Stand: 13.05.2019 0 Kommentare

Sind Diamanten als Wertanlage geeignet oder nicht? In diesem Ratgeber finden Anleger wichtige Informationen, um diese Frage individuell selbst beantworten zu können. Zunächst werden die den Diamantenpreis bestimmenden Faktoren erläutert und anschließend relevante Aspekte für die Geldanlage besprochen.

„4 Cs“ – die preisbestimmenden Faktoren für Diamanten

Der Preis eines Diamanten wird vor allem durch vier Qualitätskriterien bestimmt, die berühmten „4 Cs“:


  • Carat (Gewicht)

  • Clarity (Reinheit)

  • Cut (Schliff)

  • Color  (Farbe)

1. Carat

Das Karat ist die Masseeinheit für die Gewichtsbestimmung von Diamanten und anderen Edelsteinen. Als Abkürzungen sind „kt“ oder, nach der englischen Schreibweise „Carat“, auch „ct“ zulässig. 1 Karat entspricht exakt 0,2 Gramm. Bei Preisangaben für Diamanten wird das Karatgewicht üblicherweise bis auf die 2. Nachkommastelle genau angegeben und erfasst entsprechend Abweichungen bis zu zwei tausendstel Gramm.

  • 0,20 ct = 0,040 g

  • 0,21 ct = 0,042 g

  • 0,22 ct = 0,044 g

  • Etc.

Unter Bezeichnungen wie „Drittelkaräter“, „Halbkaräter“ oder „Einkaräter“  werden im Handel manchmal Gruppen von Diamanten zusammengefasst, deren Gewicht relativ genau 1/3 ct, 1/2 ct oder 1 ct entspricht. Solche Bezeichnungen stellen keinen Ersatz für die exakte Gewichtsangabe dar und sollten lediglich für eine erste Orientierung bei der Kaufentscheidung genutzt werden.

Grundsätzlich gilt: Mit zunehmendem Karatgewicht steigt der Preis für einen Diamanten stärker, als allein durch seine höhere Masse gerechtfertigt scheint. Zwei Diamanten mit 0,5 ct Gewicht sind bei ansonsten gleicher Qualität günstiger als ein Diamant mit 1 ct Gewicht. Diese überproportionale Wertsteigerung ist durch die mit dem Gewicht zunehmende Seltenheit von Diamanten erklärbar. Ein hoher Materialverlust beim Schliff verstärkt die natürliche Gewichtsverteilung bei Rohdiamanten zusätzlich.

2. Color

Je weniger Verfärbungen ein Diamant aufweist, desto stärker ist seine Lichtreflexion und desto höher ist auch der Preis gegenüber einem stärker gefärbten, ansonsten aber identischen Diamanten. Dies gilt jedoch nur für durch Stickstoff hervorgerufene gelbliche Tönung, von der allerdings 98 Prozent aller Diamanten betroffen sind. (Zu andersfarbigen Tönungen mehr im Abschnitt „Fancy Diamonds“).

Die Überprüfung der Tönung wird bei simuliertem Tageslicht im Labor durch den Vergleich mit einem Musterstein durchgeführt. Für die Einteilung von Diamanten in Farbklassen hat sich die Skala des Gemmological Institute of America (GIA) weitgehend durchgesetzt. Sie umfasst 23 Farbstufen, die mit zunehmender Gelbtönung den Buchstaben D bis Z im Alphabet zugeordnet sind. Parallel nimmt das GIA eine fünfteilige beschreibende Einteilung in Farbbereiche vor.

Neben der Skala des GIA sind noch eine Vielzahl alternativer und teilweise veralteter Einteilungen und Begrifflichkeiten im Diamantenhandel anzutreffen. Die folgende Übersicht nennt als ergänzendes Beispiel die Farbskala der internationalen Handelsorganisation CIBJO mit deutscher Übersetzung sowie eine traditionelle Beschreibung der Farbstufen.


Farbskala für Diamanten des GIA und alternative Einteilungen
GIA GIA Farbbereich CIBJO CIBJO (deutsch) Traditionell
D Colorless (Farblos) Exceptional White + Hochfeines Weiß + River
E Exceptional White Hochfeines Weiß
F Rare White + Feines Weiß + Top Wesselton
G Nearly Colorless (Fast Farblos) Rare White Feines Weiß
H White Weiß Wesselton
I Slightly Tinted White Leicht Getöntes Weiß Top Crystal
J Crystal
K Faint (Schwach) Tinted White Getöntes Weiß
L Top Cape
M Tinted Color 1 Getönt 1 Cape
N Very Light (Sehr Hell) Tinted Color 2 Getönt 2
O Light Yellow
P
Q
R
S Light (Hell) Tinted Color 3 Getönt 3 Yellow
T
U
V
W
X
Y
Z

2a. Fluoreszenz

Fluoreszenz bezeichnet die Eigenschaft von Diamanten, langwellige Ultraviolettstrahlung (UVA-Strahlung) farbig zurückzugeben. Es ist derselbe Effekt, der bei weißer Kleidung und auch bei Zähnen unter „Schwarzlicht“ zu beobachten ist. Etwa 25 bis 35 Prozent der Diamanten fluoreszieren und von diesen 95 Prozent in Blau. Folgende Einteilung der Fluoreszenz ist üblich:

  • None (keine Fluoreszenz)

  • Faint (schwache Fluoreszenz)

  • Medium (mittlere Fluoreszenz)

  • Strong (starke Fluoreszenz)

  • Very Strong (sehr starke Fluoreszenz)

Eine starke bis sehr starke Fluoreszenz kann bei Diamanten der höchsten GIA-Farbstufen D bis F zu einer Wertminderung führen. Das intensive Strahlen zieht im Extremfall eine ölige bis trübende optische Wirkung nach sich, die den Eindruck der Reinheit stört.

Die Ästhetik von Diamanten der Farbstufen G oder tiefer gewinnt hingegen bei schwacher bis mittlerer blauer Fluoreszenz. Blau ist die Komplementärfarbe zu Gelb, sodass ein leichter Blauton der wahrnehmbaren gelblichen Tönung entgegenwirkt und der Diamant dadurch farbloser wirkt. Diese getönten Diamanten sind für Anleger allerdings ohnehin wenig geeignet. Auch Fluoreszenz ändert daran nichts.

2b. Fancy Diamonds

Ist der Gelbton eines Diamanten intensiver als bei einem Musterstein der GIA-Farbstufe Z oder liegt eine andersfarbige Tönung vor, gilt der Edelstein als sogenannter Fancy Diamond (farbiger Diamant, wörtlich etwa: „extravaganter Diamant“). Fancy Diamonds unterliegen einem der Standardskala genau entgegengesetzten Bewertungsprinzip: Je intensiver der Farbton, desto seltener und damit wertvoller ist der Diamant.

Nur ein sehr geringer Prozentsatz der weltweiten Diamantenvorkommen entfällt auf Fancy Diamonds. Innerhalb der farbigen Diamanten stellen die gelb getönten Exemplare den größten Anteil, sodass für einen blauen, grünen oder pinkfarbenen Diamanten deutlich höhere Preise zu zahlen sind. Von den echten Fancy Diamonds sind die deutlich günstigeren farbbehandelten Diamanten zu unterscheiden, die zwecks Färbung entweder hohem Druck und hoher Temperatur oder einem beschleunigten Elektronenstrahl ausgesetzt wurden.

3. Clarity

Das Qualitätskriterium Clarity oder Reinheit eines Diamanten beschreibt das Fehlen oder Vorhandensein von Inklusionen (Einschlüssen) und Makeln an der Oberfläche des Edelsteins. Die folgende zehnstufige Skala des GIA wird inzwischen weltweit als Standard für die Beurteilung der Reinheit verwendet. Die deutsche Bezeichnung „lupenrein“ ist für die beiden höchsten dieser Reinheitsstufen gebräuchlich.

Reinheitsgrad Bedeutung Beschreibung
FL Flawless Keine Inklusionen oder Makel bei 10-facher Vergrößerung von einem geschulten Prüfer zu erkennen
IF Internally Flawless Keine Inklusionen bei 10-facher Vergrößerung von einem geschulten Prüfer zu erkennen
VVS1 Very, Very Slightly Included Inklusionen bei 10-facher Vergrößerung nur mit Schwierigkeit von einem geschulten Prüfer zu erkennen
VVS2
VS1 Very Slightly Included Inklusionen gering und bei 10-facher Vergrößerung relativ schwierig bis relativ leicht von einem geschulten Prüfer zu erkennen
VS2
SI1 Slightly Included Inklusionen bei 10-facher Vergrößerung von einem geschulten Prüfer deutlich, mit bloßem Auge gerade noch zu erkennen
SI2
I1 Included Inklusionen bei 10-facher Vergrößerungen offensichtlich und mit bloßem Auge leicht zu erkennen, Beeinträchtigung der Brillanz und Transparenz möglich
I2
I3

3a: Clarity Enhancement

Ebenso wie die Farbe kann auch die Reinheit eines Diamanten mit technischen Mitteln beeinflusst werden. Dieses sogenannte Clarity Enhancement, also die Reinheitsverbesserung wird vor allem bei Exemplaren der weniger gefragten untersten Reinheitsstufen I1 bis I3 durchgeführt.

Bei schwarzen Kohlenstoffeinschlüssen werden mittels Infrarotlaser sehr schmale Kanäle in den Diamanten gebohrt und die Einschlüsse dann entweder ausgebrannt oder mittels eines Bleichmittels entfärbt. Weist der Diamant Risse auf, so werden diese mit einer glasähnlichen Substanz aufgefüllt. Das erste Verfahren wird als Laser Drilling (Laserbohrung), das zweite als Fracture Filling (Fraktur- oder Rissfüllung) bezeichnet. Ein Diamant einer bestimmten natürlichen Reinheitsstufe ist grundsätzlich als höherwertig anzusehen als ein Exemplar, dass dieselbe Stufe durch Reinheitsverbesserungen erreicht hat.

4. Cut

Der Cut oder Schliff bezeichnet die sich aus der Schliffart ergebende charakteristische Form eines Diamanten. Die wichtigsten Qualitätskriterien für den Schliff sind die gelungenen Proportionen des Diamanten, seine Symmetrie sowie die Güte der abschließenden Polierung. Ein exzellenter Schliff sorgt für einen optimalen Einfall des Lichts in den Diamanten und zugleich für maximale Reflexion des eingefallenen Lichts. Für die Beurteilung des Schliffs verwendet das GIA die folgenden fünf Qualitätsstufen:

  • Excellent (Exzellent)

  • Very Good (Sehr Gut)

  • Good (Gut)

  • Fair (Ziemlich Gut, Ausreichend)

  • Poor (Schlecht)

4a. Runder Brillant und weitere Diamantschliffe

Der runde Brillantschliff ist der anspruchsvollste und aufgrund seiner sehr guten Lichtausbeute auch der mit Abstand beliebteste Cut. Seine wichtigsten Merkmale sind eine große obere Facette (Tafel), die gemeinsam mit mindestens 32 weiteren Facetten die Krone des Diamanten bildet. An die Krone schließt sich unten die schmale Rundiste an. Hier erreicht der Brillant seine maximale seitliche Ausdehnung. Unterhalb der Rundiste verjüngt sich der Brillant im mit mindestens 24 Facetten geschliffenen Pavillon bis zur Spitze oder Kalette.

Der Brillantschliff wurde erstmals 1919 durch Marcel Tolkowsky definiert. In den USA dient der „Tolkowsky-Brillant“ bis heute als Grundlage für die Qualitätseinstufung. In Deutschland erfüllt der „Feinschliff der Praxis“ seit 1938 und in Skandinavien der Skandinavische Standard-Brillant seit 1968 dieselbe Funktion. Weitere beliebte Cuts neben dem runden Brillantschliff sind zum Beispiel:


  • Princess

  • Tropfen oder Pear

  • Oval

  • Marquise

  • Herz oder Heart

  • Smaragd oder Emerald

  • Radiant.

Diamanten für Anleger

Welche Diamanten eignen sich für die Geldanlage?

Für Anleger empfiehlt es sich, die oben beschriebenen „4 Cs“ bei der Kaufentscheidung zugrunde zu legen und ein Mindestmaß an Qualität nicht zu unterschreiten. Um eine gute Wiederverkäuflichkeit zu einem angemessenen Preis sicherzustellen, ist es sinnvoll, die Ansprüche wie in der folgenden Empfehlung eher hoch zu halten:

Carat: Der Diamant sollte nicht weniger wiegen als etwa 0,3 Karat. Nach oben setzt lediglich das vorhandene Budget des Anlegers eine natürliche Gewichtsgrenze.


Color: Der Diamant sollte farblos sein, also die GIA-Farbstufe „F“ nicht unterschreiten. Vom Kauf fluoreszierender Diamanten oder Fancy Diamonds sollte der Anleger Abstand nehmen.


Clarity: Der Diamant sollte lupenrein sein, also den Reinheitsgrad „F“ oder „IF“ aufweisen und frei von nachträglichen Reinheitsverbesserungen sein.


Cut: Der runde Brillantschliff hat unter den verschiedenen Schliffen den mit Abstand höchsten Marktanteil, vereinigt die größte Nachfrage und ist deshalb auch für Anleger am besten geeignet.


Wer stellt anerkannte Diamantenzertifikate aus?

Ein ausführliches Zertifikat, das alle Eigenschaften des Diamanten genau auflistet, ist beim Kauf aus Sicherheitsgründen ein absolutes Muss, egal ob der Diamant als Schmuckstück oder als reine Wertanlage gekauft wird. Der führende und angesehenste Aussteller solcher Zertifikate ist das GIA, das sich durch hohe Konsistenz der Bewertungen sowie strenge Maßstäbe auszeichnet.

Bei Diamanten mit weniger als 1,00 Karat Gewicht wird das Zertifikat des GIA als Dossier bezeichnet. Die Nummer des Dossiers ist mittels Laser in die Rundiste des Diamanten eingraviert. Für Diamanten mit mehr als 1,00 Karat Gewicht bezeichnet man das Zertifikat als Grading Report.

Der Grading Report erhält dieselben Informationen wie das Dossier und zusätzlich den sogenannten Diamond Plot. Dies ist eine grafische Darstellung aller Inklusionen und äußeren Makel des Diamanten. Der Report ist außerdem mit zahlreichen Sicherheits-Features wie Hologramm und Mikroschrift vor Fälschungen geschützt.

Die Diamantenzertifikate des AGS (American Gem Society Laboratories), des IGI (International Gemmological Institute) und des HRD (Hoher Rat für Diamanten) stellen akzeptable Alternativen zum Report oder Dossier des GIA dar.

Welche Rolle können Diamanten im Portfolio spielen?

Die langfristige Preisentwicklung von Diamanten zeichnet sich gegenüber Aktien und anderen Formen der Geldanlage durch eine relativ stetige Aufwärtsentwicklung aus. Diamanten sind deshalb gut als defensive Beimischung für das Depot geeignet, um starke Einbrüche abzufedern. Eine grundsätzliche Outperformance gegenüber Aktienindices wie DAX oder Dow Jones oder S&P 500 ist eher nicht zu erwarten. Die Motivation beim Kauf von Diamanten als Investment sollte die Minimierung des Risikos durch Diversifikation, also eine breite Streuung des Vermögens sein.

Daraus ergibt sich, dass Diamanten in einem sehr kleinen bis kleinen Portfolio eher fehl am Platze sind. Wer einen Depotanteil von maximal 5 Prozent überschreiten muss, um beim Kauf von Diamanten die Mindestgröße und -qualität zu erreichen, sollte mit dem Investment noch warten.

Kann beim Diamantenkauf der Totalverlust drohen?

Erfreulicherweise: Nein. Diamanten sind ebenso wie Edelmetalle reale Werte und zugleich knappe Güter, die sich nicht nach Belieben vermehren lassen. Die Rolle als begehrter Schmuckstein spielt der Diamant seit Jahrtausenden und heute weltweit, sodass eine natürliche Nachfrage unterstellt werden darf.

Das fehlende Risiko eines Totalausfalls, wie er bei einer Aktie, einer Anleihe, einer Lebensversicherung und auch bei einem gewöhnlichen Bankkonto im Prinzip immer vorhanden ist, stellt gerade eines der Hauptargumente für ein Investment in reale und knappe Güter wie Diamanten dar.

Eignen sich Diamanten für die kurzfristige Spekulation?

Nein. Diamanten unterliegen beim Handel in Deutschland dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Hinzu kommen relativ große Spreads (Differenzen von An- und Verkaufskursen). Darüber hinaus stellt der Verkauf von Diamanten vor Ablauf eines Jahres ein einkommensteuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft dar.

Wo sollten Anleger Diamanten kaufen?

Als Anbieter von Diamanten stehen einige wenige auf Anlagediamanten spezialisierte Fachhändler sowie Juweliere und auch Edelmetallhändler zur Auswahl, die Diamanten als eigenes Produktsegment führen. Beim Juwelier werden Diamanten üblicherweise lose verkauft. Beim Fachhändler ist der Edelstein in einer Blisterverpackung eingeschweißt. Diese dient eher der Vergewisserung der Echtheit als dem materiellen Schutz des Diamanten.

Anleger sollten in jedem Fall ein ausführliches Beratungsgespräch vor Ort oder, im Falle des Online-Kaufs, per Telefon führen. Dabei empfiehlt es sich, die Möglichkeit des Rückkaufs von Diamanten und die beim Anbieter üblichen Ankaufkurse zu thematisieren.

Bei einem Einkauf im Internet sind außerdem die üblichen Sicherheitsprüfungen für Online-Shops vorzunehmen. Im Impressum müssen die Adresse und Telefonnummer des Unternehmens sowie der Eintrag ins Handelsregister mit der zugehörigen Registrierungsnummer aufgeführt sein. Ein gültiges Zertifikat von Trusted Shops und sehr gute Kundenbewertungen bieten ergänzende Sicherheit.

Von einer konkreten Empfehlung für einzelne Anbieter muss Gold.de absehen. Die Liste der durch uns zertifizierten Edelmetallhändler bietet hinsichtlich der Seriosität aber sicher einen guten Startpunkt bei der Suche.

Wie sollten Diamanten gelagert werden?

Die Wahl des Lagerorts für Diamanten setzt eine individuelle Abwägung der drei Aspekte Sicherheit, Zugänglichkeit und Kosten voraus und stellt immer einen Kompromiss dar. Für Kleinanleger stehen folgende Alternativen zur Auswahl:

Ungesicherte Lagerung zu Hause: Die Lagerung an einem versteckten, ansonsten aber nicht gesicherten Ort im eigenen Haus bietet sofortigen Zugriff auf die Diamanten und verursacht keine Kosten. Die Verlustgefahr durch Einbruch ist vergleichsweise hoch und für den entstandenen Schaden kommt keine Versicherung auf. Darüber hinaus muss der Besitzer der Diamanten sicherstellen, dass er das gewählte Versteck nicht selbst vergisst.

Lagerung zu Hause im Tresor: Der Tresor bietet ebenfalls den sofortigen Zugriff auf die Diamanten und zusätzlich einen recht guten, wenn auch keinen hundertprozentigen Schutz bei Einbrüchen. Anschaffung und Einbau stellen eine einmalige Investition dar, deren Höhe von der Qualität des Tresors abhängt. Eine Versicherung von im Tresor gelagerten Diamanten ist möglich. Der maximal versicherbare Wert richtet sich nach der Sicherheitsstufe des Tresors entsprechend der Norm EN 1143-1.

Lagerung im Bankschließfach: Die Zugänglichkeit der Diamanten ist auf die Öffnungszeiten der Bank beschränkt. Ob und wieweit die Verfügbarkeit im Fall einer zugespitzten Bankenkrise weiter eingeschränkt ist, lässt sich kaum seriös prognostizieren. Davon abgesehen ist die Sicherheit vor Diebstahl grundsätzlich höher als bei der Lagerung im eigenen Heim. Dem Anleger entstehen für die Nutzung geringe, dafür aber fortlaufende Kosten.

Lagerung im Schließfach privater Anbieter:  Neben Banken bieten auch einige Privatunternehmen die Nutzung von Schließfächern an. Sicherheit und Zugänglichkeit sind den Bankschließfächern vergleichbar. Die Kosten liegen etwas höher und die unwägbaren Risiken im Fall einer Bankenkrise entfallen.

Spricht grundsätzlich etwas gegen den Kauf von Diamanten als Wertanlage?

Die Mehrwertsteuer und die hohen Spreads machen nicht nur die kurzfristige Spekulation mit Diamanten praktisch unmöglich, sondern lassen sich auch als grundsätzliches Argument gegen Diamanten als Wertanlage anführen. Der Anleger steht nach dem Kauf sofort mit 19 Prozent im Minus und muss beim Verkauf mit weiteren Abschlägen rechnen. Hinzu kommt das Fehlen eines globalen Referenzpreises, wie er Goldanleger mit dem Londoner Goldpreis zur Verfügung steht.

Auch enthalten die dem Preis zugrunde liegenden Bewertungskriterien eine subjektive Komponente. Ob ein Schliff die Note „Excellent“ oder „Very Good“ erhält, die Einschlüsse schwierig oder relativ schwierig zu erkennen sind, ob ein Diamant noch als farblos oder schon als fast farblos eingestuft wird: Das sind letztlich Ermessensentscheidungen des einzelnen Prüfers im Labor. Diese Entscheidungen muss der Käufer zumindest eindeutig nachvollziehen können, was nur mit umfangreichem eigenem Fachwissen möglich ist.

Diese Überlegungen sollen nicht als Empfehlung gegen den Diamantenkauf, sondern eher als Aufforderung zur kritischen Überprüfung der eigenen Kaufentscheidung verstanden werden.

Weiterführende Informationen über Diamanten

Die renommierten Aussteller von Diamantenzertifikaten bieten dem Anleger zugleich die ausführlichsten Informationsquellen, um sich intensiver mit dem Thema Diamanten als Wertanlage zu befassen:


  • GIA (Gemmological Institute of America)

  • AGS (American Gem Society)

  • IGI (International Gemmological Institute)

  • HRD (Hoher Rat für Diamanten)

Diamanten als Wertanlage
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