Stand: 03.12.2019 von Jörg Bernhard 0 Kommentare

Obwohl sich der Goldpreis derzeit in einer technischen Korrekturphase befindet, gab es in der vergangenen Woche einige Nachrichten, die auf eine rege Nachfrage bzw. einen ausgeprägten Optimismus hindeuten.

Xetra-Gold meldet anhaltend hohe Nachfrage

Am 25. November meldete zum Beispiel das Gemeinschaftsunternehmen Deutsche Börse Commodities GmbH, die als Emittentin der Inhaberschuldverschreibung Xetra-Gold (ISIN: DE000A0S9GB0) fungiert, dass der Goldbestand des börsengehandelten Wertpapiers erstmals die Marke von 200 Tonnen überschritten hat. Damit belaufen sich die Goldzuflüsse seit Jahresbeginn auf knapp 19 Tonnen.

Zur Erinnerung: Ein Wertpapier repräsentiert den in Euro bemessenen Wert von einem Gramm Gold und ist zudem mit einem Lieferanspruch ausgestattet. Mit einem verwalteten Vermögen von aktuell 8,5 Milliarden Euro gilt Xetra-Gold innerhalb Europas als größtes Gold-Wertpapier mit physischer Hinterlegung.

Weltweit bringt mit aktuell 895,60 Tonnen lediglich der Gold-ETF SPDR Gold Shares ein Vielfaches dieses Gewichts auf die Waage. 

Besonders positiv ist bei Xetra-Gold vor allem der Umstand zu werten, dass mit dem Kauf des Wertpapiers zugleich ein Recht auf Auslieferung der jeweiligen Goldmenge verbunden ist. Seit der Emission von Xetra-Gold vor zwölf Jahren wurde davon 1.053 mal Gebrauch gemacht, wodurch insgesamt 5,1 Tonnen Gold an die Anleger ausgeliefert wurden.

Wichtig zu wissen: Bei jeder Ausübung fallen in Abhängigkeit von der Goldmenge zusätzliche Gebühren an.

Euwax-Gold II gilt als attraktive Alternative

Der große Erfolg von Xetra-Gold hat die Konkurrenz animiert, ähnliche Produkte zu emittieren. So hat zum Beispiel die Boerse Stuttgart Securities GmbH, eine 100%ige Tochter der Boerse Stuttgart GmbH, mit EUWAX Gold II (ISIN: DE000EWG2LD7) ein ähnliches Wertpapier auf den Markt gebracht, das ebenfalls den Wert von einem Gramm Gold in Euro anzeigt. 

Für Privatanleger könnte das Wertpapier aus folgenden Gründen eine interessante Alternative sein. Während bei Xetra-Gold zusätzliche jährliche Depotgebühren an der „Substanz des Goldinvestments nagen“ entfallen diese renditeschmälernden Kosten bei dem schwäbischen Papiergold.

Bei Euwax-Gold II fallen keine weiteren Gebühren für die Auslieferung an, falls diese sich auf 100 Gramm bzw. ein Vielfaches davon bezieht. Das Ausliefern von 100-Gramm-Goldbarren erfolgt somit kostenlos. 

Diese beiden Vorteile gehen allerdings mit gewissen Nachteilen gegenüber Xetra-Gold einher. Zum einen fällt die Differenz zwischen An- und Verkauf (aktuell: 0,02 Euro) höher aus als bei Xetra-Gold (aktuell: 0,01 Euro).

Inhaberschuldverschreibungen auf ein Gramm Gold

Xetra-Gold Euwax-Gold II
ISIN: DE000A0S9GB0 DE000EWG2LD7
Emittentin: Deutsche Boerse Commodities GmbH Boerse Stuttgart Securities GmbH
Goldmenge (kg): 201.128 4.841
Gebühr (% p.a.): 0,3 0
akt. Kurs (EUR): 42,63 43,30
Spread (EUR): 0,01 0,02
Auslieferung: kostenpflichtig kostenlos pro 100 Gramm bzw. Vielfachem
kleinste handelbare Einheit: ein Stück ein Stück
Laufzeit: endlos endlos
handelbar seit: 11/29/2007 10/9/2017
Quelle: xetra-gold.com, euwax-gold.de

Außerdem ist Xetra-Gold günstiger zu haben. Bei langfristigem Anlagehorizont sollte dies aber keine große Rolle spielen. Zum anderen sollte man bei einem Vergleich der beiden Papiere auch stets die beiden Emittenten und deren Bonität miteinander vergleichen.

Weil an der Deutsche Börse Commodities GmbH insgesamt sieben namhafte Unternehmen beteiligt, dürfte ihr Ausfallrisiko im Krisenfall geringer sein als bei der Stuttgarter-Börse-Tochter – aber das fällt fast schon in die Kategorie „Kaffeesatz lesen“.

Ausblick für die laufende Woche

Das „Thanksgiving“-Wochenende hat der Goldpreis ohne größere Blessuren überstanden. Nun darf man gespannt sein, wie sich das gelbe Edelmetall im letzten Monat des Jahres schlagen wird.

Nach elf Monaten war auf Dollarbasis ein Plus von 18,8 Prozent und in Euro gerechnet ein Kursgewinn von 19,2 Prozent erzielt worden. Auf kurze Sicht dürften die Akteure an den Goldmärkten vor allem die anstehenden Daten zur Entwicklung diverser Einkaufsmanagerindizes sowie die Flut an US-Arbeitsmarktdaten mit Argusaugen beobachten.

Ein offenes Ohr dürften sie aber wie gewohnt auch für das Thema „Handelskonflikt“ haben. Selbst im Falle eines „Begrabens der Kriegsbeile“ stellt sich dann vor allem eine Frage: 

Wird Gold überflüssig, wenn sich beide Konfliktparteien vollständig einigen sollten? 

Wohl kaum, schließlich haben sich dadurch weder der Brexit noch die zahlreichen geopolitischen Krisenherde (Ostukraine, Syrien, Irak, Iran, Hongkong und Südamerika) in Wohlgefallen aufgelöst. Falls sich unter Timingaspekten ein Goldkauf derzeit möglicherweise nicht aufdrängen sollte, haben sollte man den Krisen-, Vermögens- und Inflationsschutz auf jeden Fall.

Xetra-Gold meldet rekordhohe Goldbestände
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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