Stand: 03.08.2017 von Egmond Haidt 16 Kommentare

Die US-Notenbank will ihre Geldpolitik weiter verschärfen. Dabei zeigen die jüngsten Konjunkturdaten, dass die Wirtschaft deutlich schwächelt. Wie könnte es in dem Umfeld mit dem Goldpreis weitergehen?

Am 1. August 2017 notierte der Goldpreis in der Nähe des Sieben-Wochen-Hochs: Für Rückenwind haben zuletzt eine Reihe von US-Konjunkturdaten gesorgt, die zeigen, dass die Wirtschaft im Gegensatz zu den Behauptungen der US-Notenbank Fed und vieler Volkswirte nicht stark ist, weshalb die Zinsen für zehnjährige Anleihen und der Dollar unter Druck sind. Das beflügelt den Goldpreis.

So notieren die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen mit knapp 2,3 Prozent klar unter dem Niveau von 2,5 Prozent von Mitte Dezember, obwohl die Fed seit damals die Leitzinsen drei Mal angehoben hat.

US-Zinsen zeigen schwache Konjunkturperspektiven

Die anhaltend enttäuschenden US-Daten halten die Zinsen für zehnjährige Anleihen aber unten. Zwar hatte sich das US-Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal auf 2,6 Prozent annualisiert beschleunigt, gegenüber 1,2 Prozent für das erste, was in den Massenmedien entsprechend gefeiert worden war.

US-Inflationsrate tand Juni 2017 1,6

Der Wert wird errechnet, indem man die Veränderung gegenüber dem Vorquartal mit dem Faktor vier multipliziert. Wenn die Konjunktur aber so brummen würde, wie es die offiziellen Daten anzeigen, müsste laut der Fed die Inflation aber kräftig steigen.

Das tut sie aber nicht - zumindest laut den offiziellen Zahlen ist sie ist vielmehr im Juni auf 1,6 Prozent gesunken - das war der niedrigste Wert seit Oktober 2016. Umso mehr zweifeln Investoren an irgendwelchen „guten“ Daten, zumal das Wirtschaftsministerium immer mal wieder Daten revidiert, woraufhin sie viel schlechter sind als zuvor.

So war die Sparquote für Juni von ursprünglich 5,5 Prozent auf nur mehr 3,8 Prozent revidiert worden. Das ist ein sehr niedriges Niveau und zeigt, wie angespannt die Finanzen vieler Amerikaner sind.

So niedrig wie derzeit war die Sparquote im August 2008 (3,7 Prozent), also wenige Wochen vor der Pleite von Lehman Brothers. Die anhaltend niedrigen Zinsen für zehnjährige US-Anleihen zeigen unmissverständlich, für wie schwach Investoren die Perspektiven der US-Wirtschaft einschätzen.

Investoren zweifeln an weiteren Zinserhöhungen

Umso mehr steckt Fed-Chef Janet Yellen in der Klemme. Investoren gehen davon aus, dass sie bei der nächsten Sitzung am 20. September ankündigen dürfte, dass die Fed im Oktober beginnen dürfte, ihre Bilanzsumme um zehn Mrd. Dollar abzubauen, durch den Verkauf von Staats- und Hypothekenanleihen.

Alle drei Monate soll der Wert um zehn Mrd. Dollar erhöht werden. Bei der Sitzung am 13. Dezember soll dann die nächste Zinserhöhung folgen. Das Problem aber ist, dass Investoren angesichts der wenig überzeugenden US-Daten und der sinkenden Inflation zweifeln, ob Yellen ihren Zinserhöhungskurs fortsetzen wird, wie sie es bislang immer betont hat.

Immerhin liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember laut den Fed Funds Futures, also Derivate auf die US-Leitzinsen, bei lediglich 45,5 Prozent. Das heißt, dass die Investoren keine Zinserhöhung mehr für dieses Jahr erwarten.

Diese Aussicht drückt die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen nach unten und zieht gleichzeitig den Dollar nach unten. Damit hat der Goldpreis von zwei Seiten Rückenwind.

Nach dem deutlichen Anstieg gegenüber dem Juli-Tief bei 1.212,50 Dollar je Unze, könnte die Goldpreisentwicklung schon bald das Mehr-Monats-Hoch von knapp unter 1.300 Dollar ins Visier nehmen.

Das wäre der dritte Ausbruchsversuch nach oben, weshalb der Ausbruch diesmal gelingen könnte. Zumal sich das charttechnische Bild sich deutlich verbessert hat, nachdem der Goldpreis in Dollar über die 50- und die 100-Tage-Linie gestiegen ist, die bei jeweils rund 1.252 Dollar liegen.

Je nachdem wie sich der Euro-Dollar-Wechselkurs in den nächsten Wochen entwickeln sollte, könnte die Nachfrage nach physischem Gold hierzulande deutlich zunehmen.

Zweifel an US-Notenbank lässt Goldpreis steigen?
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [16]
  • von Trebor | 04.08.2017, 17:57 Antworten

    Zweifel an US-Notenbank lässt Goldpreis steigen?
    Ich nochmal. Über 11 Dollar hat der Goldpreis Punkt 17.49 Uhr nachgelassen.
    Wer schreibt so ein Mis...t. Es wird jeden Tag von irgendjemanden eine Münze geworfen und danach die Parolen rausgehauen. Nur welche Seite der Münze für auf und ab des Goldpreises steht wird auch dem Zufall überlassen. Lest mal nochmal den Letzten klugen Satz des Artikels. Es kann immer alles oder auch nicht. In diesem Sinne. Schönes Wochenende oder auch nicht. (Lach)

  • von Graf von Henneberg | 04.08.2017, 14:44 Antworten

    Den beiden vorhergehenden Kommentaren zum Sinn des Golderwerbes ist nichts hinzuzufügen.
    Es werden schlimme Zeiten kommen, und irgendwie muss es dann auch weitergehen. Denkt immer daran, wie es nach 45 war. Da haben die Städter den Bauern den guten Teppich oder eben einen Fuchs (10 Goldmark vom Kaiser) hingetragen, um ein 1/2 Pfund Butter zu bekommen.

  • von blo-rakane | 04.08.2017, 14:34 Antworten

    Leute..Leute...!! Die meisten hier, haben die „Grundbasics“ des Goldes einfach nicht verstanden. Gold ist der Gegenspieler bzw. das Spiegelbild des Verfalls unseres Geldsystem an Kaufkraft. Die richtige Aussage heißt, „dass Geld hat an Kaufkraft verloren und nicht das Gold ist teuer geworden “! Warum horten Zentral und die Banken Gold und Silber wie blöde? Die ultimative Versicherung ist Gold und sind andere Edelmetalle. Und jetzt mal zu den Fakten: Was endlich ist und in absehbarer Zeit schwerer wird zu gewinnen, muss und wird teurer. Zudem wird der Hunger wegen der Bevölkerungswachstum nach Gold &Co. immer mehr steigen.

  • von Goldmann | 04.08.2017, 11:25 Antworten

    Gold ist die Versicherung auf das Bargeld. crashed das Bargeld explodiert der Goldpreis. Beim physischem Gold gibt es schon jetzt Engpässe. Wer kein Bargeld besitzt braucht auch kein Gold. Er kann ja nichts verliere.

  • von Maple Leaf Lover | 04.08.2017, 11:03 Antworten

    "Diese Artikel beschreiben den Wunsch nach höheren Kursen, sind aber von der Realität meilen weit entfernt."
    ... genau so ist es. Inzwischen reine Zeitverschwendung, diese Art von Artikel zu lesen. Das Gelaber auf den explodierenden Goldpreis nervt nur noch und ist fernab der Realität.

  • von Gerd | 04.08.2017, 10:56 Antworten

    Tatsache ist einfach, dass der Goldpreis insgesamt einen Aufwind braucht und nicht irgendwelche Meldungen aus der USA.

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