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Stand: 15.12.2025
Welches Land importiert am meisten Gold - und warum? Was heißt überhaupt Goldimport und warum sind Zahlen nur bedingt vergleichbar? Aktuelle Zahlen, Fakten und Hintergründe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Goldnachfrage und Goldhandel bestimmen maßgeblich Importmenge
  • Schweiz, das Goldhandel Drehkreuz, importierte 2024 besonders viel Gold
  • Hohe Goldimporte verzeichneten 2024: China, Hong Kong, Indien, UK
  • Zu unterscheiden ist auch zwischen absoluten und Netto-Importen
  • USA hat 2024 seit vielen Jahren mehr Gold importiert als exportiert
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Was genau bedeutet Goldimport?

Treiber für den Goldimport ist die öffentliche und private Nachfrage eines Landes. Bei der Goldnachfrage unterscheidet man die vier Bereiche Investment, Schmuck, Industrie sowie die Zentral- und Notenbanken

Auch der Goldhandel gilt als Nachfrage im weiteren Sinne. Sowohl die Nachfrage durch Endkunden als auch der Goldhandel können je nach Land sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

So gibt es Länder, in denen die Nachfrage der Schmuckindustrie besonders ausgeprägt ist. Dazu zählen etwa Indien, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) oder generell viele Staaten aus dem asiatischen und arabischen Raum, wo Gold in hohem Maße als Statussymbol gilt.

In anderen Ländern spielen dagegen Goldinvestments eine größere Rolle. Hierunter versteht man Münzen oder Barren. Dies ist zum Beispiel in Deutschland oder den USA der Fall. Als Goldinvestment gelten auch börsengehandelte Goldprodukte wie mit physischem Gold hinterlegte ETFs oder ETCs (speziell in Deutschland).

Die Goldreserveņ der Zentralbanken sind ebenfalls ein wichtiger Faktor. In den vergangenen Jahren haben etwa die Zentralbanken aus China, Polen, Tschechien, Indien, Singapur, Ägypten, Libyen und der Türkei hohe Goldkäufe getätigt.

In manchen Ländern ist dagegen weniger die Nachfrage im engeren Sinne maßgebend, sondern der Goldhandel (internationales Drehkreuz). Dies erklärt, warum so ein kleines Land wie die Schweiz regelmäßig Spitzenplätze einnimmt im Vergleich der absoluten Goldimport-Zahlen. Auch in Großbritannien spielt der Goldhandel eine wichtige Rolle.

Indirekt spielt auch die Goldförderung eine Rolle, also inwieweit ein Land über eigene Goldminen verfügt. Allerdings nicht zwangsläufig, denn auch Länder ohne eigene Goldförderung können sehr wohl bedeutende Goldexporteure sein, wie die Beispiele Schweiz oder Vereinigtes Königreich zeigen. Das Gold, welches sie exportieren, muss dann zuvor ins Land gekommen sein (importiert).

Übersicht Goldimporte

2024

Die nachfolgende Liste basiert auf den Daten von Tendata. Im Jahr 2024 beliefen sich die globalen Ausgaben für Goldimporte auf insgesamt 574,6 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 42,2 Prozent gegenüber 2020, als die weltweiten Goldkäufe 404,1 Mrd. Dollar betrugen. Im Jahresvergleich stieg der weltweite Wert der Goldimporte um 3,6 Prozent (2023: 554,6 Mrd. Dollar.

Die fünf größten Goldimporteure – die Schweiz, China, Großbritannien, Hong Kong und Indien – vereinten zusammen 70 Prozent der gesamten globalen Goldnachfrage des Jahres 2024.

Top-10 der größten Goldimporteure der Welt

RangLandGoldimporte (in Mrd. USD)Anteil
1Schweiz105,2
18,3 %
2China102,9
17,9 %
3Großbritannien77,2
13,4 %
4Hongkong65,5
11,4 %
5Indien51,89,0 %
6VAE24,84,3 %
7Singapur17,63,1 %
8Türkei17,13,0 %
9USA15,92,8 %
10Thailand15,42,7 %
Quelle: www.tendata.com

Laut Daten von Tendata.com landete Deutschland mit Goldimporten in Höhe von 6,1 Mrd. Dollar auf Rang 15. Unter den größten Goldimporteuren verzeichneten einige Länder seit 2023 besonders starke Zuwächse.

An der Spitze steht Thailand, dessen Goldimporte um beeindruckende 93,8 % gestiegen sind. Dahinter folgt Deutschland mit einem Plus von 71,5 %, während Großbritanniens Importe um 60,6 % zulegten. Italien rundete die Gruppe der „goldhungrigen" Länder mit einem Anstieg um 54,7 Prozent ab.

Gleichzeitig mussten zwei wichtige Goldmärkte deutliche Rückgänge hinnehmen. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verzeichneten einen Einbruch der Goldimporte um 67,7 %, während die Türkei einen Rückgang in Höhe von 43 % meldete. 

Diese gegensätzlichen Entwicklungen verdeutlichen, wie dynamisch und regional unterschiedlich der globale Goldhandel sein kann.

Wie aussagekräftig sind diese Zahlen?

Grundsätzlich sind Zahlen zu Goldimporten nur bedingt vergleichbar, da die Quellenlage dürftig ist und zudem nicht immer explizit unterschieden wird zwischen Importen absolut, Netto-Importen oder der Art des importierten Goldes. Auch muss man bei der Analyse von Goldimporten unterscheiden, für welche Zwecke und in welcher Form ein Land Gold importiert.

So kann man davon ausgehen, dass die Schweiz als das Land mit der weltweit höchsten Dichte an Barrenherstellern und Goldraffinerien viel Gold auch als sogenanntes Doré Gold importiert. Unter Doré Gold oder auch Dore Bars versteht man, salopp formuliert, hochwertiges Roh-Erz. Es ist das, was die Minengesellschaften für die Weiterverarbeitung und den Transport grob vorbereiten. Der Anteil an Gold ist zwar schon sehr hoch, gleichwohl gibt es noch Beimischungen und Verunreinigungen. Solche Doré Barren sind nur Rohware für die Raffinerie zur Herstellung von Feingold oder Goldbarren.

Umgekehrt wird ein Land, in dem die Schmuckherstellung eine große Rolle spielt – wie beispielsweise Indien –, vergleichsweise weniger Gold in Form von aufwändig geprägten Goldmünzen importieren. Stattdessen besteht ein höherer Importbedarf an speziellen Gusslegierungen oder Goldgranulat.

In Deutschland spielt Anlagegold, also Münzen und Barren eine traditionell große Rolle. Kann der Binnenmarkt diese Nachfrage nicht decken, wird entsprechend importiert.

Netto-Goldimporte - Unterm Strich ist entscheidend

Bei der Frage nach Goldimporten ist nicht nur die reine Zahl in Tonnen, also der absolute Import, von Interesse. Von Interesse ist vor allem der Saldo zwischen Goldimporten und Goldexporten. Man rechnet also die Goldimporte gegen die Goldexporte auf. In der Summe spricht man von Nettoimporten. 

Nur wenn dieser Wert positiv ist, hat das Land tatsächlich Gold importiert. Ist der Wert negativ, hat dieser Staat in der Summe mehr exportiert.

Viele Länder – insbesondere Handels- und Raffinationszentren wie die Schweiz, Großbritannien oder Hongkong – sind sowohl große Importeure als auch Exporteure von Gold. Ihr Netto-Saldo hängt stark vom Zusammenspiel zwischen Ein- und Ausfuhren ab – doch diese Daten sind nicht immer transparent oder vollständig.

Obwohl keine völlig zuverlässigen Daten existieren, ist davon auszugehen, dass China und Indien zu den größten Netto-Goldimporteuren der Welt gehören. 

Besonders interessant: Die USA tauchten 2024 erstmals seit Jahrzehnten wieder in der Liste der weltweit größten Nettoimporteure auf. Zwar importierte das Land in der Vergangenheit durchaus Gold in nennenswerten Umfang, die Exporte fielen aber damals deutlich höher aus. Mit ein Grund ist sicher die große Fördermenge der heimischen Goldminen.

Doch 2024 und auch im Folgejahr 2025 entwickelten sich die Vereinigten Staaten zum Goldstaubsauger der Welt, was laut Experten im Zusammenhang mit der chaotischen Zoll-Politik der USA, den geopolitischen Ambitionen der Trump-Regierung und dem damit einhergehenden Vertrauensverlust in den US-Dollar und in US-Staatsanleihen steht.

Zudem kündigte Präsident Donald J. Trump unerwartet eine Überprüfung der physischen Goldbestände in Fort Knox an, die angeblich die größten Goldreserven der Welt sein sollen.

Auch die Zeiträume sind zu berücksichtigen. Der Wechsel eines Landes vom Netto-Goldimporteur zum Goldexporteur und umgekehrt ist keine Seltenheit. So kann ein Land vorübergehend durchaus zum Goldimporteur werden, wie es aktuell bei den USA der Fall ist, obwohl die inländische Nachfrage theoretisch durch Eigenproduktion oder Binnenhandel gedeckt werden könnte. Außerdem spielen bei der Frage, ob importiert oder exportiert wird, häufig politische und wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle.

Wer importiert was und wie viel?

Schweiz

Die Schweiz spielt im internationalen Goldhandel die klassische Rolle eines Drehkreuzes. Legt man den Außenhandel von Einzelstaaten als Maßstab an, ist die Schweiz die weltweit führende Goldhandelsnation. Sowohl die Importe als auch die Exporte des Landes betrugen auf Jahressicht oft über 1.000 Tonnen, nicht selten über 2.000 Tonnen. 2024 lag die Menge des importierten Goldes in der Schweiz mit 2.400 Tonnen sogar deutlich darüber. 

Gründe: Die Schweiz gilt seit langem als bedeutender Veredler von Gold und diskreter Lagerort für Goldbarren institutioneller und privater Anleger aus dem In- und Ausland. Dies gilt insbesondere für Zürich. Zudem verfügen die in dem Land ansässigen Scheideanstalten Metalor, PAMP Suisse, Valcambi oder Argor Heraeus über die weltweit bedeutendsten Kapazitäten zur Goldraffination (Veredelung).

China

Im Zuge seines ökonomischen Aufstiegs hat sich das Land zum weltweit wichtigsten Nachfrager nach Gold entwickelt. Die Nachfrage setzt sich aus einem Mix aus staatlicher Nachfrage (Goldreserven), Schmucknachfrage und physischer Investmentnachfrage von Institutionen und privaten Käufern zusammen.

Hochkarätiger Goldschmuck spielt traditionell eine wichtige Rolle. Doch das Edelmetall wird auch bei chinesischen Investoren als Anlage immer beliebter. Oft haben sie nur einen eingeschränkten Zugang zu internationalen Kapitalmärkten und sind daher stark auf alternative Formen der Geldanlage angewiesen.

Einen Teil seines steigenden Goldbedarfs deckt das Land durch eine massive Ausweitung der heimischen Goldförderung. China ist hierbei inzwischen weltweit die Nummer 1 vor Russland, Australien, Kanada und den USA. Allerdings reichen die Goldminen des Landes bei weitem nicht aus, um die Nachfrage zu decken, sodass ein Großteil des Edelmetalls aus dem Ausland eingeführt werden muss.

Der wichtigste Herkunftsmarkt für chinesische Goldimporte ist Hongkong. Die chinesische Sonderverwaltungszone ist zwar Teil der Volksrepublik China, führt jedoch eigene Außenhandelsstatistiken und betreibt einen intensiven Goldhandel mit europäischen Ländern wie der Schweiz und Großbritannien.

China veröffentlicht keine eigenen Außenhandelsstatistiken für Gold. Deshalb sind eindeutige Aussagen über das Importvolumen schwierig, da es diverse Importkanäle gibt.

Indien

Die indische Nachfrage wird überwiegend von Juwelieren und ihren Kunden bestimmt. Erwähnenswert ist auch das politische Umfeld: Bisher haben indische Regierungen versucht, die Einfuhren des Edelmetalls so gering wie möglich zu halten. Durch geringere Einfuhren hoffte man, das chronische Leistungsbilanzdefizit unter Kontrolle zu bringen und die Landeswährung Rupie zu stabilisieren.

Die staatlichen Maßnahmen reichten von Importzöllen und verbindlichen Quoten für den Re-Export bis zur Abschaffung großer Banknoten, die bekanntlich Barkäufe erleichtern. Auch die Ausgabe neuer staatlicher Goldmünzen und die Förderung von Edelmetallkonten gehörten zu dieser Politik. Mithilfe dieser Konten sollte der private Goldschatz der indischen Bevölkerung dem Finanzkreislauf des Landes zugeführt werden. Was die Drosselung der legalen Goldimporte angeht, war die indische Regierung zumindest erfolgreich, wie ein Blick auf die Importzahlen zeigt.

Allerdings sagt der Rückgang der offiziellen Goldimporte nicht zwangsläufig etwas über die tatsächliche Goldnachfrage der indischen Bevölkerung aus. Parallel zur Erschwerung der Einfuhr und des Kaufs des Edelmetalls hat auch der Goldschmuggel in Indien massiv zugenommen.

Regulierung des Goldimports in Indien

Die indische Regierung hat strenge Vorschriften für den Import von Gold eingeführt, um die Handelsbilanz zu stabilisieren, Schmuggel zu bekämpfen und die Nachfrage nach physischem Gold zu kontrollieren. Zu den wichtigsten Regelungen gehören:

  • Zollgebühren und Steuern:

    Seit Juli 2024 beträgt der Einfuhrzoll auf Gold 6 %, nachdem er von zuvor 15 % gesenkt wurde, um den Schmuggel zu reduzieren und die legale Nachfrage zu fördern. Zusätzlich fällt eine Goods and Services Tax (GST) von 3 % (teilweise sogar höher) auf Gold an.

  • Mengenbeschränkungen für Privatpersonen:

    Reisende dürfen nur begrenzte Mengen Gold einführen. Frauen bis zu 100.000 Rupien (knapp 1.000 EUR) zollfrei und  Männer bis zu 50.000 Rupien zollfrei (999,9 Feingold).

  • Beschränkungen für den Handel:

    Seit Juli 2023 fällt der Goldimport in die Kategorie „eingeschränkt“. Ein Import ist nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt, beispielsweise mit einer Lizenz oder im Rahmen des „India-UAE Comprehensive Economic Partnership Agreement“. Gewerbliche Importeure müssen bei der „Directorate General of Foreign Trade“ (DGFT) mit einem Import-Export-Code (IEC) registriert sein.

Meldepflicht:

Gold muss bei Einreisen nach Indien deklariert werden, wenn es nicht als persönlicher Schmuck getragen wird, es den Charakter eines Vermögenswertes hat (Barren, Münzen, Investmentgold) oder der Wert hoch ist und Zweifel an der persönlichen Nutzung bestehen.

Gold-Import-Reglementierung:

Die Reglementierung umfasst die strikte Kontrolle und Überwachung des Goldimports durch die indischen Behörden, insbesondere die Zollbehörde und die Reserve Bank of India (RBI).

Großbritannien

Großbritannien spielt beim Außenhandel mit Gold – ähnlich wie die Schweiz – eine wichtige Rolle.

Grund: London ist Sitz der London Bullion Market Association (LBMA) und gilt nach wie vor als weltweit wichtigster außerbörslicher Handelsplatz für Gold und Silber. In den Tresoren der Bank of England lagern viele Staaten einen Teil ihrer Goldreserven, darunter auch Deutschland.

Zusätzlich beherbergen die von Bullionbanken wie HSBC oder JP Morgan Chase verwalteten Tresore die hinterlegten Goldbarren der großen Gold-ETFs, allen voran des SPDR Gold Trust sowie einer Vielzahl anderer institutioneller Anleger.

Zu- und Abflüsse der Gold-ETFs entscheiden wesentlich über das Volumen der Goldimporte und Goldexporte Großbritanniens. In noch stärkerem Maße als zum Beispiel in der Schweiz ist der britische Außenhandel mit Gold teils sehr hohen Schwankungen unterworfen.

USA

Die USA gehörten bis 2023 zu den Nettoexporteuren von Gold.

Gründe: Hohe Förderleistung der heimischen Goldminenindustrie, die starke physische Goldnachfrage aus Asien sowie London als Lagerort für wichtige US-amerikanische Gold-ETFs.

Auch wenn die USA mit der COMEX über die weltweit umsatzstärkste Futures-Börse für Gold verfügen, so muss man hinsichtlich Goldimporte festhalten, dass der Handel ganz überwiegend ohne physische Lieferungen stattfindet, was Gold-Futures den unrühmlichen Spitznamen „Papiergold“ eingebracht hat. Einhergehend mit der Wahl Donald Trumps fand eine Kehrtwende statt und die USA wurden zu einem großen Gold-Netto-Importeur.

Deutschland

Im Jahr 2024 war Deutschland laut WGC der einzige große Markt mit negativer Investmentnachfrage. Deshalb spielte Europas größte Volkswirtschaft im physischen Handel 2024 eine geringere Rolle als in den Boomjahren.

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von Andreas Schmidt | 03.03.2021, 09:12 Uhr Antworten

Bei der Betrachtung Russland nicht zu beachten erscheint unlogisch.

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Stand: 01:09:06 Uhr