Stand: 10.01.2017 0 Kommentare

Der Name "Bitcoin" ist bei dieser Währung Programm. Die Bezeichnung setzt sich aus den beiden englischen Wörtern Bit und Coin zusammen. Ein Bit ist die kleinste digitale Einheit in der Informations- und Nachrichtentechnik und Coin bedeutet auf Deutsch schlicht Münze. Natürlich steht hierbei das Bit nur als Symbolik für die hinter dieser Währung stehenden Technik. Ein Bitcoin ist nicht physisch greifbar, er besteht als virtuelle Einheit aus Zahlenkombinationen in der digitalen Welt.

Das ist jedoch kein Hinderungsgrund, den Bitcoin wie greifbare Banknoten zu nutzen, denn in der digitalen Welt bestehen genauso Sicherheitsmechanismen wie in der realen Welt und der Bitcoin besitzt einen großen Vorteil gegenüber staatlich gelenkten Währungen. Er ist unabhängig von Institutionen wie Banken und die Geldmengensteuerung erfolgt nicht unter politischer Einflussnahme. Das zeigt sich schon am Wert eines Bitcoins im Verhältnis zu Weltleitwährungen wie etwa dem US-Dollar.

Aktueller Bitcoin Preis

Bitcoinpreis Chart 1 Jahr

Wer kam auf die Idee zum Bitcoin?

Die Idee zu der digitalen Währung Bitcoin entstand im Jahr 1998. Beschrieben wurde sie von Wei Dai und Nick Szabo, wobei beide noch die Bezeichnungen B-money und bit gold benützten. Zu einem ausgearbeiteten Konzept wurde der Bitcoin jedoch erst im Jahr 2008 durch Satoshi Nakamoto, der es auf einem Whitepaper bezüglich Kryptographie vorschlug. Nakamoto beschrieb in seinem Konzept die Nachteile konventioneller Währungen, wobei der Zwang zum Vertrauen, das Vertrauen in die Banken, Notenbanken und die Politik, sowie die damit verbunden Kosten für die Allgemeinheit im Vordergrund standen. Mit einer kryptografisch angelegten, elektronischen Währung sind Mittelsmänner wie Banken oder Politiker und das in sie gesetzte und oft enttäuschte Vertrauen nicht mehr notwendig.

Am 3. Januar 2009 wurden die ersten 50 Bitcoins digital realisiert, was natürlich die Frage aufwirft:

Wie werden Bitcoins "hergestellt"?

An der Herstellung eines Bitcoins ist keine Druckerei beteiligt und ebenso wenig sind Grafikdesigner mit der Ausarbeitung des Designs beschäftigt. Vielmehr stellt die Basis des Bitcoins eine Software dar, die Bitcoin Core. Diese sogenannte Bitcoin-Referenz-Software ist im Prinzip zuerst einmal das Zahlungssystem, innerhalb dessen der Bitcoin gehandelt wird. Jeder, der sich am digitalen Zahlungsverkehr mit Bitcoins beteiligt, arbeitet mit dieser Software, die auf dem jeweiligen Rechner installiert ist und mit weiteren Rechnern innerhalb des Zahlungssystems korrespondiert. Hinter Bitcoin Core steht wiederum eine Datenbank, die von allen Beteiligten des Netzwerkes dezentral verwaltet wird. In dieser Datenbank werden alle Transaktionen aufgezeichnet, wodurch jeder einzelne Bitcoin zurückverfolgt werden kann, von seiner Entstehung bis zum aktuellen Besitzer, allerdings nur in anonymer Form. Das macht die Einführung von gefälschten Bitcoins schlicht unmöglich. Der Bitcoin selbst wird mithilfe der Software generiert und zwar unter der Beteiligung der im Netzwerk zusammengeschlossenen Rechner, wobei sich eine extrem komplizierte Abfolge kryptografischer Zeichen ergibt, deren Komplexität so hoch ist, das ein einzelner Rechner nicht in der Lage wäre, dies in einem normalen Zeitraum nachzuvollziehen. Diese Zeichenfolge kann auch nicht manipuliert werden, da sie in der gemeinsamen Datenbank hinterlegt ist und über eine spezielle Software eine geänderte Zeichenfolge sofort erkannt wird. Ein Bitcoin ist folglich ein eindeutig zu identifizierender, aber nicht nachbaubarer Schlüssel. Damit der Bitcoin nicht der Inflation unterliegt, wurde die Menge der möglichen Schlüssel im Netzwerkprotokoll auf 21 Millionen begrenzt. 

Bitcoin selbst erzeugen mittels Mining

Im Prinzip kann sich jede Person, die über einen Rechner und einen Internetanschluss verfügt, am sogenannten Mining, dem Entstehungsprozess des Bitcoins, beteiligen und dadurch selbst Bitcoins verdienen. Allerdings wanderte dieser eigentlich demokratische Prozess der Geldvermehrung in den letzten Jahren aufgrund der Wertsteigerung des Bitcoins immer mehr in die Hände von professionellen Anwendern, die unter Zuhilfenahme spezieller Chips und zusammen geschalteter Grafikkarten mit enorm großer Rechenleistung die SHA-256-Hashes berechnen, die vom Gründer Nakamoto als Platzhalter eingefügt, zur Erstellung neuer Bitcoins dienen. In dem Netzwerkprotokoll von Nakamoto sind zudem Algorithmen hinterlegt, die die Berechnung neuer Bitcoins erschwert. Von den 21 Millionen möglichen Bitcoins wurden bisher etwa 13 Millionen erzeugt. Durch den eingebauten Algorithmus wird der letzte der 21 Millionen Bitcoins erst im Jahr 2130 zur Verfügung stehen. Das macht den Bitcoin zu einer sehr seltenen und wertstabilen "Münze", abgesichert durch Hunderttausende beteiligte Nutzer. 

Wie sicher sind Bitcoins?

Bezüglich der Fälschungssicherheit und der Anonymität ist der Bitcoin die aktuell wohl sicherste "Münze" oder Währung der Welt. 
Aber Sicherheit bedeutet natürlich ebenso die Sicherheit des Geldwertes und hier haben seit der Entstehung des Bitcoins Spekulanten für eine enorme Achterbahnfahrt gesorgt. Doch dazu mehr im Fazit.

Der Bitcoin als Währung

Bitcoins können an speziellen Internet-Börsen erworben werden, wobei hierzu die Beteiligung am Peer-to-Peer-Netzwerk notwendig ist sowie das Anlegen eines Wallet, einer virtuellen Brieftasche, in der der Bitcoin hinterlegt wird. Wem dies zu technisch ist, kann den Umgang mit den Bitcoins auch entsprechenden Verwaltungsdiensten im Internet überlassen. Mit Bitcoins kann bei verschiedenen Händlern und Dienstleistungsbetrieben Waren oder Serviceleistungen bezahlt werden, wobei aufgrund des aktuell sehr hohen Wertes eines Bitcoins dem Handel nach unten Grenzen gesetzt sind. Eine gute Übersicht, welche Unternehmen, aktuell weltweit etwa 7000, sich am Handel mit Bitcoins beteiligen oder diese als Zahlungsmittel akzeptieren, bietet die Webseite: Handel-Bitcoin Wiki.

Bitcoin kaufen eine Alternative zu Gold?

Immer wieder stellt sich auch die Frage, ob der Bitcoin eine Alternative zu Gold darstellen kann. Bezüglich der geringen Menge an Bitcoins, die aktuell im Umlauf sind, besitzt der Bitcoin durchaus den Status eines seltenen Edelmetalls, wobei dessen Wertigkeit mit seiner Akzeptanz steigt. Ob er also als eine ebenso sichere Geldanlage wie das seit Jahrtausenden gehandelte Gold zu betrachten ist, wird die Zukunft zeigen, wobei die möglichen Szenarien alles bieten. Im besten Fall gehen mehr und mehr Unternehmen dazu über, den Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren, dem steht jedoch die begrenzte und sehr geringe Menge an Bitcoins gegenüber, was wiederum eine Wertsteigerung zur Folge hat, die den Verwaltungstechnischen Aufwand erhöht und somit für eine große Anzahl von Firmen nicht lohnenswert macht. Ein Beispiel wäre ein Pizzadienst, der es ermöglicht, etwa eine Quadro Stazzione mit einem Bitcoin zu bezahlen. Aktuell müsste der Pizzalieferant, bei angenommenen 10 Euro für die Pizza, dem Besteller rund 330 Euro Wechselgeld auf einen Bitcoin raus geben. 
Bleibt die vorgegebene Menge an Bitcoins auf maximal 21 Millionen beschränkt, ist der Bitcoin durchaus eine sichere Wertanlage wie Gold oder Diamanten, wobei es im Preis immer Schwankungen geben wird, genauso wie bei Edelmetallen, allerdings trägt das virtuelle Geld Risiken in sich, die vor allem mit der technologischen Zukunft zusammenhängen. 

Wie kommt der Bitcoin Kurs zustande?

Im Gegensatz zu realen Währungen, deren Tauschverhältnis von den jeweiligen Notenbanken festgelegt werden, errechnet sich der Kurs des Bitcoins anhand der mit ihm getätigten Transaktionen im Netzwerk. Je höher die Anzahl der Transaktionen, desto höher der Kurs. Im Jahr 2010 wurde erstmalig ein Referenzkurs von 10 USD zu einem Bitcoin festgelegt. Seitdem stieg der Bekanntheitsgrad der virtuellen Währung enorm an und heute beträgt das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen mit Bitcoins etwa 50 Millionen USD. Angebot und Nachfrage sind rein theoretisch die einzigen Einflussnehmer auf den Bitcoin. Allerdings können weitere Faktoren erhöhte Verkaufsangebote auslösen, denen keine oder nur eine geringe Nachfrage gegenüberstehen. Beispielsweise der Konkurs von Bitcoin-Handelsplattformen oder die mögliche Gefahr eines übergreifenden Datenverlustes. 
Im Normalfall wird jedoch der Bitcoin von weit weniger guten oder schlechten Nachrichten beeinflusst wie etwa Gold, dessen Kurs auf eine Vielzahl von Fakten und Gerüchten reagiert. 

Alternativen zu Bitcoin

Bitcoin ist bei weitem nicht die einzige sogenannte Kryptowährung, die im Internet gehandelt wird. Insgesamt sollen über 200 virtuelle Währungen weltweit bestehen. 
Wertmäßig betrachtet kommt hinter Bitcoin der Litecoin, erstmals 2011 eingeführt. Der Kurs des Litecoin beträgt aktuell knapp 3,20 Euro zu 1 Litecoin. 
Der Dashcoin ähnelt in der Struktur dem Litecoin und wird aktuell mit etwa 1,9 Euro gehandelt.
Mit dem Peercoin tritt ein speziell auf das Umweltbewusstsein achtender virtueller Wert auf, der bei aktuell etwa 40 Eurocent pro Coin bewertet wird. 
Der Dogecoin wurde im Jahr 2013 als Parodie auf den Bitcoin heraus gebracht, die sich gewissermaßen verselbstständigte und heute überwiegend dazu genutzt wird, bestimmte Projekte zu finanzieren. Der reale Marktwert der Dogecoin ist jedoch so gering, dass der Kurs mit 5 Stellen hinter dem Komma ausgedrückt wird. 
Der Namecoin basiert als Kryptowährung auf der Technik des Bitcoins, dient jedoch dem Zweck, alternative Webseiten, die nicht der Kontrolle der ICANN unterliegen, an Nutzer in einem Peer-to-Peer-Netzwerk zu vergeben. Trotz dieser einseitigen Nutzung bringt es der Namecoin auf einen Kurswert von etwa 40 Eurocent.
Wie bei allen virtuellen Währungen wird der Kurs anhand der Geldmenge und der Transaktionen festgelegt, wobei sich hier die Unterschiede vom Marktführer Bitcoin zur Konkurrenz zeigen. Während mit dem Bitcoin in 24 Stunden rund 185.000 Transaktionen durchgeführt werden, bringt es der zweitplatzierte Litecoin gerade einmal auf etwas über 6000.

Fazit:

Die Idee einer Währung, die einzig und allein von ihren Besitzern verwaltet wird und sonst keinerlei Kontrolle unterliegt, besitzt durchaus ihren Reiz, aber birgt ebenso Gefahren des Missbrauchs. Genau damit hat der Bitcoin so seine Probleme, wird die virtuelle Währung doch auch dazu genutzt, Geldwäsche im großen Stil zu betreiben oder illegale Waffenverkäufe durchzuführen. Leider sind es auch solche Geschäfte, mit deren dazugehörigen Transaktionen der Kurs einerseits positiv beeinflusst wird und andrerseits durch staatliche Maßnahmen gegen illegale Geschäfte wieder einbricht. 
So verzeichnete der Bitcoin gegenüber dem Euro allein im Jahr 2013 von Mai bis November einen Anstieg von etwa 100 Euro auf über 800 Euro pro Bitcoin, sank dann im Jahr 2014 auf unter 300 Euro und zeigt sich aktuell in einem Aufwärtstrend mit rund 340 Euro pro Bitcoin. Einen so enormen Ausschlag in beide Richtungen verzeichnen in der Regel nur Währungen, hinter denen eine recht instabile Wirtschaft und Politik steht, was aber beim Bitcoin schlicht nicht der Fall ist. Hier bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis, wobei zumindest zwei Faktoren auf lange Sicht für den Bitcoin stehen. Zum einen die sehr langsam nachwachsende und begrenzte Geldmenge und zum anderen die immer größer werdende Anzahl der am Bitcoin-Handel beteiligten Personen und Unternehmen. Auf der anderen Seite sind jedoch auch mindestens zwei Dinge zu beachten, die den Wert bis hin zum Totalverlust beeinflussen können. Das eine ist das Aufkommen einer Konkurrenz-Währung ähnlichen Zuschnitts, die den Bitcoin verdrängt. Ein gutes Beispiel sind hier etwa große Social-Media-Plattformen wie MySpace oder WKW, die durch das Auftreten von Facebook in die Unbedeutsamkeit verschwanden. Zum anderen besteht die Gefahr, dass der Algorithmus und die Höchstmenge zur Erzeugung neuer Bitcoins geändert wird. Wie hilfreich hierbei das Geheimnis um die Identität von Satoshi Nakamoto als Urheber des Verfahrens ist, wird die Zukunft zeigen. 
Die geringe Geldmenge und das minimale Handelsvolumen des Bitcoins wird immerhin dafür sorgen, das staatliche Stellen nicht zu rigide eingreifen, da der Bitcoin keine wirkliche Gefahr für bestehende Währungen darstellt, mit Ausnahme natürlich illegaler Geschäftstätigkeiten, wobei hier schon teilweise eine Selbstzensur der Bitcoin-Gemeinde greift, indem illegale Produktangebote oder Dienstleistungen ausgeschlossen werden, soweit sie zu entdecken sind. 
Ein seriöser Finanzberater wird den Bitcoin aktuell kaum als langfristig sichere Geldanlage empfehlen. Für risikofreudige Spekulanten bietet die virtuelle Währung jedoch dank der enormen Kursausschläge eine Menge Möglichkeiten sowohl in Richtung Verlust wie Gewinn.

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