Stand: 14.09.2018 0 Kommentare

Gold zählt zu den Schwer- und Edelmetallen und zeichnet sich durch seine hohe Beständigkeit aus. Es ist praktisch korrosions- und oxydationsfrei und lässt sich vielfach verwenden. Diese Eigenschaften und das in den Bann ziehende Funkeln machten es zum begehrtesten Metall der Menschheit. Die Verwendung war in allen Kulturen nur den wohlhabenden und Privilegierten vorbehalten.

Vom Kultobjekt entwickelte sich Gold zur Währung und setzte damit seinen Siegeszug bis in die Gegenwart fort. Heute ist Gold wieder in aller Munde, ob als Schmuck, in der Medizin und Industrie oder als krisensichere Geldanlage. An Gold führt heutzutage kein Weg vorbei.

Magmaflüsse bilden Goldadern

Gold MagmaflussBevor Gold seine Verwendung in der Zivilisation findet, hat es einen langen Weg hinter sich gebracht. Der Ursprung allen irdischen Goldes liegt im Erdinnern, genauer im Magma, das unter den tektonischen Platten als flüssiges Gestein mit einer Temperatur zwischen 700 und 1250 Grad Celsius zirkuliert und bei steigendem Druck seinen Weg durch Vulkane an die Erdoberfläche findet. 

Im Erdinneren herrschen hoher Druck und extreme Temperaturen, die den Wasserdampf verdunsten lassen und in die abgekühlten oberen Gesteinsschichten eindringen lassen.

Durch Risse und Spalten kommt das Grundwasser mit dem heißen Wasserdampf in Berührung und verdampft. Mancherorts kennt man genau diesen Wasserdampf als heiße Quelle, die als Fontäne oder Geysir aus dem Boden schießen. Im Wasserdampf sind Gold- und Silberatome gelöst, die sich in geschlossenen Gesteinsschichten abkühlen und ablagern. Die Gold- und Silberatome kristallisieren sich gemeinsam mit allen anderen im Wasserdampf gelösten Mineralien in den festen Gesteinsschichten aus.

Dort angekommen, vergehen einige Millionen Jahre, bis die so entstandenen Goldadern durch Verschiebung der tektonischen Platten, die das Gesicht der Erde schleichend aber fortlaufend verändern, meist in Form von Gebirgsketten an die Oberfläche geraten. Einige der Goldadern bleiben im Gestein eingeschlossen.

Wasser trägt die Goldadern teilweise wieder ab

An anderen Goldadern arbeitet sich das Wetter, insbesondere Wind und Wasser, ab. Die Fließkraft des Wassers trägt das Material Stück für Stück ab. Das im Gestein enthaltene Gold wird dabei zunächst in größeren Brocken weggeschwemmt.

Die sogenannten Nuggets sind jedoch zu schwer für die Strömung und bleiben daher auf dem Grund liegen. Kleinere, von der Strömung getragene Kieselsteine kollidieren mit den Nuggets und zerkleinern sie im Laufe der Zeit.

Aus Goldnuggets werden Goldseifen

Diese Goldflitter sind leicht genug, um von der Strömung getragen zu werden. Ihre Reise endet meist bei der Innenseite einer Flussbiegung, denn dort ist die Strömung weniger stark, sodass sich hier besonders viele Goldflitter zu sogenannten Goldseifen ablagern. An diesen Flussstellen waschen Goldschürfer das Gold aus dem Grund.

Der Ursprung des Goldes liegt im All

Doch woher kommt das Gold im Erdinneren? Hierzu gibt es mehrere Theorien. Einigkeit herrscht darüber, dass das Gold nicht auf der Erde entstanden sein kann. Es hat also seinen Ursprung im All - und zwar lange bevor die Erde überhaupt existierte. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Supernova, also das Explodieren eines gewaltigen Sterns, Goldpartikel auf die Erde beförderte.

Die Theorie findet viele Anhänger, weil alle Elemente, die schwerer als Eisen sind, nur unmittelbar bei solchen Explosionen entstehen können. Verfügt ein Stern über zehnmal so viel Masse wie die Sonne, sind die Voraussetzungen für eine Supernova vorhanden.

Gold kann bei Supernovaen entstehen

Zunächst verbrennt der Stern Wasserstoff zu Helium, das anschließend weiter zu Kohlenstoff und schließlich zu Sauerstoff verbrannt wird. In weiteren Prozessen werden Silizium und Magnesium verbrannt, bis schließlich nur noch ein Eisenkern vorhanden ist. Die Phase des Siliziumbrennens ist die letzte Lebensphase eines Sterns, die in weniger als einem Tag abläuft.

Wächst der Eisenkern über eine kritische Größe, wird er instabil und kollabiert zu einem sogenannten Neutronenstern. Einzig der Eisenkern bleibt vorhanden, die restlichen 90 Prozent der Masse werden in einer gewaltigen Explosion, der Supernova, ins All geschleudert. Nur an diesem kurzen Zeitpunkt ist genügend Energie vorhanden, um Elemente wie Gold, Titan oder Uran entstehen zu lassen.

Übrig bleibt der Neutronenstern, der über so viel Masse verfügt, dass er selbst die Sonne in den Schatten stellt. Gleichzeitig verfügt er aber nur über einen Durchmesser von ca. 20 Kilometern. Die Massendichte ist also extrem.

Kollidierende Neutronensterne lassen noch mehr Gold entstehen

Modellrechnungen stellen jedoch die Theorie in Frage, nach der Gold allein durch Supernovas entstanden sei. Denn die Goldmengen, die bei einer Supernova entstehen, sind bei Weitem nicht ausreichend, um die Vorkommen auf der Erde zu erklären. Eine andere Theorie geht deshalb von der Kollision zweier Neutronensterne aus.

Die bei diesem Prozess freigesetzte Energie übertrifft die der Supernova. sogenannte Gamma-Ray Bursts (Gammastrahlen-Ausbrüche) sollen demnach für den Großteil des irdischen Goldes verantwortlich sein.

Mit Modellrechnungen wurde gezeigt, dass bei der Verschmelzung zweier Neutronensterne Tempertaturspitzen von 100 Milliarden Grad Celsius auftreten. Dabei entstehen mehr Gold, Silber, Titan und andere Schwermetalle als bei einer Supernova.

Wie auch immer, "unser" Gold ist vor über fünf Milliarden Jahren entstanden. Die durch die Energiefreisetzung erzeugte Staubwolke verdichtete sich in unserem Sonnensystem zu neuen Planeten und schloss das Gold ein. Deshalb ist Gold auch überall auf der Erde vorhanden.

Gold war schon immer begehrt

Zwar ist Gold auf der ganzen Erde aufzufinden, das aber nur in sehr geringen Mengen. Die Seltenheit machte Gold schon immer zu einem begehrten Gut - sei es als Tausch- oder Kultobjekt oder einfach nur als Schmuck.
Ganz gleich, welche Kultur herrschte und in welcher Entwicklungsstufe sich der Mensch befand, Tauschhandel, ob mit Vieh, Getreide oder Münzen, begleitet uns seit Menschengedenken. Die Tauschobjekte fungierten dabei als Zahlungsmittel, die einen bestimmen Gegenwert in Form eines anderen Tauschobjekts hatten.

Gold bietet sich durch seine Eigenschaften als Tauschobjekt an

Gold zog den Menschen durch seine Seltenheit, seine Beschaffenheit und sein Glitzern in den Bann. Wahrscheinlich führte Krösus, ein legendärer König der Lyder, 560 vor Christus Gold als Währung ein.

Die Gründe hierfür liegen auf der Hand. Gold kann nicht in beliebiger Menge hergestellt, gefälscht oder vermehrt werden und ist überaus vielseitig einsetzbar. Seine besondere Beschaffenheit machte es möglich, Gold zu be- und verarbeiten.

Gold war und ist die fortschrittlichste Währung

Die wohl wichtigsten Verwendungen fand Gold in der Münzprägung, als Legierung und in der Schmuckverarbeitung. Da Gold seine Verbreitung in allen Kulturen fand und gleichermaßen überall einen hohen Stellenwert genoss, etablierte sich das Edelmetall als weltweites Zahlungsmittel. Damit war Gold schon vor Jahrtausenden eine fortschrittlichere Währung als jede jetzt genutzte Papierwährung. Denn der Gültigkeitsbereich erstreckte sich über den gesamten Erdball und nicht nur auf einzelne Länder oder Länderzusammenschlüsse.

Die Größe des Goldvorrats entschied über Aufstieg oder Fall eines Staates. Kriege und Kultur wurden mit Gold finanziert, Aufstände der Armeen durch Goldmangel entfacht und Seeschlachten wegen des südamerikanischen Goldes geführt.

Schon vor 6.000 Jahren wurde Gold gefördert

Gefördert wurde Gold bereits 4.000 Jahre vor Christus. Im südlichen Mesopotamien, zwischen Euphrat und Tigris, stießen die Sumerer auf Gold und betrieben die erste Goldmine. Auch die Ägypter kannten Gold bereits 3.000 Jahre vor Christus.

Für Gold wurden ganze Kulturen ausgelöscht

Zu den sagenumwobenen Kulturen mit großem Goldreichtum zählt zweifelsohne das Volk der Inka. Ihre Herrschaft über weite Teile des westlichen südamerikanischen Küstenabschnitts überdauerte mehrere Jahrhunderte. Die Inka legten im Jahr 1200 mit der Stadtgründung von Cusco den Grundstein für eine Jahrhunderte währende Kultur. Erst im Jahr 1532, als Francisco Pizarro an der peruanischen Küste landete, sahen sich die Inka mit einer Übermacht konfrontiert, der sie nichts entgegenzusetzen hatten.

Die europäische Militärmaschinerie, mit Schusswaffen und Kanonen ausgerüstet, traf auf einen Gegner, der nur über rudimentäre Militärtechnik verfügte. Sperre, Lassos und Keulen waren gegen die Schusswaffen heillos unterlegen. Pizarro erbeutete ca. 180 Tonnen Gold und 16.000 Tonnen Silber. Ganze 34 Tage sollen die Schmelzöfen gebrannt haben, um die Edelmetalle in transportfähige Barren zu formen. Das damals erbeutete Gold entspricht heute einem Gegenwert von fast acht Milliarden Euro.

Spanien sicherte sich auch durch das Inka-Gold seine Vorherrschaft auf den Weltmeeren und etablierte sich vollständig als Weltmacht. Nur vierzig Jahre nach der Ankunft Pizarros war die Inka-Kultur weitestgehend ausgelöscht.

Ein ähnliches Schicksal ereilte die Azteken. Auch sie verfügen über Tonnenweise Gold. Nachdem der Kontinent im 15. Jahrhundert entdeckt worden war, kamen die Spanier schnell mit den Azteken in Kontakt. Dabei schenkten die Ureinwohner den Spaniern Schmuck aus reinem Gold. Zurück in der Heimat, machte die Nachricht vom Goldreichtum der Azteken schnell die Runde.

Im 16. Jahrhundert folgte Hernandez Cortez dem Ruf des Goldes und traf auf König Montezuma. Abermals überschüttete ein Aztekenkönig seinen Gast mit Gold. Daraufhin begannen die Spanier das ganze Land nach der Quelle abzusuchen und löschten nach und nach das Volk der Azteken aus. Die meisten Goldfunde wurden eingeschmolzen und nach Spanien verschifft.

Goldrausch: Goldwäscher fördern Gold für 24 Milliarden Euro

Gold waschenEin weiteres "goldenes" Zeitalter markiert ein Fund im Jahr 1848 in der kalifornischen Kleinstadt Coloma am "American River". James Marshall grub sich einen Graben für das Wasserrad seiner Sägemühle. Als er den Sand und die Kiesel aus seinem Graben wegspülte, stieß er auf einige Goldnuggets. Die Nachricht vom Goldfund verbreitete sich in Windeseile und entfachte so den kalifornischen Goldrausch.

Binnen eines Jahres kamen 90.000 Goldsucher aus allen Herren Länder nach Kalifornien, um ihr Glück bei der Goldsuche zu finden. Die Pioniere nannten sich "forty-niners" und machten sich zur Aufgabe, die besten Fundstellen ausfindig zu machen. Denn schnell war klar, dass das Gold nicht wahllos verstreut war. Sie konzentrierten sich auf die lukrativen Flussbiegungen und wuschen dort mittels Goldpfannen den Sand aus.

In immer wiederholenden Abläufen kreisten sie ihre Goldpfannen, um so den leichten Sand vom Gold zu trennen. Insgesamt wurden in den Flussläufen Kaliforniens 570 Tonnen Gold gefunden - heutiger Wert fast 24 Milliarden Euro.

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Technik brachte den Goldsuchern weitere Funde im Wert von 60 Milliarden Euro

Der Goldrausch zog immer mehr Glücksritter an, sodass sich die Suche auf die Talhänge ausweitete. Dort trafen die Goldsucher auf noch größere Vorkommen. Denn im Laufe von Millionen von Jahren wusch sich die Flussrinne immer tiefer aus, sodass ältere Flussläufe trocken lagen und Goldadern zum Vorschein kamen. Mit Hilfe von starken Wasserstrahlen lösten sie den Sand und konnten weitere 1.400 Tonnen Gold abbauen, die heute einen Wert von fast 60 Milliarden Euro haben. Es war der erste Einsatz rudimentärer Fördertechnik.

Schon vor 160 Jahren gruben sich Goldminen einen Kilometer in die Erde

Durch den enormen Zustrom von Goldsuchern war das Flussgold bald erschöpft, sodass die Suche nach der Quelle, die in den Bergen vermutet wurde, den Schlussakt des kalifornischen Goldrausches markierte. Schnell stießen sie auf Quarzadern, die mit Gold versetzt waren. Als klar wurde, dass die Quarzadern meilenweit durchs Land zogen, wandelte sich die Goldsuche grundlegend.

Industrielle Minenbetreiber durchlöcherten das kalifornische Hochland mit Hunderten von Abbaugebieten und schufen für Tausende von Männern Arbeit. Die Minen konnten gigantische Ausmaße annehmen. So verfügte die 1853 eröffnete Alleghany Mine über ein Tunnelsystem von 60 Kilometern, das bis zu einem Kilometer tief in die Erde reichte.

Goldsucher zogen von Fund zu Fund

Bereits 1880, nur 32 Jahre nach der Entdeckung von James Marshall, wurden die Goldfunde seltener. Als im benachbarten Nevada neue Goldvorkommen entdeckt wurden, machten sich Heerscharen von Goldsuchern auf, um ihr Glück in den Hügeln der Wüste zu finden.

Das dünn besiedelte Wüstenland blühte auf und lieferte den Stoff für zahlreiche Wildwest-Klassiker. Goldgräber-Städte wurden im ganzen Bundesstaat gegründet und genossen einen zweifelhaften Ruf. Denn hier machten sich Goldsucher auf eigene Faust auf, um nach dem seltenen Edelmetall zu suchen.

Aufgrund der sequenziellen Verteilung der Goldvorkommen in Nevada gab es Stellen mit sehr hohem Goldanteil gleich gefolgt von Stellen mit sehr geringem Goldvorkommen. Neid und Missgunst führten zu Streitigkeiten, Schießereien und einer hohen Mordrate.

In Nevada wurden insgesamt 1.100 Tonnen Gold abgebaut, bis 1920 die Vorkommen immer mühsamer erreichbar wurden und der Goldrausch allmählich zu Ende ging. Zurück blieben Dutzende Geisterstädte.

Gold im Wert von 30 Milliarden Euro versank im Meer

Gold im Meer versunken - SchatzsucherDas funkelnde Edelmetall bildet den Stoff für zahlreiche Geschichten, Märchen und Mythen. Aber auch in der realen Welt gibt es sagenumwobene Goldschätze, auf dessen Suche sich Profi- und Hobbyschätzjäger tagtäglich machen. Die Schatzsuche geht sogar so weit, dass Firmen darin ihre Kernaufgabe sehen. Technologisch bestens ausgestattet begeben sie sich beispielsweise auf die Suche nach versunkenen Schiffen, die nach historischen Aufzeichnungen große Goldschätze mit an Bord hatten.

Und tatsächlich ist ihre Mühe hin und wieder von Erfolg gekrönt. Das verwundert nicht, wenn man den Schätzungen über versunkene Schiffswracks kennt. Über drei Millionen Schiffe warten auf dem Meeresgrund auf ihre Entdeckung. Wie viele davon Schätze an Bord hatten, ist ungewiss. Allerdings gelten noch heute rund 3000 Schiffe allein der spanischen Krone als vermisst, die vor einem halben Jahrtausend auf der Silberroute der Konquistadoren, beladen mit Gold und Silber der Inkas, Mayas und Azteken in der Karibik untergingen.
Experten schätzen den Wert von versunkenen Gold- und Silberschätzen auf 30 Milliarden Euro.

Seit jeher gehen Menschen auf Schatzsuche

Schon im vergangenen Jahrhundert gab es spektakuläre Funde. So entdeckte Howard Carter im ägyptischen Tal der Könige das Grab des Tutanchamuns. Am 16. Februar 1923 öffnete er die Grabkammer und entdeckte dabei umfangreiche Grabbeigaben aus Gold. Der wohl bedeutendste Fund stellt die Totenmaske Tutanchamuns dar, der gemeinsam mit einem goldenen Schrein, Wächtern und dem Thron gefunden wurde.

Die damals entdeckten Reliquien können heute größtenteils im ägyptischen Museum in Kairo bestaunt werden. Im Tal der Könige wurden bereits mehrere Dutzend Gräber entdeckt. Archäologen gehen davon aus, dass noch nicht alle entdeckt worden sind.

Immer wieder von Hobbyarchäologen als Erfolgsbeispiel angeführt wird der sogenannte Schatz von Troja. Als Heinrich Schliemann, ein Amateurarchäologe, der eigentlich deutscher Kaufmann war, von 1871 bis 1879 Teile der Stadt Troja freilegte, machte er am 31. Mai 1873 eine sagenhafte Entdeckung.

Unter den Mauerresten stieß er auf goldene Vasen, Diademe, Arm- und Stirnbänder und anderen Goldschmuck. Er taufte den Schatz auf den Namen "Priamos" und übergab ihn dem Völkerkunde Museum in Berlin. Nach 1945 gelangte der Schatz von Troja nach Moskau, wo er 1987 wiederentdeckt wurde.

Während Howard Carter und Heinrich Schliemann die Goldschätze eher zufällig fanden und ihr Interesse nicht der Schatzsuche, sondern der Archäologie galt, zeigten im Jahr 2003 John Morris und Greg Stemm, dass auch eine systematische und langjährig gezielte Schatzsuche zum Erfolg führen kann.

Die S.S. Republic sank am 18. Oktober 1865 auf ihrem Weg von New York nach New Orleans, als sie von einem Sturm erfasst wurde. 20.000 Goldmünzen sollen sich an Bord befunden haben. Nach zwölf Jahren entdeckten die beiden Schatzsucher vor der Küste Georgias, in 516 Metern Tiefe, das Wrack der S.S.Republic.

Doch bevor jemand Goldmünzen auf dem Grund des Meeres finden kann, wurde das Metall von anderen Menschen in einem aufwendigen Prozess der Erdkruste abgerungen.

Der Rohstoff Gold wird überall auf der Welt gefördert

GoldabbauZwar wird Gold überall auf der Welt gefördert, gleichwohl konzentrieren sich die größten Vorkommen aber auf einige wenige Flecken auf der Erde.
In Südafrika liegt die größte bekannte Goldlagerstätte der Welt.

Der sogenannte Witwatersrand gehört zum Typ der pyritischen Gold-Uran-Paläoseifen. Die Entdeckung geht auf das Jahr 1886 zurück. Bis heute wurden dort 47.000 Tonnen Gold abgebaut. Mehr als ein Drittel allen je geförderten Goldes. Das Quarzgeröllkonglomerat umfasst eine Fläche von rund 52.000 Quadratkilometern - ein siebtel der Fläche Deutschlands.

Insgesamt sechs Goldfelder liegen im Witwatersrand-Becken, die größtenteils an der Nordwestflanke liegen. Orange Free State Goldfield, Klerksdrop Goldfield, Carletonville Goldfield, West Rand Goldfield, East Rand Goldfield und Evander Goldfield sind in ganz Südafrika bekannte Goldabbaugebiete.

Die ältesten Gesteinsschichten sind 3,07 Milliarden Jahre alt. Die Goldablagerungen gehen auf alluviale Schuttfächer zurück, die sich dort bildeten, wo ein Fluss aus dem Hinterland in das Witwatersrand-Becken mündete.

Geologen schätzen, dass noch weitere mehrere 10.000 Tonnen Gold aus dem Witwatersrand-Becken abgebaut werden können. Allerdings ist die Förderung schon so weit fortgeschritten, dass der Abbau mittlerweile eine Tiefe von 4.000 Metern erreicht hat. Ohne aufwendige Klimatisierung wäre es in dieser Tiefe für Menschen zu heiß. Aufgrund des enormen Aufwands für den Unterhalb solch tiefer Minen ist das Witwatersrand-Gold nur dann wirtschaftlich zu fördern, wenn der Goldpreis weiter hoch bleibt.

In orogenen Goldlagerstätten findet sich reines Gold in hoher Konzentration

Zu den wichtigsten Gebirgstypen zählen die orogenen Goldlagerstätten. Sie entstehen während der Gebirgsbildung. Der hohe Goldgehalt, von nicht selten 10g pro Tonne Gestein, machen diese Abbaugebiete besonders lukrativ. Im Gegensatz zum Witwatersrand-Becken, das auch andere Metalle enthält, sind orogene Goldlagerstätten meist nur zur reinen Goldgewinnung nutzbar. Orogene Gebirgstypen kommen überwiegend in Afrika und Westaustralien vor. Aber auch die USA, Ghana, Brasilien und in den Alpen trifft man auf diese Goldlagerstätten.

Epithermale Goldlagerstätten sind ebenso interessant

Außerdem gibt es epithermale Goldlagerstätten. Sie werden bei Temperaturen zwischen 150 und 400 Grad Celsius gebildet. Sie treten meist in einer 100-Kilometer-Zone hinter dem Tiefseegraben im kontinentalen wie im Inselbogenbereich auf. Epithermale Goldlagerstätten charakterisieren sich durch flach krustale Gold-Vererzungen. Der hohe Goldgehalt kann zwischen 1 bis 10 Gramm pro Tonne schwanken.

Für Geologen und Wissenschaftler sind epithermale Goldlagerstätten besonders interessant. Denn neuste Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass epithermale Goldlagerstätten am schnellsten Gold im Gestein ablagern können. So sollen 1.000 Tonnen Gold in gerade einmal 50.000 Jahren akkumuliert werden können.

Ein weiterer Lagerstättentyp ist in karbonatischen Gesteinen zu finden.

Hoher Landschaftsverbrauch beim Abbau karbonatischer Lagerstätten

Unter anderem in den USA sind Goldvorkommen dieses Typs zu finden. Der Goldgehalt liegt meist zwischen einem und zehn Gramm pro Tonne. Neuste Funde haben gar einen Gehalt von 11,09 Gramm zutage gefördert. Der Goldabbau wird mittels Sprengung durchgeführt, die zu riesigen Landschaftskratern führen. Der Abbau ist aufwendig und wirtschaftlich nur lohnenswert, wenn der Goldpreis relativ hoch ist.

Gold kommt oft in Verbindung mit anderen Metallen vor

Die sogenannten Eisenoxid-Kupfer-Gold-Vorkommen beschreiben die Abbaugebiete, die sich auf Granit und Rhyolit beziehen. Sie verfügen über einen hohen Eisenanteil und entstanden durch Vulkanausbrüche. Dieses Berggold findet man vor allem in Australien. Die Goldausbeute ist bei diesem Typus mit 0,5 bis 1,5 Gramm pro Tonne relativ gering. Durch den hohen Goldpreis und die gleichzeitige Gewinnung von Kupfer sind diese Förderstätten dennoch lukrativ.

Prophyrische Kupfer-Gold-Lagerstätten charakterisieren sich durch ihre großen Erzkörper. Sie kommen überwiegend in jungen Gebirgsketten vor. Die Goldausbeute ist mit 0,1 bis 1 Gramm pro Tonne gering. Dafür fallen aber auch 5 bis 10 Kilogramm Kupfer pro Tonne Gestein an. Die größte Lagerstätte, die über 10 Milliarden Tonnen Erz verfügt, liegt in Chile und wird noch einige Jahrzehnte der Förderung von Eisen, Kupfer und Gold zur Verfügung stehen.

Auch in Flussläufen gibt es Gold

Als Wasch- und Seifengold werden Goldnuggets und -flitter bezeichnet, die in Flüssen und Bächen zu finden sind. Diese sogenannten sekundären Vorkommen lagern sich an bestimmten Stellen in Flüssen und Bächen ab. Immer dort, wo die Strömung nicht stark genug ist, um das Edelmetall weiter zu transportieren, bilden sich Goldseifen. Diese bestehen meist aus feinen Goldpartikeln, den Goldflittern. Große, schwere Nuggets kommen seltener vor. Sie werden im Laufe der Zeit durch Witterung und Kieselschlag zerkleinert, bis ein Nugget zu unzähligen Goldflittern zerfallen ist.

Die Goldflitter werden durch die Bewegung des Schotters ausgewalzt, sodass sie sich als hauchdünne Blättchen ablagern. Goldseifen finden sich in den Flussinnenbiegungen und sind von schwarzem Schlamm mit Kieselsteinen gekennzeichnet.

Nimmt man sich nun eine Goldpfanne zur Hand und wäscht das Kiesel-Schlammgemischt mit kreisenden Bewegungen im Wasser aus, setzen sich die schweren Goldpartikel in der Waschpfanne ab, während der Sand und die Kiesel vom Wasser ausgeschwemmt werden.

Seifengold kann auch in Deutschland gefunden werden

In Deutschland sind der Rhein, die Göltzsch in Sachsen und die Schwarza in Thüringen als seifengoldhaltige Flüsse bekannt. Die Kelten entdeckten als erste überlieferte Kultur das Seifengold im Rhein. Ihre Fertigkeiten wurden von den Römern, den Germanen und den Alemannen übernommen.

Seifengold

Als Johann Gottfried Tulla von 1817-1866 den Rhein begradigte, trug er große Mengen Sand und Kies ab und stieß dabei auf große Goldlagerstätten. Nach der Begradigung des Rheins gingen die Seifengoldfunde drastisch zurück, da kaum noch geeignete Flussinnenbiegungen vorhanden waren, an denen sich das Gold hätte ablagern können. Obwohl der Goldgehalt im Rhein auf nur noch 0,1-20mg/m³ geschätzt wird, wurde die Goldgewinnung durch das Kieselwerk Rheinzabern bei Karlsruhe vor wenigen Jahren wieder aufgenommen.

Bisher wurden 170.000 Tonnen Gold gefördert

Gold kommt auf allen Kontinenten, außer in der Antarktis, vor. Die kumulierte jemals von Menschenhand weltweit geförderte Menge wird auf 170.000 Tonnen geschätzt. Die abbaufähigen Reserven werden auf rund 100.000 Tonnen taxiert. Bei einer aktuellen jährlichen Fördermenge von 2.500 Tonnen könnten die Goldvorkommen in den nächsten vierzig Jahren erschöpft sein.

Ungeachtet dessen wurde noch nie soviel Gold gefördert wie in den vergangenen Jahren. Der in den vergangenen zehn Jahren um den Faktor 8 gestiegene Goldpreis reflektiert unter anderem auch den immer weiter ansteigenden Aufwand für die Aufrechterhaltung und sogar Steigerung der Förderraten.

China fördert inzwischen das meiste Gold

Die zehn wichtigsten Förderländer

Rang Land Fördermenge
1. China 345 t
2. Australien 270 t
3. USA 237 t
4. Russland 200 t
5. Südafrika 190 t
6. Peru 150 t
7. Kanada 110 t
8. Ghana 100 t
9. Indonesien 100 t
10. Usbekistan 90 t

An der Spitze der Goldproduzenten steht seit 2008 China. Mit einer Fördermenge von damals 292 Tonnen löste es die Vereinigten Staaten, die immerhin noch 235 Tonnen Gold förderten, ab. Dicht dahinter lag Südafrika mit 233 Tonnen Gold, gefolgt von Australien (215 t), Russland (189 t) und Peru (180 t). Südafrika, das mit dem Watersrand-Becken über das flächenmäßig größte Goldabbaugebiet der Welt verfügt, stand seit 1905 an den Spitze der Goldproduzenten.

Die Ländergewichte bei der Goldförderung verschieben sich

Einige Länder steigerten in den vergangenen Jahren ihre Fördermenge immens. So verkündete China für 2010 ein Rekordjahr. 345 Tonnen Gold förderte das Reich der Mitte und konnte damit seine Produktion bereits zum elften Mal in Folge erhöhen. China wird wohl auch in den nächsten Jahren weiterhin an der Spitze der weltweiten Goldproduzenten stehen. Mittelfristig plant Peking mit einer Fördermenge von 400 Tonnen pro Jahr.

China verfügt über 6.328 Tonnen an erschlossenen Goldreserven und liegt damit auf Platz drei der weltweiten Goldvorkommen. Die Förderstätten liegen überwiegend im östlichen Teil des Landes, wenngleich auch im Westen Goldminen vorhanden sind, die ihre jährliche Produktion steigern. Die zehn größten Minenbetreiber steuerten 184 Tonnen zur Gesamtproduktion von 345 Tonnen bei. Betrachtet man die Fördermengen nach Regionen, so stellen Shandong, Jenan, Jiangxi, Fujian und die Innere Mongolei rund 60 Prozent der Gesamtgoldproduktion.

Australien förderte 2010 insgesamt 255 Tonnen und liegt damit nunmehr auf Platz zwei. Damit konnte Australien seine Fördermenge zwar um 15 Prozent steigern, liegt aber immer noch rund 20 Prozent unter dem Niveau von 1998.

Australiens Goldreichtum verteilt sich über das ganze Land. Der Abbau konzentriert sich aber überwiegend auf den Westen. Von dort stammen zwei Drittel der australischen Goldproduktion. Förderstätten gibt es aber auch in Südaustralien und in New South Wales. Die wichtigsten Goldminen Australiens sind die Super Pit Mine bei Kalgoorlie, die Telfer Mine in der Region Pilbara, die Förderstätten St Ives, Agnew und Boddington sowie die Sunrise Dam in Yilgarn Carton.

80-prozentiger Fördereinbruch in Südafrika

Die zehn größten Goldminen

Rang Mine Fördermenge
1. Grasberg (Indonesien) 63 t
2. Murantau (Usbekistan) 56 t
3. Carlin (USA) 54 t
4. Yanacocha (Peru) 45 t
5. Goldstrike (USA) 39 t
6. Cortez (USA) 36 t
7. Veladero (Argentinien) 35 t
8. Lagunas Norte (Peru) 25 t
9. Lihir (Papua Neuguinea) 25 t
10. The Super Pit (Australien) 24 t

Die ein Jahrhundert währende Vorherrschaft Südafrikas ist aufgrund der fortgeschrittenen Ausbeute zu Ende gegangen. Innerhalb der vergangenen 40 Jahre brach die Produktion um 80 Prozent ein. China, das heute Weltspitze ist, fördert im Vergleich dazu allerdings nur ein Drittel dessen, was Südafrika Ende der 60er Jahre abbaute.

Südafrika produzierte im Jahr 1970 noch 1.000 Tonnen Gold. 2011 kam das einst führende Goldförderland auf nur noch 190 Tonnen. Dennoch werden in Südafrika die größten Goldvorkommen der Welt vermutet. Geologen schätzen, dass noch 31.000 Tonnen des Edelmetalls in Südafrika abgebaut werden können.

Überblick über die wichtigsten Goldförderländer

Russland verfügt über etwa 7.000 Tonnen an erschlossenen Goldreserven. Sie konzentrieren sich vor allem in Sibirien. Kupol in Chukotk, die Olympiada Mine in Krasnoyarsk, die Voro-Mine in Sverdlovsk und die Khakanja-Mine in Khabarovsk sind die größten Goldminen des Landes.

In den USA wurden bereits geschlossene Goldminen durch den hohen Goldpreis wieder in Betrieb genommen. In Nevada werden rund 75 Prozent des US-amerikanischen Goldes abgebaut. Förderstätten gibt es aber auch in Alaska, Utah und Colorado. In Nevada sind die wichtigsten Goldminen, der Carlin-Nevada-Complex, die Goldstrike-Mine und die Cortez Gold Mine zu finden.

Usbekistan, das im Jahr 2011 90 Tonnen Gold gefördert hat, verfügt derzeit noch über gesicherte Vorkommen in einer Höhe von 2.100 Tonnen. In der Muruntau Goldmine werden ca. 70 Prozent des usbekischen Goldes abgebaut. Sie zählt zu den größten offenen Minen weltweit.

Indonesien teilt sich 2011 den achten Platz mit Ghana. Der Inselstaat verzeichnete einen Produktionsrückgang von 16,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Die Goldvorkommen sind vor allem in den Bezirken Grasberg, Batu Hijau, Tujuh Bukit und Ertsberg zu finden. Die Grasberg-Goldmine zählt zu den größten der Welt.

Ghana steigerte seine Produktion im Jahr 2011 um 22 Prozent. Nach Südafrika ist Ghana der zweigrößte Goldproduzent auf dem Kontinent. Die Vorkommen sind in vor allem im westlichen Teil Ghanas zu finden. Obwohl das Land auch andere Rohstoffe exportiert, nimmt Gold einen Anteil von 90 Prozent an den Mineralexporten Ghanas ein.

Auch Kanadas Goldproduktion legte im vergangenen Jahr deutlich zu. Um ganze 21 Prozent wurde die Fördermenge gesteigert, die zu 86 Prozent in den Bundesstaaten Ontario, Quebec und British Columbia abgebaut wurde. Die größte Goldmine des Landes, die Red Lake Mine, liegt in Ontario, und ist für die Hälfte der Goldproduktion Kanadas verantwortlich.

Perus Goldproduktion ist seit 2006 rückläufig. Auch im vergangenen Jahr 2011 sank die Fördermenge um 8,5 Prozent. Mit der Yanacocha-Mine verfügt Peru über die größte Goldmine Südamerikas. Sie steuerte 2011 rund 42 Tonnen der Gesamtfördermenge von 150 Tonnen bei. Die Goldvorkommen konzentrieren sich auf die Provinzen Cajamarca, La Libertad, Apurmac und Arequipa.

Die Goldextraktion ist sehr umweltschädlich

Ganz gleich, wo Gold gefördert wird - der Prozess ist mit Ausnahme des manuellen Goldwaschens in jedem Fall hochgradig umweltschädlich. Das häufig angewandte extrem umweltschädliche Amalgamverfahren ist bereits aus der Antike bekannt. Der Einsatz von Quecksilber, das dem goldhaltigen Sand und Schlamm beigemischt wird, führt zur Bildung von Amalgam. Das Amalgam setzt sich auf dem Grund ab und wird abgetragen. Anschließend wird das Quecksilber durch Erhitzung verdunstet. Als Endprodukt erhält man Roh-Gold.

Dieses Verfahren wird heute vor allem im Amazonasgebiet eingesetzt. Dort wird mit einfachsten Mitteln und auch unter Einsatz von Quecksilber, fernab der Zivilisation, illegal Gold gewonnen. Durch giftige Dämpfe, die bei der Verbrennung des Quecksilbers entstehen, hat dieses Verfahren erhebliche negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Häufig gelangen große Mengen des hochgiftigen Quecksilbers in Bäche und Flüsse.

Auch die Cyanidlaugung ist hochgradig gefährlich

Aufgrund der Umweltschäden wird dieses Verfahren von seriösen Goldproduzenten geächtet. Dort wo es zur Anwendung kommt, folgen meist Konflikte mit der einheimischen Bevölkerung.

Großindustrielle Goldbergbaubetreiber greifen auf das Cyanidlaugungs-Verfahren zurück. Dabei wird das fein gemahlene Gestein für mehrere Monate mit einer 0,1-prozentigen Natriumcyanid-Lösung aufbereitet. Dafür wird das zermahlende Gestein auf eine Fläche von einem bis mehreren Hektar mit der hochgiftigen Lösung besprüht.

Der Einsatz von Cyanid lässt das Gold durch den vorhandenen Sauerstoff oxidieren und wird in einem Becken gesammelt. Dort wird durch Absorption an Ionentauschern, Aktivkohle oder durch Fällung mit Zinkstaub das Roh-Gold gewonnen.

Durch verdünnte Schwefelsäure trennt man das Gold von Kupfer und Zink. Auch dieses Verfahren, das erstmals 1887 in Schottland zum Einsatz kam, erntet regelmäßig Kritik. Denn gleich mehrere Millionen Liter der hochtoxischen Cyanidlauge werden offen in die Landschaft gesprüht.
Auf den offenen Halden kam es immer wieder zu Dammbrüchen und entzog damit den Einheimischen die Lebensgrundlage.

Vergleichsweise "saubere" Gewinnung: Gold als Neben- und Recyclingprodukt

Gold erschließt sich aber auch als Nebenprodukt bei der Gewinnung von anderen Metallen. Vor allem bei der Raffination von Kupfer kann Gold gewonnen werden.

Recycling wird für die Goldgewinnung immer wichtiger. Während die Schmuck- und Zahnverarbeitung schon immer sparsam mit dem kostbaren Edelmetall umgingen, entsorgen wir jährlich Millionen von Elektrogeräten. Die meisten davon enthalten winzige Mengen Gold, die sich bei Addition zu einer stattlichen Menge aufsummieren. Schätzungen gehen von 22,2 Gramm Gold je Tonne Elektroschrott aus - weit mehr als in den meisten Goldlagerstätten pro Tonne Gestein enthalten ist.

Goldwaschen: Die umweltfreundlichste Fördermethode

Gold waschen am FlussZu den ältesten Goldgewinnungs-Verfahren zählt das Goldwaschen. Mit einfachsten Mitteln lässt sich so Seifengold von anderen Materialen trennen. Hierbei kommen verschiedene Goldpfannen zur Anwendung. Der sogenannte Sichertrog wird dazu genutzt, um Flusserde durch eine leichte, gleichmäßige Drehbewegung an der Wasseroberfläche auszuschwemmen. Da Gold ein Schwermetall ist, sinkt es auf den Boden des Sichertrogs.

Dieses Verfahren wird auch heute noch genutzt. Zum einen erkunden professionelle Goldsucher Flüsse und Bäche für industrielle Goldproduzenten, zum anderen gibt es noch eine ganze Reihe von privaten Goldsuchern, die sich dieser Methode bedienen.

In einem viel größeren Maßstab wird das gleiche Prinzip bei der Waschrinne verfolgt. Die Waschrinne wird in den goldhaltigen Fluss gelegt und kann dabei zwischen einem halben und 200 Meter lang und 0,1 bis 5 Meter breit sein. Quer zur Strömungsrichtung werden flache Hindernisse eingefügt. Gold lagert sich an den Hindernissen ab, da es zu schwer ist, um von der Strömung über das Hindernis getragen zu werden.

Goldsynthese: Alchemisten wären heute erfolgreich

Über eintausend Jahre versuchten Alchemisten Gold künstlich herzustellen. Im Mittelalter kam die Idee der Stoffumwandlung auf. Zahlreiche Alchemisten stürzten sich auf das kostbarste Edelmetall und stützten sich dabei auf die Lehre Aristoteles. Er war der Meinung, dass alle Stoffe aus Feuer, Wasser, Erde und Luft bestehen und es nur auf das Mischungsverhältnis ankäme, um jeden beliebigen Stoff herstellen zu können.

Als sich der Erfolg nicht einstellte, erklärten die Alchemisten die Lehre Aristoteles nicht für nichtig, sondern begaben sich auf die Suche nach einem fehlenden Glied, dem sogenannten Stein der Weisen. Ende des 15. Jahrhunderts endete die Phase der Alchemie, ohne dass es auch nur einem Alchemisten gelungen wäre, Gold tatsächlich herzustellen.

Heute kann man in Kernreaktoren Gold durch Spaltung anderer Elemente herstellen. Praktisch scheidet diese Möglichkeit der Goldgewinnung aus, da das so hergestellte Gold wesentlich teurer wäre als die Förderung natürlich vorkommenden Goldes.

Gold als Währung: Die Ära endete 1971

Neben der Verwendung als Schmuck wurde Gold auch immer schon als Währungsmetall genutzt. Immer dann, wenn eine Währungseinheit einer gesetzlich festgelegten Menge Gold entspricht, basiert die Währung auf dem Goldstandard. 1844 führte die Bank of England als erste Notenbank diesen Standard ein und schaffte damit gleichermaßen das erste international gültige Währungssystem mit Papiergeld. Für die Notenbank bedeutete dies, dass sie Geldscheine aus Papier ausgab, den Bürgern aber den jederzeitigen Umtausch dieser Scheine in Gold garantierte.

Obwohl durch den Goldstandard jedes Land nur so viel Geld in Umlauf bringen konnte, wie Gold im Tresor lag, sich die Länder also einer bei Politikern unbeliebten Selbstbeschränkung bei der Geldschöpfung unterwarfen, fand das Modell viele Nachahmer. Bald führten fast alle Industriestaaten den Goldstandard ein, der bis 1914 für ein stabiles Weltwährungssystem sorgte.

Der 1. Weltkrieg führte zur ersten Zäsur

Erst im Zuge des Ersten Weltkriegs konnten aufgrund der enormen Kriegskosten viele Staaten den Goldstandard nicht mehr halten. Versuche eine abgewandelte Form, den sogenannten Gold-Devisen-Standard, einzuführen, blieben erfolglos.

Mit Ende des 2. Weltkriegs begann die zweite Blütezeit der Goldwährung

1944 wurde der Grundstein für ein neues Weltwährungssystem gelegt. Die USA verpflichteten sich, jederzeit Dollar im gesetzlich festgelegten Verhältnis gegen Gold zu tauschen. Damit gab es erstmals nach 30 Jahren wieder einen festen Wechselkurs, der auf der Konferenz von Bretton-Woods beschlossen wurde. Ab den 1960er Jahren geriet die Zahlungsbilanz der USA in Schieflage, Gold floss in großen Mengen aus dem Land ab.

Am 15. August 1971 kündigten die USA einseitig den Goldstandard auf - US-Dollar konnten fortan nicht mehr in Gold getauscht werden. Seitdem haben sich weltweit Währungssysteme ohne Edelmetalldeckung durchgesetzt.

Der Goldpreis ist auf lange Sicht hoch volatil

Wie bei allen nicht preisregulierten Waren setzt sich der Preis des Goldes am Markt aus Angebot und Nachfrage zusammen. Betrachtet man den Goldpreis in der Historie und bereinigt ihn um die Inflation, werden deutliche Preisunterschiede erkennbar. So wurde das Allzeithoch mit 3.100 Dollar heutiger Kaufkraft je Feinunze im Jahr 1492 erreicht. Bis zum Jahr 1550 hielt sich der Goldpreis auf einem sehr hohen Niveau. Durch die Goldreichtümer Südamerikas erhöhte sich die Angebotsmenge drastisch, sodass der Goldpreis innerhalb weniger Jahre unter die 600-Dollar-Marke sank. Im Laufe der nächsten Jahrhunderte pendelte sich der Goldpreis zwischen 300 und 600 Dollar je Feinunze ein.

Als Napoleon durch Europa zog, sacke der Goldpreis deutlich unter 300 Dollar. Erst im Laufe des 19.Jahrhunderts stabilisierte sich der Goldpreis wieder. Der Grund hierfür ist in der Einführung des Goldstandards zu finden. Als in Südamerika große Goldvorkommen Anfang des 20.Jahrhunderts gefunden wurden und viele Staaten zu Zeiten des 1. Weltkriegs ihre Goldbestände reduzieren mussten, brach der Goldpreis erneut ein und sank unter die 200-Dollar-Marke.

Dieser Preis markiert den Tiefstand im historischen Kontext. Nach dem 1. Weltkrieg führten manche Staaten den Goldstandard erneut ein. Zusätzlich flüchteten Kapitalanleger nach dem Börsencrash von 1929 in Gold, sodass der Preis kräftig anzog. Mit dem Beginn des 2. Weltkriegs fiel der Goldpreis erneut, bis das Währungssystem von Bretton-Woods eingeführt wurde. Nachdem der Goldstandard durch die USA im Jahr 1971 aufgegeben wurde, wird der Goldpreis durch den freien Markt bestimmt.

Gold wird in verschiedenen Reinheitsgraden gehandelt

Gold wird in den unterschiedlichsten Reinheitsgraden verwendet. Der Reinheitsgrad selbst wiederrum wird in verschiedenen Einheiten gemessen. Heute wird der Reinheitsgrad üblicherweise in Promille angegeben. Vor Einführung des metrischen Systems war die Angabe in Karat gängige Praxis. Nicht immer wird die entsprechende Angabe auf der Goldware eingestanzt.

Karat und Promille, beides ist gängig

Während die Einheit Karat in Deutschland mit kt. angegeben wird, lautet die internationale Bezeichnung ct. Die Karat-Angaben sind nicht mit denen von Edelsteinen identisch.
Die Promilleangabe bezieht sich auf 1000 Gewichtsanteile. Hält man Goldware des Reinheitsgrades 333er in der Hand, so entsprechen 333 Anteile von 1000 Gesamtanteilen reinem Gold. Oder anders gesagt: 2/3 des Schmuckes bestehen gar nicht aus Gold.

Unze ist nicht gleich Feinunze

Das Gewicht wird meistens in der Maßeinheit "Feinunze" angegeben. Eine Feinunze (oz tr) entspricht 31,1034768 Gramm. Die Feinunze ist nicht zu verwechseln mit der rund drei Gramm leichteren "Unze".

Der Standardbarren hat gar kein Standardgewicht

Zur Verbesserung der Lagerbarkeit wird Gold häufig in Barren gegossen. Der Hersteller stanzt in der Regel seine Marke, die Reinheit und eine Barrennummer auf den Goldbarren. Die gängigen Maße und Größen reichen von 1 g bis hin zu 13,4 Kilogramm. Während die 1 bis 1000 Gramm schweren Feingoldbarren überwiegend von Privatanlegern erworben werden, dienen die bis zu 13,4kg schweren Barren (Good Delivery Barren, Standardbarren) mit einem Mindestfeingehalt von 995 industriellen Verbrauchern und Großanlegern als Standard-Handelsinstrument. Entgegen der landläufigen Meinung ist das Gewicht eines Standardbarrens nicht standardisiert, sondern darf sich ebenso in einer Spannweite bewegen wie die Feinheit.

Die einmaligen Eigenschaften machen Gold zum gefragten Rohstoff

Gold wird für die verschiedensten Verwendungszwecke genutzt. Gleichwohl haben sich einige Schlüsselbranchen als Hauptverbraucher herauskristallisiert.

Die jüngste Nutzerbranche ist die Industrie. Insbesondere die Elektroindustrie verwendet Gold auf Platinen, Computerchips und vielen anderen Bauteilen. Obwohl das Edelmetall sehr kostspielig ist, wird es aufgrund seiner Korrosionsbeständigkeit, der guten Kontaktgabe und der einfachen Verarbeitung eingesetzt. So lassen sich beispielsweise 10 Gramm Gold zu einem dünnen Faden ausdehnen, der über eine Länge von 33 Kilometern verfügt und zur Kontaktierung von Computerchips eingesetzt wird.

Die Elektroindustrie verwendet ca. 10 Prozent des jährlichen Goldverbrauchs in ihren Produktionsabläufen.

Gold in der Medizin: Seit Jahrhunderten gängig

In der Medizin wird Gold bereits seit Jahrhunderten eingesetzt. Besonders in der Zahnmedizin ist Gold seit jeher gefragt. Gold eignet sich durch seine Korrosionsbeständigkeit als Ersatzmaterial für fehlende oder defekte Zähne. Das Edelmetall kommt aber auch aus ästhetischen Gründen in der Zahnmedizin zum Einsatz. So symbolisieren goldene Zähne in bestimmten Kulturen Reichtum und Erfolg.

Neben der Zahnmedizin findet Gold aber auch in der therapeutischen Behandlung Verwendung. Goldsalze werden beispielsweise gegen Rheumabeschwerden eingesetzt.

Der Einsatz von Gold in der Medizin ist umstritten. Denn die Einnahme von Gold kann zu starken Nebenwirkungen führen, während sich ein Therapieerfolg erst nach Monaten einstellt.

Beim Verbrauch ungeschlagen: Die Schmuckindustrie

Rund 75 Prozent des industriellen Goldverbrauchs entfällt auf die Schmuckindustrie. Ob Uhren, Diademe oder Ehering - Gold ist für so manches Schmuckstück unerlässlich.

In der Gastronomie erlebt Gold momentan seine Blütephase. Denn es kommen immer mehr Produkte mit Blattgoldanteilen auf den Markt. Auch in so manchem Restaurant lässt sich die Pasta mit Blattgoldflocken bestellen.

Zu guter letzt ist um Gold in den vergangenen Jahren eine prosperierende Branche entstanden, die Investoren mit immer neuen Anlageprodukten wie Münzen, Barren und Edelmetall-Sparplänen versorgt.

Gold ist das dehnbarste Metall

Gold zählt zu den Edel- und Schwermetallen und ist darüber hinaus eines der 22 Reinelemente, die nur aus einem Isotop bestehen. Aus physikalischer Sicht ist die Verformung des Goldes bei Belastung interessant. Die sogenannte Duktilität ist bei Gold besonders hoch. Das Edelmetall lässt sich so auswalzen, dass eine Dicke von nur 100 Atomlagen erzielt wird. Gold ist das dehnbarste Metall, das der Mensch kennt. Es ist darüber hinaus außerordentlich widerstandsfähig gegen Sauerstoff, Schwefel, Luft, Wasser, geschmolzene Alkalien, Salzsäure und Salpetersäure.

Der Schmelzpunkt von Gold liegt bei nur 1064 Grad Celsius, was die Verarbeitung schon in der frühesten Menschheitsgeschichte begünstigte. Der Siedepunkt wird bei 2856 Grad Celsius erreicht.

Für viele Anwendungsgebiete wird Gold grundsätzlich legiert

Gold wird nur in wenigen Bereichen als reines Metall eingesetzt. Vor allem Kleinanleger fragen unlegiertes Reingold mit Feinheiten von 999 und feiner nach. Doch für viele Anwendungsgebiete ist derart feines Gold schlicht ungeeignet. Mittels Legierung werden die für die spezifische Anwendung gewünschten Eigenschaften verbessert.

Eine Goldlegierung ist im Grunde genommen eine Verdünnung. So wird nicht nur der Goldanteil geringer, sondern auch die Farbe, die Korrosionsbeständigkeit und die Dichte nehmen ab, während die Härte und die Polierfähigkeit zunehmen.

In Schmuck wird ausschließlich legiertes Gold eingesetzt

Die verbreitetsten Goldlegierungen für Schmuck sind 333er, 585er und 750er Gold. In Deutschland wird das günstige 333er Gold am häufigsten verwendet, während in der Türkei und dem gesamten Orient 585er bevorzugt wird. In Italien wird dagegen überwiegend 750er Gold verwendet. Schmuck aus 999er Gold wird generell nicht hergestellt, da es viel zu weich wäre. Deshalb werden dem Gold, je nach Reinheitsgrad, andere Metalle, wie Kupfer und Silber, beigemischt. So erhält man die gewünschte Härte und die Möglichkeit, Farbgoldlegierungen herzustellen.

Zu den klassischen Goldlegierungen zählt die Verbindung mit Kupfer und Silber. Zum einen kommt es in dieser Verbindung bereits in der Natur vor, zum anderen war die Legierung mit anderen Metallen bis ins 19.Jahrhundert in Europa verboten.

Heute wird Gold aber auch mit Zink, Indium, Zinn, Cadmium, Gallium, Platin und Nickel legiert. Je nach Zusammensetzung verändert sich das Farbspektrum. Die Farben reichen von sattem Gelb über helles Grün und sanftes Rosa bis hin zu silbrigem Weiß. Die Legierung beeinflusst jedoch nicht nur das Farbspektrum, sondern auch den Härtegrad und den Schmelzpunkt. So erhöhen Platin, Nickel und Kupfer die Härte, während Zink, Indium, Zinn, Cadmium und Gallium zu einem niedrigeren Schmelzpunkt führen.

© Gold.de | Autor: Stefano Biondi | Bilder: © Martin Kreutz - Doreen T. - Bernd Ege - charles taylor - Fotolia.com

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