Goldmarkt bereits in den vergangenen vier Jahren geprägt hatte.
Die Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen erreichte 307,1 Tonnen und lag damit nur knapp unter den 315,6 Tonnen des Vorjahres. Nach zwei außergewöhnlich starken Quartalen wertet der WGC dies als Rückkehr zu normaleren Kaufvolumina.
Deutlich schwächer entwickelten sich Gold-ETFs und vergleichbare Produkte. Nach Zuflüssen von 171,1 Tonnen im ersten Quartal wurden im zweiten Quartal per saldo 44,8 Tonnen abgezogen. Der WGC führt dies unter anderem auf den schwächeren Goldpreis zurück. Vor allem in Nordamerika kamen höhere Inflations- und Zinserwartungen sowie ein stärkerer Dollar hinzu.
Das erklärt auch, weshalb die klassische Investmentnachfrage in der Tabelle mit 262,2 Tonnen um 46 Prozent unter dem Vorjahreswert liegt. Gleichzeitig verlagerte sich ein erheblicher Teil der Nachfrage in den außerbörslichen Markt: OTC und sonstige Nachfrage erreichten 327,1 Tonnen nach 171,1 Tonnen im Vorjahresquartal. Ohne diesen Bereich wäre die Goldnachfrage gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen.
Der Schmucksektor blieb das Sorgenkind. Die weltweite Schmucknachfrage sank gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf 278,2 Tonnen und damit auf das niedrigste Quartalsniveau seit der Pandemie.
Verantwortlich waren vor allem die hohen Goldpreise und der allgemeine Inflationsdruck, die Goldschmuck für viele Verbraucher weniger erschwinglich machten.
Interessant ist allerdings die Entwicklung beim Wert der Käufe: Trotz des deutlichen Mengenrückgangs stiegen die Ausgaben für Goldschmuck laut WGC um 14 Prozent auf 40 Milliarden Dollar
Von deutlich geringerer Bedeutung für den Gesamtmarkt ist die technologische Nachfrage. Sie erhöhte sich leicht um 2,3 Prozent auf 80,4 Tonnen. Im Elektroniksektor stieg der Goldverbrauch um 3,8 Prozent auf 68,3 Tonnen. Wachsender Bedarf im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz konnte dabei die Schwäche bei klassischer Unterhaltungselektronik ausgleichen.
Auf der Angebotsseite gab es kaum Bewegung. Das Gesamtangebot lag mit 1.268,9 Tonnen praktisch unverändert auf Vorjahresniveau.
Die Minenproduktion erhöhte sich um 1,9 Prozent auf 965,6 Tonnen. Gleichzeitig sank das Recyclingangebot um 5,9 Prozent auf 326,1 Tonnen. Nach Einschätzung des WGC hielt der gegenüber dem ersten Quartal niedrigere Goldpreis viele Besitzer von Altgold davon ab, ihre Bestände zu verkaufen.
Für die zweite Jahreshälfte erwartet der World Gold Council, dass Investments der wichtigste Wachstumstreiber der Goldnachfrage bleiben. Zunehmende Impulse könnten dabei vom OTC-Markt und von asiatischen Käufern ausgehen. Auch die Zentralbanken dürften 2026 erneut große Mengen Gold erwerben, wenngleich der WGC mit einem niedrigeren Gesamtvolumen als 2025 rechnet.
Dagegen dürfte die Schmucknachfrage wegen des weiterhin hohen Preisniveaus mengenmäßig unter Druck bleiben. Auf der Angebotsseite erwartet der Verband sowohl bei der Minenproduktion als auch beim Recycling lediglich begrenztes Wachstum.
Damit zeichnet der Quartalsbericht trotz der jüngsten Goldpreisschwäche keineswegs das Bild eines grundsätzlich schwachen Marktes. Vielmehr hat sich die Zusammensetzung der Nachfrage verschoben: Während ETFs und Schmuck an Bedeutung verloren, sorgten Zentralbanken, der OTC-Markt sowie die weiterhin robuste Nachfrage nach Barren und Münzen dafür, dass die weltweite Goldnachfrage insgesamt stabil blieb.
An den Goldmärkten hat sich die Marke von 4.000 Dollar mittlerweile als starke Unterstützung erwiesen. Bei Rückschlägen in diesen Bereich setzen regelmäßig Schnäppchenkäufe ein.
In den kommenden Handelstagen dürfte die anstehende Datenflut vom US-Arbeitsmarkt für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen. Eröffnet wird der Zahlenreigen mit der Bekanntgabe der offenen Stellen am morgigen Dienstag, gefolgt vom ADP-Arbeitsmarktbericht am Mittwoch.
Am Donnerstag stehen zudem der Challengerbericht über Stellenstreichungen sowie die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe auf der Agenda. Als besonders wichtig gilt aber vor allem der für Freitag angekündigte Monatsbericht des US-Arbeitsministeriums.
Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich die Arbeitslosenrate von 4,2 auf 4,3 Prozent erhöht haben und die Zahl neu geschaffener Stellen 57.000 auf 91.000 gestiegen sein.
Je robuster sich der Arbeitsmarkt entwickelt, desto wahrscheinlicher werden Zinserhöhungen der Fed. Das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group zeigt derzeit eine Wahrscheinlichkeit von über 62 Prozent an, dass wir Mitte September eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte sehen werden.