Stand: 27.10.2017 von Egmond Haidt 0 Kommentare

Der Goldpreis pendelte um die 100-Tage-Linie (Stand 26.10.2017) bei knapp 1.280 Dollar je Unze. Neben der Sorge um die Nachfolge von Fed-Chefin Janet Yellen war vor allem die Aussicht auf eine US-Steuerreform ein Belastungsfaktor für das Edelmetall. Nun kommen bei Investoren allerdings wieder Bedenken auf, ob Trump letztere durch den Kongress bringen kann.

Goldpreisentwicklung in US-Dollar

Die Goldpreisentwicklung hatte zuletzt etlichen Gegenwind. Weil Investoren befürchten, US-Präsident Donald Trump könnte einen geldpolitischen Falken zum Nachfolger von Fed-Chefin Janet Yellen ernennen, sind die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen auf das höchste Niveau seit Mitte März gestiegen und haben damit den Dollar mit nach oben gezogen.

Denn in dem Szenario könnte die Fed die Leitzinsen im nächsten Jahr möglicherweise stärker erhöhen, als die US-Notenbank bislang angekündigt hat. Im Gegenzug war der Goldpreis in US-Dollar unter Druck, zumal der US-Aktienmarkt von einem Rekordhoch zum nächsten läuft, weshalb viele Investoren kaum Interesse haben Gold zu kaufen.

Kann Trump eine Steuerreform durchsetzen?

Zuletzt bekam der Goldpreis allerdings etwas Rückenwind. Grund sind neu aufgekommene Zweifel, ob Trump bis zum Jahresende eine Steuerreform durch den Kongress bringen kann. Das Augenmerk der Investoren richtet sich dabei auf den Senat, neben dem Repräsentantenhaus die zweite Kammer des Kongress, wo die Republikaner eine Mehrheit von lediglich zwei Stimmen haben. In der Kammer gibt es aber etliche Senatoren, die gegen Trumps Steuerreform stimmen dürften.

Dazu gehören Bob Corker, John McCain und Rand Paul. Corker hatte Trump für seine Drohungen gegenüber anderen Ländern scharf kritisiert und damit für Aufsehen gesorgt. Zuletzt hat Corker angekündigt, dass er bei den Halbzeitwahlen am 6. November 2018 sich nicht zur Wiederwahl stellen wird.

Rand Paul ist der Sohn des ehemaligen Politikers Ron Paul, der in den vergangenen Jahren die Regierung wegen des massiven Schuldenmachens und die Fed wegen des Gelddruckens wiederholt scharf kritisiert hat.

Steuerreform kann zu Steuererhöhungen führen

Für neue Zweifel an einer Verabschiedung der Steuerreform hat zuletzt zudem gesorgt, dass Trumps Berater Gary Cohn das Ansetzen von Steuerzahlungen auf Ebene der Gemeinden beziehungsweise Städte und Bundesstaaten abschaffen will.

Wenn Bürger diese Steuerzahlungen bei ihrer Steuererklärung aber nicht mehr ansetzen und damit abziehen können, führt das zu Steuererhöhungen. Das sind schlechte Nachrichten vor allem für die republikanischen Abgeordneten, beispielsweise aus New York und New Jersey, weil diese Bundesstaaten hohe Steuern auf Ebene des Bundesstaats haben.

Deshalb könnten die dortigen Bürger trotz der geplanten Steuersenkung künftig höhere Steuern zahlen müssen als bislang. Das ist nicht gerade gut für die Wiederwahl der Politiker.

US-Zinsen und Dollar im Auge behalten

Daher wächst die Gefahr, dass diese Abgeordneten dem Haushaltsbudget für das laufende Fiskaljahr, das im Oktober begonnen hat, nicht zustimmen. Es ist aber die Voraussetzung für eine Steuerreform, weil durch sie die Neuverschuldung deutlich erhöht werden würde.

Die Wahrscheinlichkeit ist zuletzt merklich gestiegen, dass Trump entgegen seinen vollmundigen Ankündigungen es extrem schwer haben dürfte, eine Steuerreform durchzusetzen. Sollte es tatsächlich so kommen, würde ein wichtiger Antriebsmotor für die US-Wirtschaft ausbleiben.

In dem Umfeld könnte der Anstieg bei den Zinsen für zehnjährige US-Anleihen und damit beim Dollar allmählich auslaufen, womit der Druck auf den Goldpreis abnehmen würde.

Investoren warten gespannt, wen Trump als Yellens Nachfolger nominieren wird. Wenn Trump das getan hat, wird die Steuerreform einmal mehr ganz oben auf der Agenda der Investoren stehen.

Je nachdem, ob es wahrscheinlicher oder weniger wahrscheinlich wird, ob Trump sie durchsetzen kann, dürfte sich der Goldpreis bewegen.

Zweifel an Trumps Steuerreform stützen Goldpreis
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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